Tagsüber, wenn nur ein Bus im Betriebshof nachlädt, wird mit voller Leistung geladen und nachts, wenn alle Busse zeitglich im Betriebshof sind, mit einer bis auf ein Drittel reduzierten Leistung. ©Bild: The Mobility House

Elektrobusse: Verkehrsunternehmen RNV erzielt Kosteneinsparungen durch intelligentes Laden

(ee-news.ch) In Heidelberg und Mannheim sind beim Unternehmen Rhein-Neckar-Verkehr (rnv) die ersten rein elektrischen Stadtbusse im Alltagseinsatz. Für das Laden der 243 Kilowattstunden fassenden Batterien der neuen Mercedes‑Benz eCitaro steuert The Mobility House aus München das entsprechende Lade- und Energiemanagement-System Charge Pilot bei.


Mehr als 200 Kilometer legen die Elektrobusse auf ihren täglichen Fahrten zurück. Die Linien 66 und 67 werden vollelektrisch betrieben und bedienen in Mannheim das neu entstehende Benjamin-Franklin-Village im 20-Minuten-Takt.

Tagsüber schnell laden
The Mobility House hat das herstellerunabhängige Lade- und Energiemanagement-System Charge ilot gemeinsam mit Evo Bus und dem Ladestationshersteller Heliox den Vorgaben und Gegebenheiten der rnv angepasst. Zum Beispiel ist gewünscht, dass die Elektrobusse tagsüber während der Betriebspausen schnelle Zwischenladungen erhalten. Die Ladung erfolgt über den auch im Elektro-Pkw-Bereich gängigen CCS-Standard mit bis zu 150 Kilowatt Leistung. Wohingegen nachts ausreichend Zeit ist, um die Busse mit reduzierter Ladeleistung zu laden.

Reduzierung der Spitzenlast spart Kosten
Mit Charge Pilot könne die rnv die für die Elektrobusse nötige Energie zu möglichst geringen Kosten beziehen. Denn das System vermeide hohe Spitzenlasten, so The Mobility House. Ohne ein solches System lägen diese bei bis zu 450 kW. Charge Pilot erlaube jedoch eine Reduktion der Spitzenlast auf 300 kW, ohne dass dies Einfluss auf den Fahrbetrieb habe. Nach Angaben von The Mobility House spart das System der rnv bereits bei nur drei elektrischen Bussen rund 14‘000 Euro im Jahr. Über die Monitoring-Funktion des Systems könnten die Ladevorgänge über einen Internetbrowser überwacht werden. Auch statistische Auswertungen liessen sich dort anzeigen und herunterladen. Überwacht werde das System 24/7 und bei Bedarf können die Mitarbeiter in München persönlich weiterhelfen.

rnv berichtet, dass sich durch das Lade- und Energiemanagement-System die benötigte Anschlussleistung für die Elektrobusse gut steuern lässt. So können die Busse tagsüber, wenn nur ein Bus im Betriebshof nachlädt, mit voller Leistung und nachts, wenn alle Busse zeitglich im Betriebshof sind, mit einer bis auf ein Drittel reduzierten Leistung nachladen. Eine Vorkonditionierung der Busse über das Ladekabel sei ebenfalls im System vorgesehen: Batterie und Innenraum werden je nach Jahreszeit entsprechend vortemperiert. Dies bringe insbesondere an besonders kalten oder heissen Tagen einen erheblichen Reichweitenvorteil und steigere den Fahrgastkomfort.

Text: ee-news.ch, Quelle: The Mobility House

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