24. Aug 2019

Das Planungstool berechnet den Energiebedarf der Gebäude im Quartier mit dezentralen und zentralen Versorgungsvarianten. ©Bild: Shutterstock/GaudiLab/ Fraunhofer IBP

Startbildschirm des erweiterten Planungstools »Energiekonzept-Berater für Startquartiere«. ©Bild: Fraunhofer IBP

Fraunhofer: Kostenfreier »Energiekonzept-Berater für Stadtquartiere« mit deutlich erweitertem Leistungsvolumen

(IBP) Der »Energiekonzept-Berater für Stadtquartiere« vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP hilft Stadtplanern, Umweltbeauftragten, Investoren und Wohnungsbaugesellschaften, schnell und umfassend unterschiedliche zentrale und dezentrale Energieversorgungskonzepte für den Neubau und die Sanierung von Quartieren energetisch zu bewerten. Die Software ist kostenfrei.


Ein Stadtquartier gegenüber einem Einzelgebäude zu planen, ist um vieles komplexer und aufwendiger. Einmal getroffene Planungsentscheidungen lassen sich meist nicht mehr revidieren und erschweren eine spätere Optimierung der Energieeffizienz oder verhindern sogar mögliche Lösungsansätze. »Die besondere Stärke des Planungstools liegt in der frühen Planungsphase«, sagt Heike Erhorn-Kluttig, Leiterin der wissenschaftlichen Gruppe »Gebäude – Quartier – Stadt« am Fraunhofer IBP und Projektverantwortliche. Mit dem Energiekonzept-Berater für Stadtquartiere, oder in der englischen Fassung »District Energy Concept Adviser«, können Quartiere mit Hilfe von Typgebäuden und Standardwerten einfach und schnell ins Tool eingegeben werden, auch wenn die genauen Gebäudeentwürfe noch nicht bekannt sind. Ohne grossen Aufwand lassen sich verschiedene Konzeptvarianten energetisch bewerten.

Richtige Entscheidungen bereits in der Planungsphase treffen
»Den Anwendern steht ein Werkzeug zur Verfügung, bereits im zeitigen Planungsstadium die richtigen Entscheidungen im Hinblick auf energetische Gesichtspunkte zu treffen«, erklärt die Wissenschaftlerin. Integrale Quartierskonzepte identifizieren wirtschaftlich und technisch optimale Lösungen, sind untereinander kombinierbar und zeichnen sich durch hohe Synergieeffekte aus. Gelingt es, die Gebäudesanierungsquote, die in den vergangenen Jahrzehnten bei ca. 1 Prozent pro Jahr lag und viel zu niedrig ist, signifikant zu erhöhen, wäre das ein enormer Schritt nach vorn.

Sanierungsmassnahmen und Energiekosten vor und nach der Sanierung ermitteln
Im EU-Projekt »Moder« (Mobilization of Innovative Design Tools for Refurbishing of Buildings at District Level) erweiterte das Projektteam das Planungstool um wichtige Module. Simon Wössner, Leiter der Gruppe »Planungswerkzeuge« am Fraunhofer IBP, erläutert: »Mit einer Kostendatenbank haben wir die Option, die Investitionskosten der geplanten Sanierungsmassnahmen und die Energiekosten vor und nach der Sanierung zu ermitteln. Kostentransparenz und Planungssicherheit bilden die Basis für weitere Optimierungsmöglichkeiten. Wir können verschiedene dezentrale und zentrale Energieversorgungsvarianten inklusive Speichertechnologien durchspielen und bewerten. Umfassende Technologiepakete erlauben es zudem, Sanierungskombinationen auf mehrere ausgewählte Gebäudetypen anzuwenden«.

Erweitere Auswahl an Typgebäuden
Das Entwicklungsteam des Fraunhofer IBP ergänzte die Auswahl an Typgebäuden unter anderem um die Typen Pflegeheim, Universitätsgebäude (Hörsaal, Labor, Bibliothek), Fachmarkt, Business Hotel, grosser Mehrfamilienhausblock sowie Mischgebäude. Alle Nichtwohngebäude werden jetzt als Mehrzonenmodell berechnet. Eine optimierte Ergebnisdokumentation vor allem im Bereich der Tabellen, Diagramme und Berichten komplettieren die Weiterentwicklungen des Tools. Durch nationale Typgebäude und Nutzerprofile lässt sich das Tool auch für andere Länder anwenden.

www.district-eca.de
Die Software mit dem neuem Facelift ist kostenfrei verfügbar und steht unter www.district-eca.de zum Download bereit. Die Anwendung mit Typgebäude-Bibliotheken und vielen Standardwerten, die in wenigen Schritten weiter anpassbar sind, ist einfach, schnell und anschaulich. Die nationalen Kostenkennwerte wurden anhand vorhandener Datenbanken und den Erfahrungen des Fraunhofer IBP aus Demonstrationsprojekten ermittelt. Die Berechnung nutzt den Rechenkern zur DIN V 18599. Die Norm setzt die Berechnungsmethode der EU-Gebäudeeffizienz-richtlinie (EPBD) national um.

Die Forschungsinitiative »ZukunftBau« hat die Arbeiten des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP im EU-Projekt »MODER« (Mobilization of Innovative Design Tools for Refurbishing of Buildings at District Level) und insbesondere zur Weiterentwicklung des District ECA unter dem Aktenzeichen SWD-10.08.18.7-15.48 kofinanziert.

Text: Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

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