Hannes Rüesch war ein Macher im besten Sinne des Wortes, statt lange Berechnungen und akademischen Testreihen wurden die Solaranlagen real gebaut und die Erkenntnisse daraus für die weitere Entwicklung genutzt.

Nachruf: Solarpionier Hannes Rüesch ist gestorben

(©JM) Am 13. November 2012 ist der Solarpionier Hannes Rüesch nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren in St. Gallen gestorben. Die Schweiz verliert in der Person von Hannes Rüesch einen Sonnenenergie-Förderer der ersten Stunde.


Nach einem ETH-Studium als Maschineningenieur und einem längeren Arbeitsaufenthalt in den USA gründete der aus einer Bauunternehmerfamilie stammende Hannes Rüesch Mitte der 70er Jahren seine eigene Firma, die Rüesch Sonnentechnik in Zug. Bekannt wurde Hannes Rüesch durch die beiden Sonnenkollektoren Monoblock und Typ 3, der „Volkswagen“ unter den Sonnenkollektoren. Dieser erfreute sich wegen seiner rationellen Montage grosser Beliebtheit und wurde zu Tausenden in der Schweiz installiert. Mit den darin eingesetzten Alu-Rollbondabsorbern beschritt der ETH Ingenieur einen anderen Weg als die Mitbewerber. Damit war er der Zeit wohl auch voraus, erlebt Aluminium als Absorbermaterial doch aktuell gerade seine Renaissance.

Nach dem Solarpreis 1992 gewann Hannes Rüesch mit dem ersten Solar-Mehrfamilienhaus der Schweiz in Sevelen einen weiteren Solarpreis. Getreu seinem Motto von einfachen und preisgünstigen Systemen verzichtete er auch im Solarhaus auf komplizierte Anlagentechnik und setzte bewährte Komponenten in einer intelligenten Art neu zusammen.

Das Ziel vor Augen, die Sonnenenergienutzung günstiger zu machen, importierte seine in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Firma Rüesch Solartechnik in den 90er Jahren nach schweizerischem Standard seriengefertigte Kollektoren aus Israel. Mit dem selbst entwickelten Schwimmbad-Kollektor Sola-Rüesch wurde das Kollektorprogramm abgerundet.

Hannes Rüesch war ein Macher im besten Sinne des Wortes, statt lange Berechnungen und akademischen Testreihen wurden die Solaranlagen real gebaut und die Erkenntnisse daraus für die weitere Entwicklung genutzt. Er scheute sich nicht vor unkonventionellen Lösungen, wenn diese der Sache dienten. Administrative Leerläufe waren ihm ebenso ein Gräuel. So war er für seine effizient von Hand korrigierten Briefe bekannt.

Nach seiner Pensionierung und dem Verkauf der Firma widmete sich der Verstorbene weiterhin als Berater Energiefragen, engagierte sich aber auch für weitere Umweltthemen wie dem Erhalt der Hochstamm Obstkulturen.

Mit Hannes Rüesch verlieren wir einen munteren Kämpfer für die Sache der Sonnenenergie. In unseren Herzen wird Hannes Rüesch weiterleben und uns immer daran erinnern, dass die Sonne die treibende Kraft für alles Leben ist.

©Nachruf: Jürg Marti

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