19. Okt 2012

Dank der solarthermischen (oben) und PV-Nutzung der ganzen Süddachfläche wurde das Einfamilienhaus zum PlusEnergieBau saniert. Die vier Kamine und Abluftrohre wurden auf die Nordseite versetzt. ©Bild: Solaragentur

Auch kleine Gebäude können einen grossen Beitrag leisten: Der PlusEnergieBau Gössi weist eine grossartige Eigenenergieversorgung von 270% auf. ©Bild: Solaragentur

203% Eigenenergieversorgung und zukunftsweisende Architektur: Die Umwelt Arena in Spreitenbach zeigt, wie architektonische Ästhetik und Ökologie vorbildlich vereint werden können. ©Bild: Solaragentur

Auf dem Dach seines neuen Geschäftsgebäudes Mühlematte installierte Markus Affentranger eine 546 kWp-PV-Anlage. Sie erzeugt mit 482'000 kWh/a gut 10 Mal mehr als das Wohn- und Geschäftsgebäude benötigt. ©Bild: Solaragentur

Die AGRO Energie Schwyz AG gewinnt aus rund 32‘000 Tonnen erneuerbaren Ressourcen CO2–neutrale Energie. 1©Bild: Solaragentur

Ein Vorbild für sanierungsbedürftige Kulturbauten: Die ökumenische Kirche in Halden überzeugt mit einer der schönsten Photovoltaikanlagen auf dem Kirchendach und erzeugt rund 49'000 kWh/a Solarstrom. ©Bild: Solaragentur

Am steilen Hofberg in Wil wurde das bestehende Einfamilienhaus in verdichteter Bauweise durch einen 7-stöckigen Mehrfamilien-PlusEnergieBau ersetzt. ©Bild: Solaragentur

Mit der Reise rund um den Globus und dem dadurch ausgelösten grossen internationalen Medienecho setzten Raphaël Domjan und alle Beteiligten ein wichtiges Zeichen für die Zukunft mit erneuerbaren Energien. ©Bild: Solaragentur

Sandro Buff, Initiant der Photovoltaikanlage auf dem Quimby Huus, die jährlich 3'000 kWh Solarstrom erzeugt. Bild: ©Solaragentur

Eine Familie allein installiert mit 1.2 MW 12% des grössten, auf grüner Wiese geplanten 10-MW-Solarkraftwerks in Inwil und erzeugt über 1.3 GWh/a. Bild: ©Solaragentur

Raffiniert verschachtelt für einen minimalen Volumenanspruch: Das Dreifamilienhaus ist ein Vorbild für verdichtetes und ökologisches Bauen. ©Bild: Solaragentur

In der neuen Fabrik der Schollglas AG werden heute Dreifach-Wärmeschutzgläser grösstenteils mit Solarenergie produziert. ©Bild: Solaragentur

Ein Vorzeigebetrieb: Das neue Renggli Werk in Schötz deckt dank PV-Anlagen 95% des gesamten Jahresenergiebedarfs von rund 300'000 kWh/a für das Gebäude und die Produktionshalle. ©Bild: Solaragentur

Geringer Endenergie-Wärmebedarf und eine Eigenenergieversorgung von 181%: Die Setz Architektur nutzt die positiven energie- und betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten eines PlusEnergieBaus vorbildlich. ©Bild: Solaragentur

22. Schweizer Solarpreis: Die Gewinner

(Solaragentur) Heute, den 19. Oktober 2012, werden in der Umwelt Arena in Spreitenbach die Schweizer Solarpreise, die PlusEnergieBau-Solarpreise sowie die Norman Foster Solar Awards vergeben. Die Energiewende, die in aller Munde ist, hat im Kleinen aber längst begonnen: Viele Unternehmen, Institutionen und Organisationen leben sie schon lange vor. Das zeigt auch der Solarpreis 2012. Eine Übersicht der Gewinner.


Schweizer Solarpreise 2012

Kategorie Persönlichkeiten


Der 30-jährige Sandro Buff ist seit 16 Jahren Rollstuhlfahrer und Bewohner des Quimby Huus, einer Institution für körperbehinderte Menschen in St. Gallen. Die zehn auf Rollstühle angewiesenen Bewohner des Hauses können sich nun dank Sandro Buffs Engagement ausschliesslich mit Solarstrom fortbewegen. Auf seine Initiative hin wurde auf dem Quimby Huus eine 3 kWp-Photovoltaikanlage installiert. Sie erzeugt jährlich 3‘000 kWh Strom – genug, um zehn Elektrorollstühle ganzjährig solar zu betreiben. Dies entspricht etwa 1‘500 km Fahrt pro Person. Für Sandro Buff ist es wichtig, dass sein Projekt zu einem bewussteren Umgang mit unserer Energie führt. Daraus sollen weitere Initiativen zur Energieeinsparung entstehen.

