Mit ‚WindH2‘ wollen die Partner Know-how sowie Erfahrungen mit der Vor-Ort-Produktion von Windstrom und Wasserstoff, sowie deren Integration in die komplexen Abläufe und Prozesse eines integrierten Hüttenwerks sammeln. ©Bild: Salzgitter AG

Salzgitter AG, Eon und Linde: Starten Betrieb einer industriellen Wasserstoffproduktion mit Windstrom auf dem Hüttengelände Salzgitter

(ee-news.ch) Die Salzgitter AG, die Eon-Tochter Avacon und Linde haben das Sektorenkopplungsprojekt ‚Windwasserstoff Salzgitter – WindH2‘ auf dem Gelände des Hüttenwerks in Salzgitter in Betrieb genommen. Hier soll künftig grüner Wasserstoff mit Strom aus Windenergie erzeugt werden.  WindH2 bildet einen zentralen Baustein des von der Salzgitter AG entwickelten Technologie-Projektes Salcos – Salzgitter Low CO2 Steelmaking ab.


Salcos beschreibt einen effizienten und zeitnah umsetzbaren Weg zu einer Reduzierung von CO2-Emissionen, langfristig sogar zu einer fast CO2-freien Stahlherstellung (siehe ee-news.ch vom 7.12.2021 >>). Dabei soll regenerativ erzeugter Wasserstoff den bislang für die Verhüttung von Eisenerzen erforderlichen Kohlenstoff substituieren. Die bislang betriebenen drei Hochöfen müssen dafür schrittweise durch eine Kombination aus Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen ersetzt werden. Über eine solche Transformation der Stahlerzeugung könnten deren CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um etwa 95 Prozent verringert werden.

Mit Probebetrieb Erfahrungen sammeln
Avacon betreibt auf dem Gelände der Salzgitter AG sieben neu errichtete Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 30 Megawatt (MW). Die Salzgitter Flachstahl GmbH hat zentral auf dem Werksgelände zwei Siemens 1.25-Megawatt-PEM-Elektrolyse-Einheiten installiert, die pro Stunde rund 450 Kubikmeter (m3) hochreinen Wasserstoff erzeugen werden. Schon heute wird in der Stahlherstellung Wasserstoff für Glühprozesse und in den Feuerverzinkungsanlagen eingesetzt. Der Industriegasproduzent Linde liefert das Gas zurzeit per Lkw und wird auch künftig die kontinuierliche Versorgung des Wasserstoffbedarfs absichern. Sämtliche Anlagen sind derzeit im Probebetrieb. Mit ‚WindH2‘ wollen die Partner Know-how sowie Erfahrungen mit der Vor-Ort-Produktion von Windstrom und Wasserstoff, sowie deren Integration in die komplexen Abläufe und Prozesse eines integrierten Hüttenwerks sammeln.

Text: ee-news.ch, Quelle Eon SE

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