Eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern des BWE hat ergeben, dass derzeit Projekte im Gesamtumfang von rund 7000 MW blockiert sind. Davon entfallen rund 4800 MW auf Blockaden durch militärische Hemmnisse. ©Bild: BWE

Deutschland: Flächenpotentiale entfesseln für Windenergie – aktualisierte Regelungen für Radar und Drehfunkfeuer nötig

(BWE) Radaranlagen und Drehfunkfeuer stehen dem schnellen Ausbau der Windenergie in Deutschland im Weg. Nicht mehr zeitgemässe Technologie und zu grosszügige Abstandsregelungen blockieren aktuell bis zu 7000 Megawatt Leistung. Hier liegt grosses Potential für einen schnellen Aufwuchs der Windenergie. Das zeigt eine neue Umfrage unter den Mitgliedern des Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE).


„Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat in seiner Eröffnungsbilanz die richtigen Akzente gesetzt – der Zubau der Windenergie muss deutlich beschleunigt werden. Dazu ist es unerlässlich, zusätzliche Flächen für die Windenergie freizugeben. Wir benötigen hier mindestens zwei Prozent Fläche je Bundesland, um die Klimaziele der Bundesregierung noch erreichen zu können. Priorität muss in einem ersten Schritt haben, bereits ausgewiesene Flächen zu nutzen. Die Konflikte zu Bundeswehr und Flugsicherheit lassen sich schnell lösen“, kommentiert Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie e.V..

64% durch militärische Belange blockiert
Eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern des BWE hat ergeben, dass derzeit Projekte im Gesamtumfang von rund 7000 MW blockiert sind. Davon entfallen rund 4800 MW auf Blockaden durch militärische Hemmnisse. Dies stellt eine deutliche Zunahme gegenüber dem Jahr 2019 (letzte Durchführung der Studie, damals: 3600 MW blockiert) dar. 64 Prozent der durch militärische Belange blockierten Projekten befinden sich auf planerisch für die Windenergie ausgewiesenen Flächen. Von den durch Drehfunkfeuer blockierten Projekten gilt dies sogar für fast 68 Prozent.

Deutlich über den international üblichen Standards
Um Wetterradare und Drehfunkfeuer herum gelten Prüfbereiche, die aufgrund ihrer Umfänge in der Regel selbst auf solchen Flächen, die zur Nutzung für die Windenergie ausgewiesen sind, zu einer vollständigen Blockade der Projekte führen. Mit Radien zwischen 10 und 15 km liegt Deutschland dabei deutlich über den international üblichen Standards. Zum Vergleich: In Spanien gilt nur ein Radius von drei Kilometern.

Low Hanging Fruits
„Besonders in den planerisch klar ausgewiesenen Gebieten muss es eine schnelle Klärung geben. Kurzfristig lassen sich hier zwischen 4 und 5 GW Leistung zusätzlich ermöglichen. Dafür ist die direkte Abstimmung zwischen den beteiligten Ministerien Verkehr, Verteidigung und Wirtschaft vonnöten. Dabei handelt es sich um „Low Hanging Fruits“, mit denen die Energiewende schnell auf Kurs bringen kann. Wenn es gelingt, auch innerhalb der Prüfbereiche pragmatische Lösungen zur Umsetzung von Windenergieprojekten zu finden, lässt sich diese Zahl weiter erhöhen“, so Hermann Albers weiter.

Text: Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)

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