Franz Held in Grünenmatt
/BE ist hauptberuflich Landmaschinen-Verkäufer. Daneben installiert und betreibt er – unterstützt von seiner Familie – Solaranlagen. Die erste errichtete er 2009 auf seinem Wohnhaus. Mit 10 kWp erzeugt sie jährlich 13‘000 kWh Solarstrom und deckt mehr als den Gesamtenergiebedarf von 11‘150 kWh/a der siebenköpfigen Familie. Damals packte ihn das Solarfieber, er mietete sieben weitere Dächer. Die acht Anlagen mit einer Leistung von 402 kWp erzeugen etwa 516‘000 kWh/a. Seine Frau Beatrice kündigte sogar ihre Lebensversicherung, um eine Anlage zu finanzieren. Mit seiner Plattform http://www.stromvonhier.chfördert Franz Held zudem PV-Anlagen von 27 Landwirten und KMU mit insgesamt 800 kWp Leistung.


Kategorie Institutionen
Am 27. September 2010 war es soweit: Das Solarschiff MS Tûranor PlanetSolar stach bei Monaco in See und nahm die erste solare Weltumrundung in Angriff. Der Name „Tûranor“ ist Programm. Er bedeutet in J.R.R. Tolkiens Elbensprache „Stärke der Sonne“. Mit Sonnenkraft bewegte sich das 95 t schwere Boot mit durchschnittlich 5 Knoten (ca. 9 km/h) fort. Bei Bedarf lieferten tagsüber auch die ausfahrbaren Panels Solarstrom. Die 537 m2 PV-Fläche mit einer Leistung von 93.5 kWp und die 8.5 t schwere Lithium-Ionen-Batterie stellten genug Energie für den ständigen Betrieb zur Verfügung. Die Tûranor fuhr zudem eine Route nahe des Äquators, sodass eine optimale Sonneneinstrahlung garantiert war. Pro Jahr erzeugte sie 167‘900 kWh Solarstrom. Nach dem Start in Monaco machte das Solarboot u.a. Halt in Miami und Cancùn, wo es gerade rechtzeitig zur Weltklima-Konferenz einlief.

Die AGRO Energie Schwyz AG gewinnt aus rund 32‘000 Tonnen erneuerbaren Ressourcen CO2–neutrale Energie. Sie bereitet diese auf und verteilt sie in der Region Schwyz. Mit einer 0.53 MW starken Biogasanlage werden jährlich 3.2 GWh hochwertiger Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Die Wärmeleistung für die Fernleitung beträgt 0.58 MW. Als zusätzliche Wärmelieferanten dienen drei Holzschnitzelheizkessel mit 12 MW Leistung und einer vorbildlichen Rauchgasreinigung. Zum Strom werden 23.8 GWh/a Wärme produziert und so pro Jahr 2.7 Mio. Liter Heizöl ersetzt. Im Kanton Schwyz, der die erneuerbaren Energien bisher kaum förderte, ist das Engagement von AGRO Energie Schwyz umso bemerkenswerter.

Die ökumenische Kirche in Halden/St. Gallen ist nicht nur beliebter spiritueller Treffpunkt. Mit ihrer perfekt ins Dach integrierten 46.6 kWp-PV-Anlage erzeugt sie jährlich gut 49‘000 kWh. Mit der verstärkten Wärmedämmung bildet sie einen Leuchtturm für andere sanierungsbedürftige Kulturbauten. Die optimale Integration der Solarmodule zeigt – im Vergleich zu früher ausgezeichneten Anlagen – den immensen Fortschritt bei der Integration der Solaranlagen als perfekten Baubestandteil. Das Solardach vermag damit auch den hohen ästhetischen Ansprüchen von Kulturbauten zu genügen. Sie nimmt dadurch eine Vorbildfunktion ein und verdeutlicht das grosse Potential solarer Energiegewinnung bei den verschiedenen Gebäudearten.

