Ab 2023 soll lokaler, erneuerbarer Strom aus Markt Pfeffenhausen auch zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden. Das soll die Abregelung von erneuerbarem Strom verhindern. ©Bild: Markt Pfeffenhausen

Energie-Kommune Markt Pfeffenhausen: Nationales Wasserstoffzentrum produziert ab 2023 grünen Wasserstoff in niederbayrischer Gemeinde

(PM) Die niederbayerische Marktgemeinde Pfeffenhausen treibt mit Bürger*innen-Energiegenossenschaften den Ausbau der Erneuerbaren im Ort voran. Das Engagement sicherte der Kommune den Zuschlag für den Bau eines der nationalen Wasserstoffzentren Deutschlands. Neben Chemnitz, Duisburg und einem norddeutschen Konsortium hat sich auch Markt Pfeffenhausen 2021 als Standort für ein nationales Wasserstoffzentrum beworben. Damit verbunden ist eine Bundesförderung von 72.5 Millionen Euro. Mit weiteren 30 Millionen Euro wird das Projekt vom Freistaat Bayern unterstützt.


Der Erfolg der Bewerbung ist eng mit der Energiestrategie der Kommune verbunden. Die Gemeinde mit knapp über 5000 Einwohner*innen bot sich aufgrund bereits vorhandener Erzeugungskapazitäten und weiterer in Planung befindlicher Projekte (beispielsweise eine 14 Megawatt starke Photovoltaik-Freiflächenanlage) und einer lokalen Bürger*innen-Energiegenossenschaft als Standort an.

Erneuberbare schliessen Lücke, die durch AKW-Abschaltung entsteht
Die Transformation des Energiesystems schafft nicht nur Wertschöpfung vor Ort, sondern hilft auch die Lücke der Stromerzeugung zu schliessen, die durch das Abschalten des in der Nachbarkommune gelegenen Atommeilers Isar II im Dezember entstehen wird. Gleichzeitig beugt die Kopplung der Erneuerbaren-Energien-Anlagen an den geplanten Elektrolyseur der Abregelung der Anlagen vor, wenn das lokale Stromnetz an sonnen- oder windreichen Tagen keinen zusätzlichen Strom aufnehmen kann. „Markt Pfeffenhausen zeigt eindrucksvoll, wie Investitionen in klimafreundliche Energien den Strukturwandel in ländlichen Regionen positiv gestalten können“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der deutschden Agentur für Erneuerbare Energien. „Nicht das Festhalten an Technologien aus dem vergangenen Jahrhundert, sondern das Ergreifen von Chancen zur Mitgestaltung eines erneuerbaren Energiesystems ist gefragt, um den Herausforderungen der kommenden Jahre zu begegnen.“

Sonnenenergie und Biogas als Basis für die regionale Energiewende
Den Grundstein für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Gemeinde legte – wie vielerorts –das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die attraktive Förderung überzeugte viele Landwirt*innen der Marktgemeinde früh, ihre ausladenden Scheunendächer für die Stromerzeugung einzusetzen. Im Zusammenspiel mit einer progressiven Bauleitplanung durch den Gemeinderat wurde in den Folgejahren neben dem Solarstrom auch stark in Biogasanlagen investiert, sodass der beschauliche Ort heute über eine installierte Leistung von 23 Megawatt durch PV-Freiflächenanlagen sowie 23 Megawatt durch Biogasanlagen verfügt. Hinzu kommen 4.7 Megawatt durch Windenergie sowie der durch PV erzeugte Strom auf den Dächern von privaten und kommunalen Gebäuden.

Aktuell nimmt die Gemeinde verstärkt das Thema erneuerbare Wärme in den Fokus. In Zusammenarbeit mit dem Energieeffizienznetzwerk und der Hochschule Landshut werden die Möglichkeiten eines Nahwärmenetzes geprüft. Klares Ziel der Kommune ist, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen immer weiter zu reduzieren und auch langfristig die Wärmeversorgung möglichst klimaneutral zu gestalten.

Portrait der Energie-Kommune Markt Pfeffenhausen >>

Text: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (Aee)

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