Eine verlässliche Abschätzung der Ergebnisentwicklung auf Jahresende lässt sich aus heutiger Sicht nicht treffen. Bild: Energiedienst

Energiedienst Holding: Gutes Halbjahr mit deutlich gesteigertem EBIT und besserem operativem Ergebnis

(PM) Im ersten Halbjahr 2022 steigerte die Energiedienst Holding AG ihren Betriebsertrag gegenüber der Vorjahresperiode um 202 Millionen Euro auf 749 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von rund 37 Prozent. Eine positive Absatzentwicklung und insbesondere das massiv höhere Strompreisniveau spiegeln sich in dieser Entwicklung wider.


Der EBIT übersteigt den entsprechenden Vorjahreswert konsolidiert um rund 39 Millionen Euro und beträgt rund 82 Millionen Euro. Im Vorjahr lag er zum 30. Juni 2021 bei 43 Millionen Euro. Die Steigerung resultiert im Wesentlichen aus der positiven Kapitalmarktentwicklung im ersten Halbjahr 2022, die zu ergebniswirksamen Bewertungseffekten bei der Personalvorsorge Deutschland führt. Da die Energiedienst Holding AG ihre Geschäftszahlen nach Swiss GAAP FER publiziert, werden diese Effekte direkt im EBIT gebucht.

Weiteren Verbesserung des operativen Ergebnisses
Der um Bewertungseffekte aus der Personalvorsorge bereinigte Adjusted EBIT steigt auf 34 Millionen Euro. Er liegt damit 32 Prozent oder rund 8 Millionen Euro über dem Vorjahr. Insgesamt verzeichnet die Energiedienst-Gruppe ein gutes Halbjahr 2022 mit einer weiteren Verbesserung des operativen Ergebnisses. Hinter dieser Entwicklung stehen das regulatorische Geschäft im Netzbereich, eine konservative und langfristige Beschaffungs- und Vermarktungsstrategie, Kundengewinne im Vertriebsgeschäft sowie eine enorm hohe Nachfrage im Photovoltaik-Bereich.

Reduziertes Finanzergebnis
Das Finanzergebnis reduzierte sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Millionen Euro und liegt bei -1 Million Euro. Der Rückgang ist vor allem auf die tiefere Performance der Wertschriften zurückzuführen. Der Periodengewinn liegt bei 94 Millionen Euro und steigt damit gegenüber dem Vorjahr deutlich um 58 Millionen Euro. Die Senkung der Ertragssteuersätze im Kanton Aargau führt zu einem einmaligen positiven Bewertungseffekt bei den latenten Steuern von rund 20 Millionen Euro.

Entwicklung des Adjusted EBIT der einzelnen Geschäftssegmente
Der Adjusted EBIT im Geschäftssegment „Kundennahe Energielösungen“, das alle direkten Kundenaktivitäten der Energiedienst-Gruppe bündelt, liegt knapp über dem Vorjahresniveau bei rund 2 Millionen Euro. Der Vertrieb von Strom und Gas in diesem Segment verzeichnete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine leichte Ergebnisverschlechterung von rund 1 Million Euro. Die Verträge im Privat- und Gewerbekundenbereich stiegen gegenüber der Vorjahresperiode um rund 8’000 Stück (rund 4 Prozent). Bei den Geschäftskunden konnte die Vertragszahl um rund 400 Verträge (rund 1 Prozent) gesteigert werden. Das massiv gestiegene Preisniveau in der Strom- und Gasbeschaffung ist für das Segment sehr herausfordernd. Der vertriebliche Gasabsatz nimmt mit 119 GWh jedoch nur eine untergeordnete Rolle im Vertriebsgeschäft ein. Das Endkundengeschäft Photovoltaik sowie die Projekte im Wärme- und Energielösungsbereich verbessern sich insgesamt um rund 1 Million Euro. Die Preissteigerungen im Strom- und Gasbereich sorgen in diesen Geschäftsfeldern für eine starke Nachfrage nach unseren Produkten und Lösungen. Die per 30. Juni 2022 verkaufte installierte Leistung konnte um rund 46 Prozent auf 16.1 MWp gesteigert werden.

