Neben der Vorbereitung für die Wasserstoff-Beimengung will Wien Energie durch den Turbinenumbau auch die Effizienz des Kraftwerks um insgesamt rund 23 Megawatt steigern.

Wien Energie, Rhein Energie, Siemens Energy und Verbund: Testen Einsatz von Wasserstoff unter Realbedingungen im Wiener Kraftwerk Donaustadt

(ee-news.ch) Bis 2040 soll Erdgas in der Energieerzeugung vollständig von klimaneutralen Energieträgern abgelöst werden. Am Gelände des Wiener Kraftwerks Donaustadt wird deshalb aktuell eine der grössten Gas-Turbinen Österreichs umgebaut. 2023 wollen Wien Energie, Rhein Energie, Siemens Energy und Verbund im Rahmen eines Betriebsversuchs erstmals Wasserstoff für die Energieerzeugung beimengen. Dieser Versuch ist laut Angaben der Partner der weltweit erste dieser Art an einer kommerziell genutzten Gas-und-Dampfturbinenanlage auf diesem hohen Leistungs- und Effizienzniveau.


Mit dem Versuch wollen die Kooperationspartner wichtige Erkenntnisse für die Umstellung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf grüne Quellen gewinnen. Der Umbau der Turbine ist der erste Meilenstein des Projekts. Die Gasturbine selbst ist damit bereit für die Beimengung von Wasserstoff.

Turbinen-Umbauarbeiten bis Mitte Juli abgeschlossen
Neben der Vorbereitung für die Wasserstoff-Beimengung will Wien Energie durch den Turbinenumbau auch die Effizienz des Kraftwerks um insgesamt rund 23 Megawatt steigern. Im Rahmen der Umbauarbeiten wurden unter anderem verbesserte Turbinenschaufeln, ein neues Verbrennungssystem, ein Heizgasanalysegerät und ein neues Kontrollsystem installiert. Auch die Brennkammer wurde optimiert und für den Betriebsversuch vorbereitet. Der Umbau der Gasturbine, der Anfang Mai gestartet ist und Mitte Juli abgeschlossen wird, wird von Siemens Energy durchgeführt.

Der Betriebsversuch kann grosse Auswirkungen auf die Umstellung von Kraftwerken auf klimaneutrale Quellen weltweit haben. Schon bei 15 Volumenprozent Beimischung von grünem Wasserstoff würden etwa im Kraftwerk Donaustadt jährlich rund 33‘000 Tonnen CO2 eingespart werden. Der Anlagentypus, bei dem die Beimengung getestet wird, trägt in seiner Klasse die Hauptlast der Versorgung am Strommarkt in Österreich und speziell für das Versorgungsgebiet Wien. In Europa sind mehr als 115 Gasturbinen dieser Klasse in Betrieb mit einer installierten Leistung von mehr als 31 Gigawatt.

Erste Ergebnisse Ende 2023 erwartet
Im Sommer 2023 soll die Wasserstoff-Beimengung getestet werden. Bis dahin laufen noch weitere Vorarbeiten, die Installation der benötigten Wasserstoff-Infrastruktur, wie etwa eine technische Versorgungsanlage und diverse Mess- und Analysestationen. Erste Ergebnisse aus dem Versuch und der Analyse erwarten sich die Kooperationspartner für Ende 2023.

Über das Kraftwerk Donaustadt
Das Kraftwerk Donaustadt in Wien ist laut Wien Energie eine der modernsten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Österreichs. Das Kraftwerk wurde 2001 in Betrieb genommen und erzeugt Wärme mit 350 Megawatt Leistung und Strom mit bis zu 395 Megawatt. Im kombinierten Betrieb liegt der Wirkungsgrad bei 86 Prozent, der Umbau der Gasturbine steigert den Wirkungsgrad um weitere 0.6 Prozent. Die Anlage ist damit besonders effizient. Laut Unternehmensangaben konnte das Kraftwerk Donaustadt 2020 umgerechnet Strom für 850‘000 Haushalte und Wärme für mehr als 150‘000 Haushalte produzieren.

Text: ee-news.ch, Quelle: Verbund AG

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