Bion-Verfahren: Mikroorganismen verstoffwechseln H2 und CO2 zu Methan. Bild: Microb Energy

Microb Energy: Gewinnt mit Bion-Methanisierungskonzept französischen Innovations-Challenge “Open Innovation Factory”

(PM) Bei einem Livestream im Internet konnte die deutsche Microb Energy GmbH für seine Lösung zur Reinigung von Hochdruckgasen die Auszeichnung des französischen Fernleitungsnetzbetreibers Grtgaz entgegennehmen. Mit ihrer innovativen Konzeptlösung auf Basis der biologischen Methanisierung überzeugte Microb Energy die Fachjury des Grtgaz.


Ein bis dato ungelöstes Problem ist die Reinigung von Hochdruck-Synthesegasen, da bisher kein Verfahren etabliert ist, das die Erdgas-Spezifikationen der Grtgaz für das Hochdruck-Einspeisenetz erfüllt. Das Lösungskonzept von Microb Energy basiert auf der Aufbereitungstechnologie Bion, die mittels der biologischen Methanisierung solche Synthesegase konditioniert und die enthaltenen Wasserstoff- und Kohlenstoffdioxidkomponenten in Methan umwandelt.

Besonders robust
Das so entstehende erneuerbare methanreiche Synthesegas kann damit der geltenden Regulatorik entsprechend ins Erdgasnetz eingespeist werden. „Unser Bion-Verfahren ist gegenüber Störstoffen besonders robust, so dass wir Gase direkt aus Klär- und Biogasanlagen verwenden können. Im Gegensatz dazu sind katalytische Systeme bisweilen sehr empfindlich hinsichtlich Verunreinigungen im Rohgas – bestimmte Schwefelverbindungen sind für Katalysatoren geradezu Gift“, erläutert Manuel Götz, Geschäftsführer der Microb Energy.

Natürlicher Prozess
Grtgaz unterstützt die Entwicklung innovativer hydrothermalen Verfahren, die nasse oder flüssige Biomasseabfälle wie Schlamm aus Kläranlagen, Gülle oder Gärreste aus der anaeroben Vergärung in ein Hochdruck-Synthesegas umwandeln. Denn bisher gibt es für die Reinigung dieser Synthesegase in Europa kein Verfahren auf dem Markt, um diesen entscheidenden Schritt zu gewährleisten. Die Ausschreibung der Open Innovation Factory 2020 zielte daher darauf ab, innovative Unternehmen zu identifizieren, die diesen fehlenden Baustein beisteuern können. Robert Muhlke, Project Director bei Grtgaz, lobt die biologische Methanisierungslösung von Microb Energy: „Dieses Verfahren, das aus einer hydrothermalen Vergasung ohne Katalyse resultiert, ist sehr interessant. Es basiert auf einem natürlichen Prozess. Hier erledigen spezialisierte Mikroorganismen die ganze Arbeit. Dadurch entstehen keine negativen Wechselwirkungen und die Lösung ist äußerst flexibel einsetzbar.“

Bis zu 138 TWh erneuerbares Methan jährlich
Nach Angaben von Grtgaz ergeben sich allein in Frankeich bei der Verwendung von leicht verfügbaren organischen Abfallstoffen, wie Abwässern aus der Milchviehhaltung, Flüssigschlamm aus Kläranlagen und Gärresten aus der anaeroben Vergärung erhebliche Produktionsperspektiven von erneuerbarem Gas über hydrothermale Vergasungstechnologien. So könnten bis 2050 jährlich bis zu 138 TWh an erneuerbarem Methan durch hydrothermale Vergasung produziert werden.

„Open Innovation Factory“
Das in Bois-Colombes bei Paris ansässige Unternehmen lobt seit 2016 jährlich den Wettbewerb „Open Innovation Factory“ für innovative technologische Lösungen im Bereich umweltfreundlicher Gaswirtschaft aus. Die Ausschreibung verfolgt das Ziel, innovative und praktikable Lösungen für bestehende technische Herausforderungen zu finden und sie partnerschaftlich im Unternehmen zu etablieren.

Text: Microb Energy

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