Deutschlandweite Entwicklung der Stromunterbrechungen seit 2016. Trotz eines Anteils der erneuerbaren Energien von 50 Prozent an der Stromversorgung erreichte durchschnittliche Dauer der Unterbrechungen ein historisches Tief. ©Bild: BNetzA

Keine Angst vor Blackout durch Erneuerbare: Dauer der Stromunterbrechungen in Deutschland lag 2019 fast zwei Minuten unter der des Vorjahrs

(ee-news.ch) Die deutsche Bundesnetzagentur hat die Zahlen zu den Unterbrechungen der Stromversorgung für 2019 veröffentlicht. Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher sank im Vergleich zum Vorjahreswert um 1.71 Minuten auf 12.20 Minuten. Dies ist die bisher geringste Ausfallzeit seit der ersten Veröffentlichung aus dem Jahr 2006. „Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität“, kommentiert Jochen Homann, Präsident der deutschen Bundesnetzagentur.


Betreiber von Energieversorgungsnetzen berichten der deutschen Bundesnetzagentur jährlich über alle in ihren Netzen aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern. Der jeweilige Bericht enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmass und Ursache der Versorgungsunterbrechungen.

159827 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung
Aus allen ungeplanten Unterbrechungen, die nicht auf Ereignisse der höheren Gewalt zurückzuführen sind, ermittelt die deutsche Bundesnetzagentur den sogenannten System Averge Interruption Duration Index (Saidienwg), der die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen Letztverbraucher und Spannungsebene innerhalb eines Kalenderjahres widerspiegelt. Für das Jahr 2019 haben 859 Netzbetreiber insgesamt 159‘827 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung übermittelt. Auch die Anzahl der Versorgungsunterbrechungen stellt den geringsten Wert seit Beginn der Erhebung dar.

Ausfallauswirkungen in der Mittelspannung nehmen weiter ab
Die Auswirkungen von Ausfallzeiten im Verteilnetz haben bei allen ungeplanten Störungsanlässen abgenommen. Hierzu zählen u. a. Ursachen aus vorgelagerten Netzen der Mittelspannung oder die sogenannten „atmosphärischen Einwirkungen“. Hierunter fallen beispielsweise Stürme, Hochwasser oder Schnee. Wie in den Jahren zuvor ist neben dem Saidiesnwg je Bundesland ebenfalls wieder eine anonymisierte Liste der einzelnen Versorgungsunterbrechungen veröffentlicht.

Angst vor Blackout unbegründet
„Das ist ein gutes Zeichen für den Strommarkt, der immer mehr auf den erneuerbaren Energien fusst“, kommentiert Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des deutschen Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE) die veröffentlichten Daten. Sie zeigten, dass eine Angst vor einem Blackout unbegründet sei. „Das Vertrauen in die erneuerbaren Energien als zentrale und tragende Säule des Systems ist damit absolut berechtigt“, so Axthelm.

Im bisherigen Jahr lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bei etwa 50 Prozent, damit nahmen sie den grössten Anteil ein. „Die klimafreundlichen Technologien sind also durchaus fähig, das Stromsystem stabil zu tragen und der steigende Anteil dezentraler Stromerzeugung kein Hindernis für die Versorgung. Es beweist auch: Fossile und atomare Energieträger sind überholt“, so Axthelm weiter. Das müsse als Aufbruchssignal gewertet werden, die Energiewende mutig voranzutreiben. „Jetzt muss es einen Schritt weiter gehen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz können dazu beitragen, das Stromsystem auf Basis erneuerbarer Energien zukunftsfähig zu gestalten und der Energiewende den dringend notwendigen Schwung zu geben“, so Axthelm abschliessend.

Text: ee-news.ch, Quellen Deutsche Bundesnetzagentur (BNetzA) und Deutscher Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE)

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1 Kommentare

Max Blatter

"Mein" Stromversorger schreibt im Geschäftsbericht 2019 sogar:

" ... sodass die AEW im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Ausfallszeit pro Kunde im Jahr
von unter 10 Min. erreichte (Durchschnitt
Schweiz: rund 20 Min.)"

Negativ zu vermerken: Auch die AEW Energie AG vergisst in ihrem Bericht die Kundinnen!
Positiv zu vermerken: Die allgemein hervorragende Zuverlässigkeit der Energienetze!
Stoßseufzer: Wenn nur die Telekommunikationsnetze auch so zuverlässig wären ...

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