Im Geschäftssegment „Systemrelevante Infrastruktur“, das die netzbezogenen Aktivitäten beinhaltet, erhöht sich der Adjusted EBIT von 8 Millionen Euro in der Vorjahresperiode auf 11 Millionen Euro. Höhere regulatorische Erträge in Höhe von rund 5 Millionen Euro, insbesondere der Kapitalkostenaufschlag auf die getätigten Investitionen, führen zu einer Verbesserung des operativen Ergebnisses. Höhere Kosten für Fremdleistungen und Beratungsaufwendungen belasten die Ergebnisentwicklung. Darin machen sich auch höhere Instandhaltungsaufwendungen im Netzbereich bemerkbar, die u.a. auch durch die steigende Teuerung getrieben sind.

Der Adjusted EBIT des Geschäftssegments „Erneuerbare Erzeugungs-Infrastruktur“, also die Stromproduktion und der Energiehandel, steigt um 3 Millionen Euro auf 21 Millionen Euro. Sowohl am Hochrhein als auch im Wallis war die Wasserführung und somit die Produktion auf Monatsbene mehrheitlich schlechter als im Vorjahr und im Vergleich zum 10-jährigen Mittelwert. Eine hohe Produktion im Mai führt im Wallis kumuliert per 30. Juni 2022 zu einer insgesamt höheren Produktion im Wallis. Die mehrheitlich tiefere Produktion in Verbindung mit hohen Spotmarktpreisen zum Ausgleich der bereits vermarkteten Produktionsmenge führt insgesamt zu Belastungen von rund 15 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022. Das zur Vorjahresperiode insgesamt gestiegene Vermarktungsniveau der Erzeugung sowie positive Effekte aus der Vermarktung unseres Pumpspeicheranteils Schluchseewerke führen zu einer Ergebnisverbesserung von rund 14 Millionen Euro. Die Vorjahresperiode war durch Wertberichtigungen auf Kleinwasserkraftwerke in Höhe von 3 Millionen Euro einmalig belastet. Diverse gegenläufige Effekte führen zu einer Verbesserung von rund 1 Million Euro.

Tiefere Nettoinvestitionen
Die Nettoinvestitionen aller Geschäftseinheiten belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro (Vorjahresperiode: 30 Millionen Euro). Der Rückgang der Nettoinvestitionen beruht auf Erlösen aus Desinvestitionen von rund 14 Millionen Euro aufgrund des Verkaufs eines betrieblich nicht genutzten Grundstückes. Die Bruttoinvestitionen in Sachanlagen und immateriellen Werten steigen von 30 Millionen auf 34 Millionen Euro. Davon entfallen rund 60 Prozent auf Investitionen in Netzanlagen.

Energiedienst-Gruppe

 

30.06.22

30.06.21

Energieabsatz (Strom- und Gasabsatz)

Millionen kWh

4369

4291

Betriebsertrag

Mio. €

749

547.1

Betriebliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)

Mio. €

82.2

43.3

Adjusted EBIT

Mio. €

34.3

26.0

  davon Kundennahe Energielösungen

Mio. €

2.0

1.8

  davon Systemrelevante Infrastruktur

Mio. €

11.2

8.2

  davon Erneuerbare Erzeugungs-Infrastruktur

Mio. €

21.4

18.4

  davon Übriges

Mio. €

-0.4

-2.5

Periodengewinn

Mio. €

93.6

35.7

Eigenkapital der Aktionäre der Energiedienst Holding AG

Mio. €

838.0

726.4

Eigenkapitalanteil ohne Minderheitsanteile

%

48.5

49.7

Nettoinvestitionen

Mio. €

19.8

30.2

Free Cashflow

Mio. €

-65.4

-36.5

Vollzeitstellen (Durchschnitt)

Pensen

1001

992

EBIT von über 70 Millionen Euro möglich
Der massive Anstieg der Großhandelspreise für Strom und Gas und die angespannten Lieferketten werden auch im zweiten Halbjahr das wirtschaftliche Umfeld stark prägen. Insbesondere die Wasserführung am Hochrhein und im Wallis sowie das Verbrauchs- und Zahlungsverhalten der Kunden werden im Zusammenhang mit den stark gestiegenen Strompreisen eine entscheidende Rolle bei der Ergebnisentwicklung spielen. Eine verlässliche Abschätzung der Ergebnisentwicklung auf Jahresende lässt sich aus heutiger Sicht nicht treffen. Bei einer positiven Entwicklung unter Berücksichtigung dieser wesentlichen Einflussfaktoren im zweiten Halbjahr, könnte zum Jahresende ein EBIT von über 70 Millionen Euro erreicht werden.

Weitere Informationen im Internet: www.energiedienst.de/investor

Text: Energiedienst Holding AG

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