Die Nordsee-Energiekooperation (NSEC) ist ein regionales Forum der Energiezusammenarbeit aktuell zwischen Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und Schweden.

Nordsee-Anrainerstaaten: Fordern europäische Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit bei der Offshore-Windenergie

(ee-news.ch) BeimMinistertreffen der Nordsee-Energiekooperation (NSEC)[1] waren sich die Ministerinnen und Minister für Energie und die EU-Kommissarin für Energie über die Schlüsselrolle der Offshore-Windenergie zur Erreichung der Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien und der Klimaziele Europas bis 2050 einig. Das enorme Potenzial der Nordsee könnte wesentlich zu einer stärkeren Nutzung von Offshore-Windenergie beitragen. Insbesondere könnte die beschleunigte Umsetzung von grenzüberschreitenden Offshore-Windprojekten mit einer Vernetzung von Nordsee-Anrainerstaaten (gemeinsame und hybride Projekte) das Potenzial für eine effiziente Nutzung von Offshore-Windenergie freisetzen.


Im Ergebnis werden Kosten gesenkt und der Bedarf an Flächen für Offshore-Entwicklungen verringert sowie der Stromhandel, das Wachstum der Industrie und die Beschäftigung in der Region gefördert. All dies trägt zur Erholung der europäischen Wirtschaft bei.

Gemeinsame Erklärung
In einer gemeinsamen Erklärung stimmen die Ministerinnen und Minister für Energie und die EU-Kommissarin für Energie überein, dass bestehende Hindernisse abgebaut werden sollten, um die beschleunigte Umsetzung von multinationalen hybriden Offshore-Windenergieprojekten sowie weiterer relevanter Projekte zu erleichtern. Die Kommission wird dazu aufgerufen, Rahmenbedingungen auf EU-Ebene (enabling framework) zu erarbeiten, die EU-Leitlinien für die Mitgliedstaaten zur Umsetzung von grenzüberschreitenden Projekten, angemessene Strommarktregeln sowie eine verbesserte und effiziente EU-Finanzierung umfassen.

Der potenzielle europäische Beitrag von Offshore-Windenergie bis 2050 beläuft sich auf mehr als das Zehnfache der aktuellen installierten Leistung von 22 GW. Dafür müsste die jährliche Zuwachsrate der installierten Leistung von derzeit 3 GW in den kommenden Jahren beträchtlich erhöht werden.

Hindernisse beseitigen
Es gibt jedoch Hindernisse auf dem Weg zur Umsetzung gemeinsamer und hybrider Projekte. Dazu zählen unterschiedliche Bestimmungen der Länder zur Nutzung des Meeresbodens, ein grosser Koordinierungsaufwand für die Umsetzung gemeinsamer und hybrider Projekte, eine möglicherweise unausgewogene Verteilung von Kosten und Nutzen auf die beteiligten Mitgliedstaaten sowie rivalisierende Interessen hinsichtlich der Nutzung knapper Offshore-Flächen für Infrastruktur für Offshore-Windenergie einerseits und Handel zwischen den Ländern andererseits.

Wichtige Themen, die im Rahmen einer verstärkten Koordinierung in Angriff genommen werden müssen, sind die Gestaltung und Terminierung von Offshore-Wind-Ausschreibungen und Methodiken zur Bewertung der Verteilung von Kosten und Nutzen der gemeinsamen und hybriden Projekte. Die Ministerinnen und Minister und die EU-Kommissarin vereinbarten ausserdem, ihre Koordinierung bezüglich Offshore-Netzplanung und Onshore-Netzanbindungen von Offshore-Windparks zu verbessern. Darüber hinaus vereinbarten sie eine Verbesserung der Koordinierung von maritimer Raumplanung und Offshore-Netzplanung, um die gemeinsamen Bestrebungen hinsichtlich des Ausbaus von Offshore-Windenergie in der Region voranzutreiben.

Arbeitsprogramm für die zweite Jahreshälfte
Die Ministerinnen und Minister und die EU-Kommissarin baten die Arbeitsgruppen darum, ihre Arbeit fortzusetzen und die Fortschritte beim nächsten Ministertreffen vorzustellen. In der zweiten Jahreshälfte liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf einer Weiterentwicklung konkreter Vorschläge für hybride Projekte, maritimer Raumplanung und Offshore-Netzplanung sowie einer langfristigen Vision für die Rolle von Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Offshore-Bereich bis 2050 einschliesslich der Rolle von Wasserstoff.

Die Ministerinnen und Minister sehen den geplanten Initiativen auf EU-Ebene im Rahmen des European Green Deals mit grossen Erwartungen entgegen, insbesondere der für Herbst 2020 vorgesehenen Strategie der EU zur Offshore-Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EU Offshore Renewable Energy Strategy). Das nächste Treffen der Ministerinnen und Minister und der EU-Kommissarin im Rahmen der Nordsee-Energiekooperation findet im Dezember 2020 statt.

[1] Bei der Nordsee-Energiekooperation (NSEC) handelt es sich um ein regionales Forum der Energiezusammenarbeit aktuell zwischen Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und Schweden zur Erleichterung der Integration grosser Mengen von Offshore-Windenergie in die europäischen Energiemärkte sowie einer besser abgestimmten Offshore-Netzentwicklung.

Text: ee-news.ch, Quelle: Deutsches Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

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