An der Tagung wurde ein Impulspapier zur Nutzung der Geothermie für die Wärmewende veröffentlicht. Zudem wurden die Patricius-Medaille und der Nachwuchswissenschaftlerpreis verliehen. ©Bild: BVG

Geothermiekongress 2019: Die Geothermie hat an Dynamik gewonnen, aber es gibt noch viel Luft nach oben

(ee-news.ch) Vom 19. bis 21. November fand in München der Geothermiekongress 2019 statt. „Über 180 Vorträge, Workshops und Exkursionen mit mehr als 750 Besuchern zeigen, wie gross das Interesse an Geothermie ist“, sagt Erwin Knapek, Präsident des deutschen Bundesverbands Geothermie. „Die Geothermie hat deutlich an Dynamik gewonnen, aber da ist noch viel Luft nach oben.“


Die Politik müsse Geothermie endlich als die Chance wahrnehmen, die sie tatsächlich darstelle: eine lokale, wetter- und jahreszeitunabhängige und dauerhaft verfügbare Energie, die für die Wärmewende, aber auch Strom oder Kälte genutzt werden könne, fährt Knapek fort. An der Tagung wurde ein Impulspapier zur Nutzung der Geothermie für die Wärmewende veröffentlicht. Zudem wurden die Patricius-Medaille und der Nachwuchswissenschaftlerpreis verliehen.

Impulspapier Tiefe Geothermie
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der deutsche Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) und der Bundesverband Geothermie (BVG) haben ein gemeinsames Impulspapier vorgestellt. Darin bekennen sich die vier Verbände zu der Zielsetzung, den Ausbau geothermisch bespeister Wärmenetze zu forcieren.

Hierzu empfehlen sie die Weiterentwicklung der Fördermassnahmen (u. a. im KWKG, EEG sowie im MAP) sowie eine verbesserte Absicherung geothermischer Projekte in der Anfangsphase der Investition. Darüber hinaus werden konkrete Vorschläge zum systematischen bzw. strategischen Ausbau der Tiefengeothermie sowie zur Behebung von Informationsdefiziten gemacht (Link siehe unten).

Verleihung der Patricius-Medaille
In diesem Jahr wurde Frank Kabus die Patricius-Medaille für seine langjährigen Arbeiten bei der Realisierung von geothermischen Anlagen, die sich laut BVG durchweg durch lange Betriebszeiten ausgezeichnen, verliehen. Auf Frank Kabus seien ingenieurstechnische Lösungen von besonderen Herausforderungen beispielsweise mit heissen salzhaltigen oder gasführenden Fluiden bei der Einbindung von Komponenten geothermischer Anlagen auf der Erdoberfläche zurückzuführen. Er habe damit verfahrenstechnische Pionierarbeit bei weit sichtbaren Vorhaben in der Deutschland geleistet. Insbesondere seien seine Entwicklungen von technologischen Anlagen, wie z. B. das Heizwerk in Neustadt-Glewe oder die Wärme- und Kältespeicherung der Parlamentsbauten in Berlin, hervorzuheben, für die er federführend verantwortlich war.

Nachwuchswissenschaftlerpreis für Analysetool
Der Nachwuchswissenschaftlerpreis geht an Lars Yström. Die Auszeichnung wird für seine zukunftsweisenden Leistungen im Bereich der Geothermometrie und der Reservoir-Charakterisierung verliehen. Lars Yström habe ein innovatives Analysetool programmiert, das eine statistische Auswertung und Sensitivitätsanalysen in der Multikomponenten-Geothermometrie ermögliche. Seine Arbeit bilde eine wichtige Grundlage für deren intensivere Nutzung in Exploration und zu verbesserter Bestimmung der ungestörten Reservoirtemperatur.


Impulspapier: Voraussetzungen für eine Beschleunigung der Wärmewende und effizienten Klimaschutz durch die Nutzung von Geothermie in Fernwärmenetzen >>

Text: ee-news.ch, Quelle: Bundesverband Geothermie e. V. (BVG)

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