Kategorie
Gebäude

Das neue Renggli Werk in Schötz ist ein Vorzeigebetrieb zur Planung und zum Bau von Wohn- und Geschäftsbauten aus Holzbaubestandteilen. Die 137.5 kWp-PV-Anlage auf der West- und Ostseite, die 23.1 kWp-PV-Anlage auf dem Süddach und die 4.86 kWp-PV-Fassade erzeugen 285‘441 kWh/a. Sie decken rund 95% des gesamten Jahresenergiebedarfs von rund 300‘000 kWh/a für das Gebäude und die Produktionshalle. Darin enthalten sind auch die 172‘000 kWh/a zum Betrieb der Maschinen. Die solare Energieerzeugung wird an einer Anzeigetafel für Besucher visualisiert. Ästhetisch sehr ansprechend ist die Holzfassade. Das moderne Gebäude wird mittels Holzabfällen aus der eigenen Holzverarbeitungsproduktion beheizt.

Das Dreifamilienhaus Ponti in Zürich-Höngg zeigt exemplarisch, wie hohe Energieeffizienz und prägnante Architektur zusammengehören und was sie bewirken können. Die drei Wohnungen sind bei minimalem Volumenanspruch raffiniert ineinander verschachtelt. Das Energiekonzept nutzt das Sonnenlicht dreifach: Neben einer hohen passiven Nutzung verfügt der Bau über eine PV-Dachanlage und fassadenintegrierte Vakuumröhrenkollektoren. Die 17.8 kWp-Photovoltaikpaneele liefern im Jahr 15‘000 kWh Solarstrom. Die 25.2 m2 Sonnenkollektoren bilden einen integralen Bestandteil der Balkonarchitektur und erzeugen 8‘700 kWh pro Jahr. Zusammen decken sie 23‘700 kWh/a oder 77% des Gesamtenergiebedarfs des Dreifamilienhauses von 30‘800 kWh/a.

Die Schollglas AG setzt mit dem Bau der Fabrikationshalle in Steg/VS neue industrielle Massstäbe: Die von der VS-Solarstrom AG auf das Dach aufgesetzte 383 kWp Photovoltaikanlage ist mit einer Fläche von 2‘580 m2 die grösste des Oberwallis und erzeugt 500‘000 kWh/a. Damit deckt sie 68% des gesamten Energiebedarfs der Industrieproduktion und des Gebäudes von 737‘500 kWh/a. Die moderne Glasfabrik stellt Dreifach-Hochleistungsisolierglas EgoVerre mit U-Werten von 0.5 bis 0.7 W/m2K für Minergie-P- und PlusEnergieBauten her. In sämtlichen Bauphasen wurden die ökologischen Aspekte berücksichtigt. Dank Bahntransport der Bau- und Betonelemente nach Steg/VS konnten 379 Lastwagenfahrten und 85 t CO2-Emissionen eingespart werden.

NORMAN FORSTER AWARD

203%-PlusEnergieBau Umwelt Arena
Die Umwelt Arena in Spreitenbach ist ein PlusEnergieBau (PEB) mit der grössten dachintegrierten Anlage der Schweiz. Mit ihren 760 kWp Leistung erzeugen die 5‘500 monokristallinen Solarzellen - 1‘000 davon spezialangefertigt - 540‘000 kWh/a Solarstrom. Die Biogas- und Solarthermie-Anlagen liefern zusätzliche 68‘700 kWh/a. Damit erzeugt die Arena mit 608‘700 kWh/a gut das Doppelte ihres Gesamtenergiebedarfs von 299‘500 kWh/a. Transparent und nachvollziehbar können sich die Besucher/innen über ein breites Spektrum an Umwelttechnologien und nachhaltiger Energienutzung informieren. Der zukunftsweisende PEB beweist für alle Gebäude des 21. Jahrhunderts vorbildlich, wie Architektur, Ästhetik und Ökologie genial umgesetzt werden können.


186%-PlusEnergieBau Wil /SG

Der siebenstöckige PlusEnergieBau (PEB) liegt am Fuss des Wiler Hofbergs. Das bestehende Einfamilienhaus wurde in verdichteter Bauweise durch ein Minergie-P-Mehrfamilienhaus (MFH) ersetzt. Auf dem Pult- und Flachdach sowie an der Fassade erzeugen sorgfältig integrierte PV-Anlagen mit 58 kWp jährlich 55‘300 kWh/a. Beim Gesamtenergiebedarf von 29‘700 kWh/a ergibt dies eine 186%-Eigenenergieversorgung (EEV). Das PEB-MFH zeigt beispielhaft, wie bestgedämmte Bauten mit sorgfältig integrierten Anlagen die zukunftsweisende Solararchitektur gestalten: Das siebengeschossige Wohn- und Geschäftshaus erzeugt fast 90% mehr Energie, als es für den Gesamtbetrieb benötigt und kann damit auch für solare und emmissionsfreie Mobilität sorgen.

