Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit und des aktuellen Ölpreisverfalls wird ABB keinen Ausblick mehr für das Geschäftsjahr 2020 geben.

ABB: Keine Prognosen für Geschäftsjahr 2020 aufgrund COVID-19 – insbesondere unsichere Investitionsaussichten für Öl- und Gasindustrie

(PM) Der am 5. Februar 2020 veröffentlichte Ausblick der ABB hat die Auswirkungen durch das Coronavirus nicht berücksichtigt, da sich der Ausbruch zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen noch auf China beschränkte. Aufgrund der Pandemie, und noch verschärft durch einen schwächelnden Ölpreis, haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ABB inzwischen verschlechtert.


Die Lage in China hat sich dank der intensiven Bemühungen der chinesischen Regierung im Februar stabilisiert. Der Betrieb an den drei wichtigsten Produktionsstandorten von ABB in Shanghai, Peking und Xiamen läuft im Wesentlichen wieder normal. Die rückläufige Kundennachfrage in China, dem zweitgrössten Markt von ABB, wird sich auf die Ergebnisse des ersten Quartals auswirken; das Geschäft verzeichnet hier jedoch in der Zwischenzeit eine teilweise Erholung. Parallel dazu hat sich COVID-19 im März sehr schnell in der westlichen Hemisphäre ausgebreitet. Regierungen und Kunden haben deshalb Massnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen, die weltweit für deutliche wirtschaftliche Einschnitte sorgen.

Auswirkung Q1 2020 mit minus 20%
Die genauen Einflüsse der COVID-19-Pandemie auf die Ergebnisse des ersten Quartals von ABB lassen sich derzeit noch nicht bestimmen. ABB geht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch für alle Geschäftsbereiche von einem Umsatzrückgang aus. Gleichzeitig wird der Auftragseingang voraussichtlich weniger stark betroffen sein. Besonders herausfordernd bleibt die Lage für den Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation, der bereits zuvor mit einem schwierigen Marktumfeld im Automobilsektor zu kämpfen hatte. Für diesen Geschäftsbereich erwartet der Konzern im ersten Quartal bei Auftragseingang und Umsatz einen Rückgang von über 20 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Für alle Geschäftsbereiche von ABB wird bedingt durch geringere Volumen zudem ein Rückgang der operativen EBITA-Margen erwartet, der zum Teil durch unternehmensinterne Effizienzmassnahmen abgefedert werden kann. Die Umsetzung dieser Massnahmen zur Abfederung der Entwicklung werden unterstützt durch das neue ABB-Betriebssystem (ABB-OS). Gleichzeitig intensiviert das Unternehmen seine Effizienzmassnahmen und reduziert aktiv alle nicht wesentlichen Kosten. Dabei konzentrieren sich alle Geschäftsbereiche von ABB darauf, ihre Kunden weiter zu bedienen und den Cashflow zu sichern.

Ausblick 2020
Alle Geschäftsbereiche beobachten laufend die aktuellen und allfällige künftige Auswirkungen der Pandemie. In der Mehrzahl der Produktionsanlagen von ABB läuft der Betrieb derzeit noch vollumfänglich oder teilweise. Auch die Auswirkungen auf die Lieferkette waren bislang minimal. ABB erwartet jedoch, dass die Pandemie weltweit auch weiterhin Auswirkungen haben wird, so dass es unter Umständen zu Unterbrüchen im Produktionsnetzwerk oder weiteren Rückgängen bei Produktnachfrage sowie dem Projekt- und Servicegeschäft kommen kann.

Unsichere Investitionsaussichten in der Öl- und Gasindustrie
Zusätzlich zur Marktschwäche im kurzzyklischen Geschäft, von der alle Geschäftsbereiche betroffen sind, geht der Konzern davon aus, dass das Projektgeschäft durch unsichere Investitionsaussichten in der Öl- und Gasindustrie und ein rückläufiges Kreuzschifffahrtsgeschäft beeinträchtigt wird. Die Entwicklung bei Verkehrsprojekten verläuft dagegen stabiler. Zudem bleiben die Aussichten für bestimmte wachstumsstarke Bereiche, wie etwa Rechenzentren, nach wie vor solide. Das System- und Servicegeschäft leidet unter den Reisebeschränkungen für die Vertriebs- und Serviceingenieure.

ABB beschleunigt und erweitert ihre Vorkehrungen zur Kostenoptimierung in Vorbereitung auf ein voraussichtlich schwieriges zweites Quartal. Im Mittelpunkt stehen dabei Kapazitätsanpassungen vor dem Hintergrund der rückläufigen Nachfrage.

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit und des aktuellen Ölpreisverfalls wird ABB keinen Ausblick mehr für das Geschäftsjahr 2020 geben.

Text: ABB

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