Sensoren bilden die Basis der Smart City und erfassen Daten aller Art wie Verkehrsaufkommen, freie Parkplätze, Umweltdaten wie Temperatur, Feinstaub oder Schnee, Wassermengen und Lärm. Bild: A. Rubin/EKZ

Alle Daten fliessen auf einer Plattform zusammen, werden ausgewertet und visualisiert. Über eine Smart-City-App werden sie auch unterwegs nutzbar. Bild: A. Rubin/EKZ

EKZ testet auch unterschiedliche Bezahllösungen beim Stromtanken. Bild: A. Rubin/EKZ

Der Multifunktionsmast beim Eingang auf die Insel sorgt für Licht, WLAN, liefert Umweltdaten und Strom für Elektroautos. Er beherbergt einen Drohnenlandeplatz. Bild: A. Rubin/EKZ

Smart City Labor: Award für EKZ und die Stadt Dietikon

(PM) Die EKZ-Insel in Dietikon wurde im letzten Jahr zum Kompetenzzentrum für Smart-City-Lösungen. Nun wird die Smart City auf die Stadt Dietikon ausgedehnt. Die Jury des Smart City Innovation Awards des Bundesamtes für Energie prämierte dieses innovative Projekt mit dem Hauptpreis. (siehe ee-news.ch vom 30.3.20 >>)


«Wir freuen uns riesig, dass unser Smart-City-Projekt von EnergieSchweiz ausgezeichnet wurde!», zeigt sich Jörg Haller, Leiter Smart City und öffentliche Beleuchtung bei EKZ, begeistert. Für ihn ist eine Bestätigung seiner langjährigen Bemühungen auf diesem Gebiet. Denn: Die Stadt der Zukunft ist intelligent. Deshalb hat EKZ sein ganzes Areal in Dietikon zu einem Smart City Labor umfunktioniert. Die Insel, auf dem sich der Werkhof und diverse Bürogebäude befinden, wurde mit verschiedenen Komponenten ausgestattet, die Messddaten liefern, neue Anwendungen ermöglichen oder sich intelligent steuern lassen. Das Kompetenzzentrum ist als Labor zu verstehen, in dem laufend Innovationen entstehen. «Das Smart City Labor verfolgt zwei Ziele: Zum einen wollen wir hier eine Art Showroom schaffen für Interessierte Gemeinden und Städte», erklärt Haller. «Gemeinden sollen die Möglichkeit haben, eine Smart City als Gesamtpaket vor Ort zu erleben. Zum anderen soll es für uns ein Labor sein, in dem wir verschiedene Lösungen unabhängig und produktneutral testen können.»

Stadt Dietikon wird zur Smart City
Nun dehnt sich das Smart City Labor auf die Stadt Dietikon aus. Dietikon hat in dieser Legislaturperiode mit Leitsätzen, Zielen und konkreten Massnahmen definiert, in welche Richtung sich die Stadt bis ins Jahr 2030 entwickeln soll. Als «Energiestadt Gold» versteht es sich von selber, dass gerade Innovationen im Energiebereich weit oben auf der Prioritätenliste stehen. Und im verkehrsreichen Bezirkshauptort Dietikon haben auch sämtliche Mobilitäts- und Umweltthemen einen hohen Stellenwert. Hinzu kommt das Thema Digitalisierung wie beispielsweise eine stadteigene App, die der Bevölkerung einen Mehrwert bezüglich Information und Kommunikation mit der Stadtverwaltung bringen soll.


Video: Anja Rubin

Preis fürs innovative Projekt
EnergieSchweiz, ein Programm des Bundesamts für Energie, hat dieses umfassende gemeinsame Smart-City-Projekt nun mit dem Smart City Innovation Award ausgezeichnet. Der Preis unterstützt Gemeinden und Städte mit einem namhaften finanziellen Beitrag auf ihrem Weg zur intelligenten Stadt. «Wir freuen uns sehr über die Anerkennung. Das Preisgeld bringt uns zusätzliche Mittel für die Umsetzung konkreter Massnahmen. Das verleiht dem Thema Smart City natürlich insgesamt zusätzlichen Schub», freut sich der Stadtpräsident von Dietikon, Roger Bachmann. «Eine Smart City bietet nebst technischen Entwicklungen beispielsweise im Bereich der Mobilität oder der Infrastruktur die Chance, den Alltag von uns allen effizienter zu gestalten und die Stadt insgesamt noch lebenswerter zu machen, da sich auch in Bezug auf die Gestaltung von Aussenräumen und die damit verbundene Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum neue Möglichkeiten ergeben», so Bachmann weiter. Auch Smart-City-Experte Jörg Haller ist überzeugt: Smart Cities bieten ihren Bewohnerinnen und Bewohnern einen immensen Mehrwert. Die intelligente Stadt bietet Transparenz, zum Beispiel im Umgang mit Umweltdaten. Sie ermöglicht auch den Austausch zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Gleichzeitig unterstützen intelligente Technologien die Verwaltung. So bieten Sensoren Hilfestellung im Entsorgungsmanagement. Auf dem EKZ-Areal beispielsweise erfassen Sensoren rund um den Entsorgungsplatz den Füllstand der einzelnen Container. In der Praxis sind solche Applikationen für das Abfuhr- und Entsorgungswesen einer Gemeinde von Interesse. Fahrten zur Überprüfung von Abfallcontainern entfallen.

Datencockpit als Dreh- und Angelpunkt
Kernstück der intelligenten Stadt ist jeweils eine Plattform, in der die Daten zusammenlaufen. Auf der EKZ-Insel ist das die mit einem Software-Partner entwickelte Smart City Plattform, in der sämtliche Daten ausgewertet werden. Sie vereinigt die gesammelten Daten auf einer Oberfläche. Ziel ist es, all die Applikationen, die im Einsatz sind, nicht nur als Einzellösungen anzubieten, sondern wo möglich integrierte und produktneutrale Angebote zu schaffen, die einer Gemeinde oder Stadt einen Mehrwert bringen. Die Lösung in Dietikon basiert auf einer Opensource-Technologie.

Im Smart City Labor auf der EKZ-Insel können interessierte Besucher, Gemeinden und Städte all diese Angebote anschauen, testen und auch einen Blick in die eigens entwickelte App werfen, in der Informationen und Messwerte nutzbar gemacht werden. Bewohnerinnen und Besucher der Stadt sollen bei der Entwicklung ihrer Gemeinde oder Stadt aktiv partizipieren können, beispielsweise im Rahmen von digitalen Umfragen via Smart-City-App, über Ideen-Workshops und durch Teilnahmen an Events. Das ist auch für die Stadt Dietikon angedacht. Daraus wird klar: Eine Smart City ist immer nur zum Teil ein technisches Projekt. Vielmehr verlangt ein Smart-City-Projekt nach einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, bei der Aspekte des Zusammenlebens, der Kultur und vor allem auch des Schutzes von Persönlichkeitsrechten und Daten eine zentrale Rolle spielen. Dies soll die Grundvoraussetzung für jede Smart City oder jede intelligente Gemeinde sein.

Text und Video: Anja Rubin im Auftrag von EKZ, Foto: Jürg Isler

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