177%-PEB-Sanierung Innerberg

In Sichtdistanz zum AKW Mühleberg steht in Innerberg ein 1974 erbautes Einfamilienhaus, welches bisher 60‘723 kWh/a oder rund 28.5 Liter Heizöl pro m2 konsumierte. Das Haus aus den 70er-Jahren ist bis ins Detail vorbildlich renoviert. Die neue Gebäudehülle korrigiert willkürlich eingesetzte Dachflächenfenster und integriert sie neu bündig, geordnet und beinahe unsichtbar. Die Photovoltaikelemente auf der Südseite sind fein proportioniert und passgenau eingesetzt. Sie harmonisieren in Farbe und Form mit dem übrigen Dach und geben dem Haus seinen ursprünglichen Charakter zurück. Der Einsatz neuer Technologie tritt hier angenehm dezent in den Hintergrund. Das Haus ist ein gut gestaltetes hervorragendes Beispiel in der Kategorie Bausanierungen und besitzt Vorbildcharakter. Dank optimaler Ausnutzung der gesamten Süddachfläche weist der PlusEnergieBau eine Eigenenergieversorgung von 177% auf.

PLUSENERGIEBAU
SOLARPREIS 2012

634%-PlusEnergieBau Affentranger

Der innovative Bauunternehmer Markus Affentranger nutzte die gesamte 3‘600 m2 grosse Dachfläche seines neuen Geschäftsgebäudes für die vorbildlich integrierte 546 kWp-PV-Anlage. Mit 482‘000 kWh/a erzeugt sie 10 Mal den Gesamtenergiebedarf von rund 47‘000 kWh/a. Der Mehrzweckbau enthält zwei Wohnungen, Sozialräume und beheizte Hallen. Die anrechenbare PV-Fläche von (bloss) 337 kWp erzeugt rund 297‘000 kWh/a, woraus eine Eigenenergieversorgung von 634% resultiert. Zusammen mit dem alten Geschäftsbau Chrüzmatte beträgt die installierte Leistung 784 kWp mit einer Jahreserzeugung von 712‘000 kWh. Die Stromüberschüsse sollen zur Herstellung von Wasserstoff genutzt werden, um fossile Brennstoffe der Baumaschinen zu substituieren.

270%-PlusEnergieBau Sanierung Gössi

Das 32-jährige Einfamilienhaus der Familie Gössi ist dank einer umfassenden Erneuerung und einer fast 90 m2 grossen PV-Anlage zum Kraftwerk geworden. Die 13.2 kWp Anlage mit monokristallinen Zellen ist einwandfrei ins Südostdach integriert und verleiht dem Haus einen neuen, modernen Charakter. Im ersten Betriebsjahr hat die Photovoltaikanlage gut 13‘400 kWh Strom produziert. Diesem Ertrag steht ein Energiebedarf von 4‘950 kWh/a für das Minergie-P zertifizierte Haus gegenüber. Dank der Photovoltaikanlage erreicht der PlusEnergie-Bau einen Deckungsgrad von 270%. An diesem typischen Repräsentanten seiner Zeit wird aufgezeigt, dass auch kleine Gebäude einen erheblichen Beitrag zur Energiewende leisten können.

181%-PlusEnergieBau MFH Setz
Die Setz Architektur in Rupperswil nutzt die positiven energie- und betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten eines PlusEnergieBaus (PEB) vorbildlich: Das Minergie-P-ECO-MFH weist aufgrund der 8 kW Erdsonden-Wärmepumpe einen geringen Endenergie-Wärmebedarf auf und benötigt insgesamt bloss 11‘300 kWh/a. Die 20 kWp PV-Anlage auf dem Hausdach erzeugt 20‘400 kWh/a und damit einen Stromüberschuss von 9‘100 kWh/a. Dank der Eigenenergieversorgung von 181% können die Mieter/-innen mit einem Renault, der ihnen als gemeinsames Elektromobil zur Verfügung steht, jährlich 60‘000 km emissionsfrei fahren. Der weder für die Wohnungen noch für die Mobilität benötigte Strom fliesst als Solarstromüberschuss ins öffentliche Netz.

