Die Nachfrage nach Öl wird 2029 ihren Höhepunkt erreichen, die nach Gas im Jahr 2037. ©Bild: McKinsey

Um den globalen Temperaturanstieg auf 1.5 Grad zu begrenzen, müssten die jährlichen Emissionen bis 2030 um etwa 50% und bis 2050 um etwa 85% niedriger sein als derzeit prognostiziert. ©Bild: McKinsey

Global Energy Perspective 2021: Nachfrage nach Öl erreicht 2029 Höhepunkt – Stromverbrauch wird sich bis 2050 verdoppeln

(PM) Die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen wird früher als erwartet schon in wenigen Jahren zurückgehen: Die Nachfrage nach Öl wird bereits 2029 ihren Höhepunkt erreichen, die nach Gas im Jahr 2037. Die Nachfrage nach Kohle ist bereits seit 2014 rückläufig. Dies sind aktuelle Prognosen und Zahlen aus der ‚Global Energy Perspective 2021‘. Für diese Analyse wertet die Unternehmensberatung McKinsey & Company jährlich die Daten und Fakten zu Entwicklungen von 30 Industriesektoren sowie 55 Energieprodukten und -brennstoffen in 146 Ländern aus.


Die aktuelle Analyse zeigt: Die Covid-19-Pandemie hat zu einem starken Rückgang des Energiebedarfs geführt, von dem McKinsey erwartet, dass es ein bis vier Jahre dauern wird, bis er sich erholt. Die Strom- und Gasnachfrage dürfte sich dabei schneller erholen als die Nachfrage nach Öl. Die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen wird nach jetzigem Stand insgesamt jedoch langfristig niemals zu ihrer vorpandemischen Wachstumskurve zurückkehren.

Stromverbrauch verdoppelt sich bis 2050
Durch die wachsende Elektrifizierung wird sich McKinsey zufolge der Stromverbrauch bis 2050 verdoppeln. Gleichzeitig wird bereits bis 2036 die Hälfte der globalen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. Doch Stand heute werden die fossilen Energieträger trotz rückläufiger Nachfrage auch noch 2050 eine grosse Rolle spielen und könnten ohne weitere Dekarbonisierungsmassnahmen immer noch die Hälfte des globalen Energieverbrauchs ausmachen.

Grüner Wasserstoff wird nach Ansicht von McKinsey den Energiemarkt dramatisch verändern, da er bereits in den 2030er Jahren wettbewerbsfähig werden dürfte. Deshalb wird erwartet, dass der Strombedarf durch Elektrolyse etwa 40 % des wachsenden Strombedarfs in den Jahren 2035 bis 2040 ausmachen wird.

CO2-Emissionen zu hoch für 1.5-Grad-Ziel
Eine schlechte Nachricht liefert die McKinsey-Analyse beim Thema Klimawandel: Zwar gibt es eine wachsende Dynamik in Richtung Dekarbonisierung der Weltwirtschaft. Dennoch bleiben die CO2-Emissionen, nach jetzigem Stand weit davon entfernt, das 1.5-Grad-Ziel zu erreichen. Dies zeige, dass zur weiteren Reduzierung der Emissionen erhebliche zusätzliche Massnahmen erforderlich seien. Um den globalen Temperaturanstieg auf 1.5 Grad zu begrenzen, müssten nach McKinsey- Schätzungen die jährlichen Emissionen bis 2030 um etwa 50% und bis 2050 um etwa 85% niedriger sein als derzeit prognostiziert.

Laut der im Dezember veröffentlichten McKinsey-Studie ‚Net-Zero Europe‘ könnte die Europäische Union jedoch grundsätzlich das erklärte Ziel der Klimaneutralität bis 2050 ohne gesamtwirtschaftliche Mehrkosten erreichen. Dazu müssten jährlich zusätzliche 180 Milliarden Euro investiert werden, die jedoch durch Einsparungen an anderer Stelle kompensiert würden. Der grüne Umbau der europäischen Wirtschaft könnte unterm Strich fünf Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen: Während zwar sechs Millionen Jobs verloren gingen, entstünden in Zukunftsbranchen elf Millionen neue Arbeitsplätze. Die Hälfte der insgesamt nötigen Emissions-Einsparungen können mit bereits ausgereiften Technologien erreicht werden. Für die Studie hat McKinsey über alle 27 EU-Länder und Industrien hinweg 600 mögliche CO2-Einsparhebel auf ihre Kosten und ihren Nutzen bei der CO2-Vermeidung hin untersucht.

Global Energy Perspective 2021 Zusammenfassung >>

Global Energy Perspective 2021 – alle Ergebnisse im interaktiven Überblick >>

Studie ‚Net Zero Europe‘ >>

Text: McKinsey

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1 Kommentare

Max Blatter

Intuitiv würde ich aus Sicht des Klimaschutzes sagen: Das muss wesentlich schneller gehen!

Eigentlich hätte man spätestens um 1980 voll auf die Bremse treten sollen, so dass der berühmte "Peak-Oil" jedenfalls noch vor der Jahrtausendwende eingetreten wäre. Aber über verschüttete Milch zu klagen bringt bekanntlich nichts, auch wenn in den seither vergangenen vier Jahrzehnten die Milchkannen geradezu reihenweise und vorsätzlich ausgekippt wurden!

Aber jetzt können wir uns zögerliches Handeln jedenfalls nicht mehr leisten.

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