Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung für die neue Phase 2021 bis 2030 verpflichten sich alle Akteure, die Energieeffizienz weiter zu steigern und den Umstieg auf erneuerbare Energien voranzutreiben. ©Bild: BFE

BFE: Öffentliche Energievorbilder engagieren sich mit ambitionierten Zielen für den Klimaschutz

(BFE) Die zivile Bundesverwaltung, das VBS sowie 13 weitere Akteure der Initiative Vorbild Energie und Klima gehen als Vorreiter voran: Bis 2030 werden sie die Energieeffizienz weiter steigern und die erneuerbaren Energien ausbauen. Die Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga (UVEK) und Viola Amherd (VBS) haben am 19. Oktober auf dem Waffenplatz Thun gemeinsam mit den Akteuren die zweite Phase der Initiative Vorbild Energie und Klima eingeläutet. Die Initiative trägt zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 und zur Erreichung des Klimaziels Netto-Null bis 2050 bei. Ein neues Handlungsfeld in der zweiten Phase sind die klimaverträglichen Finanzflüsse, denn die Investitionsentscheide von heute sind mitentscheidend, wie viele Treibhausgase in Zukunft emittiert werden. (Article en français >>)


In der Initiative Vorbild Energie und Klima haben sich während der ersten Phase von 2013 bis 2020 zehn Akteure – die Post, ETH-Bereich, Genève Aéroport, SBB, SIG, Skyguide, Suva, Swisscom, VBS und die zivile Bundesverwaltung – zusammengeschlossen, um ihre Energieeffizienz zu erhöhen und die Verwendung erneuerbarer Energien zu fördern. Für die neue Phase von 2021 bis 2030 haben sich fünf weitere Akteure – PostFinance, PostAuto, die SRG, die Flughafen Zürich AG und die Ruag Mro Holding AG – für die Initiative verpflichtet. Der Energieverbrauch aller Akteure macht mehr als 2.5 Prozent des Schweizerischen Gesamtenergieverbrauchs aus.

Ambitionierte Ziele definiert für neue Phase 2021 bis 2030
Am Startanlass vom 19. Oktober 2021 haben die Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga und Viola Amherd sowie die Direktoren und CEOs der Akteure die Absichtserklärung für die neue Phase 2021 bis 2030 unterzeichnet. Damit verpflichten sich alle Akteure, die Energieeffizienz weiter zu steigern und den Umstieg auf erneuerbare Energien voranzutreiben. Sie werden 15 gemeinsame Massnahmen in den Bereichen Management, Beschaffung und Betrieb umsetzen und zahlreiche individuelle, auf die Akteure zugeschnittene Massnahmen realisieren. Für die Energieeffizienz, die ökologische Stromproduktion sowie den Anteil an erneuerbarer Wärme respektive Kälte und Treibstoffe haben die Akteure ambitionierte, individuelle Ziele bis 2026 bzw. 2030 festgelegt. Der Anteil an erneuerbarem Strom soll bei allen bis spätestens 2026 auf 100 Prozent steigen.

Energieziele in der ersten Phase übertroffen
Die Bilanz der ersten Phase ist äusserst positiv. Von 2013 bis 2020 steigerten die zehn Akteure ihre Energieeffizienz im Vergleich zum Basisjahr 2006 um 31.1 Prozent. Das gemeinsame Ziel, die Energieeffizienz um 25 Prozent zu erhöhen, haben sie bereits 2015 erreicht. Ihren Anteil an erneuerbaren Energien – inklusive Strom – steigerten sie von ursprünglich 35.5 auf 60.2 Prozent. Der Strom stammt bereits jetzt beinahe zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Das zeigt der im Juni 2021 publizierte Bericht zur ersten Phase 2013–2020. Diese Fortschritte waren möglich dank 39 gemeinsamen und 117 spezifischen Massnahmen. Darunter etwa die mit dem Watt d’Or ausgezeichneten Projekte: Das Anergienetz der ETH Zürich sowie das mit Regenwasser gekühlte Rechenzentrum der Swisscom, dessen Abwärme eine ganze Nachbarschaft heizt. Weitere Beispiele von Massnahmen waren die Umstellung der Hälfte der Postzustellfahrzeuge auf umweltfreundliche Antriebe oder das optimierte Anflugmanagement der Skyguide für den Flughafen Zürich.

Fachforen: Nachhaltig bauen und klimaverträglich investieren
Nach dem feierlichen Start am Vormittag bot der Startanlass vom 19. Oktober 2021 den Energie- und Klimafachpersonen drei Fachforen, in denen sie sich zu nachhaltigem Bauen und klimaverträglichem Investieren austauschen konnten. Ein neues Handlungsfeld der Initiative für die Phase bis 2030 sind die klimaverträglichen Finanzflüsse, denn die Investitionsentscheide von heute sind mitentscheidend, wie viele Treibhausgase in Zukunft emittiert werden. Immer mehr Versicherungen, Pensionskassen, Banken und Vermögensverwaltende testen ihre Portfolien im Rahmen des freiwilligen Pacta-Klimatests des BAFU (Pacta steht für Paris Agreement Capital Transition Assessment). Die nächste Testrunde für den Finanzplatz Schweiz findet 2022 statt.

Gemeinsame Fortschritte und Sichtbarkeit der Massnahmen
Mit klaren Zielen, Massnahmen, dem Controlling und dem gemeinsamen Austausch bietet die Initiative den Akteuren einen unterstützenden Rahmen für Fortschritte im Klima- und Energiebereich und sorgt für Sichtbarkeit und Akzeptanz der Massnahmen. Die Akteure gehen als Vorbild voran und zeigen anhand guter Beispiele und mit praxistauglichen Hilfsmitteln, wie das Ziel einer klimaneutralen Schweiz erreicht werden kann. Der Beitritt der fünf neuen Akteure und das Interesse weiterer Unternehmen und Organisationen zeigen, dass die Initiative das Bedürfnis nach einem strukturierten Rahmen und einem aktiven Netzwerk für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 gut abdeckt.

Über die Initiative Vorbild Energie und Klima
Die Initiative ist eine Massnahme der Energiestrategie 2050 und richtet sich an die wichtigsten Schweizer Anbieter von öffentlich relevanten Dienstleistungen, die im Bereich Energie und Klima innovativ und vorbildlich handeln wollen, indem sie ihre Energieeffizienz steigern und den Umstieg auf erneuerbare Energien fördern. Die Akteure leisten damit ihren Beitrag zur Umsetzung des Pariser Übereinkommens von 2015. Dieses hat zum Ziel, die weltweite Klimaerwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und einen maximalen Temperaturanstieg von 1.5 Grad Celsius anzustreben.

Vorbild Energie und Klima >>

Bericht zur ersten Phase 2013-2020 von Vorbild Energie und Klima >>

Broschüre «Auf Kurs fürs Klima – die Initiative kurz erklärt» >>

Das Übereinkommen von Paris >>

Text: Bundesamt für Energie (BFE)

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