Kategorie Anlagen

Der weltweit erste Solarskilift steht in Tenna/GR. 2011 wurde der ausgediente Skilift durch eine Kombination aus Lift und Solarkraftwerk ersetzt. Mit der installierten Leistung von 60.3 kWp erzeugen die Zellen 90‘000 kWh/a Strom und damit etwa 12 Mal so viel Solarstrom, wie der emissionsfrei betriebene Skilift benötigt. Damit senkt der Solarlift jährlich 48.1 Tonnen CO2-Emissionen. Tennas Sonnenstunden, die automatische Nachführung der Panels sowie die Schneeabwurfstellung ermöglichen eine optimale Nutzung des Sonnenlichts. Durch die Erneuerung der bestehenden Infrastruktur und Integration der Solaranlage ohne Grünfläche oder Kulturland zu beanspruchen, weist die Genossenschaft Skilift Tenna den Weg in die solare Zukunft des Wintertourismus.

Die grösste Photovoltaik-Anlage der Schweiz wurde von den Services Industriels de Genève (SIG) in Zusammenarbeit mit Palexpo auf den Dächern der Palexpo-Hallen installiert. Die Dächer der Palexpo-Hallen mussten verstärkt werden, um das Gewicht der Solarmodule tragen zu können und der Preis pro erzeugte kWh sollte nicht mehr als 34 Rappen betragen. Die Anlage wurde von der belgischen Derbigum Energies so konstruiert, dass sie bloss aufgesetzt und ohne Verschraubungen auf dem Dach fixiert ist. Auf vier Hallendächern konnten 30‘000 m2 von einer Gesamtfläche von 60'000 m2 genutzt werden. Mit einer Leistung von 4.2 MWp und einer Jahresproduktion von 4.2 GWh liefert die Anlage 21% des gesamten Energiebedarfs des Gebäudes von 19.5 GWh/a. All dies zu einem Gestehungspreis von nur 30 Rp/kWh.

In der höchstgelegenen Molkerei Europas findet die Verarbeitung der Milch teilweise mit Solardampf statt. Die 115 m2 parabolrinnenförmigen Hochtemperatur-Kollektoren auf dem Dach der Lataria Engiadinaisa (LESA) in Bever/GR erzeugen 60‘000 kWh/a Wärme. Damit leisten sie 6% der für die Milchverarbeitung benötigten 1'050‘000 kWh/a. Die LESA erzeugte bisher den Dampf mit fossilen Brennstoffen. Mit der Inbetriebnahme der solaren Dachanlage werden jährlich 7000 Liter Heizöl und 21 Tonnen CO2-Emissionen beispielhaft reduziert. Mit ihrem Solarkraftwerk verdeutlichen das ewz und die Lataria, dass industrielle Prozesse auch unter extremen Bedingungen durch erneuerbare Energien unterstützt und der CO2-Ausstoss gesenkt werden kann.

Auf dem Dach der Coop Grossbäckerei und Verteilzentrale in Gossau/SG erzeugt eine 630 kWp-Photovoltaikanlage jährlich rund 638‘500 kWh. Die 900 kW starke Holzschnitzelheizung liefert jährlich 3.5 GWh umweltschonende Wärme der benötigten 6 GWh/a zur Beheizung der Backöfen und der Verteilzentrale. Sie ersetzt 60% der zuvor eingesetzten Gas/Öl-Menge zur Befeuerung. Der CO2-Ausstoss wird jährlich um 1‘050 Tonnen oder 60% reduziert. Das Solarkraftwerk und die Holzschnitzelheizung decken mit 4.1 GWh/a insgesamt 32% des Gesamtenergiebedarfs der Grossbäckerei und der Verteilzentrale von 13 GWh/a.

Salzgeber Holzbau
erstellte 2011 das Geschäftsgebäude A mit einer 609 m2 grossen solarthermischen Dach- und Fassadenanlage. Sie liefert Wärme für die Heizung des Gebäudes, die Trocknung des Holz- und Schnitzellagers und das Fernwärmenetz. Vier Speicher und zwei Wärmepumpen decken den Spitzenbedarf ab. Die Sonnenkollektoren erzeugen mit rund 543‘000 kWh/a das Fünffache des Gesamtenergiebedarfs von 105‘000 kWh/a. An kalten Tagen versorgt die 0,9 MWSchnitzelheizung im Nebengebäude B das Fernwärmenetz S-chanf, welches die Firma Salzgeber baut, betreibt und vorfinanziert. Das Fernwärmenetz Salzgeber ist eine beispielhafte Initiative, erneuerbare Energiequellen für die Wärmeproduktion einer Gemeinde einzusetzen.

Text: Solaragentur, Zusammenstellung: ee-news.ch

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