Die zehn Mehrfamilienhäuser in Holzbau in Burgdorf, die mit Photovoltaik und Pelletheizung ausgerüstet sind, werden von der Strüby Konzept AG mit CO2-neutralem Schweizer Holz gebaut. Bild: Strüby Konzept

Die Bauherrschaft des Quartiers Fischermätteli in Burgdorf mit dem 1000stes Minergie-A-Zertifikat. Bild: Minergie

Bauen mit Zukunft: 1000stes Minergie-A-Gebäude prämiert

(PM) Die Gebäude, die wir heute bauen, stehen auch noch weit nach dem Jahr 2050. Und 2050 sollte die Schweiz möglichst CO2-frei sein. Das Minergie-A-ECO-Gebäude versorgt sich selbst mit erneuerbarer Energie und ist das CO2-freiste und effizienteste massentaugliche Gebäude, das man heute bauen kann. Am 17. September 2020 feierten die geladenen Gäste im imposanten Schloss Burgdorf die Prämierung des 1000sten Minergie-A-Gebäudes. Das sind zehn Mehrfamilienhäuser die mit Photovoltaik und einer Pelletheizung ausgestattet sind


Die zehn Mehrfamilienhäuser in Burgdorf BE werden von der Strüby Konzept AG mit CO2-neutralem Schweizer Holz gebaut. Sie bieten Platz für 169 Eigentumswohnungen im Baustandard Minergie-A-ECO. Der Zusatz ECO legt das Augenmerk auf die Themen Gesundheit, Bauökologie und sichert einen hohen Wohnkomfort mit einem gesunden, schadstofffreien Raumklima. Dank intelligenter Holzelementbauweiseschreiten die Arbeiten zügig voran, sodass die ersten Wohnungen bereits im Sommer 2021 bezogen werden können.

Weiter als das Gesetz
Die Wärmeerzeugung erfolgt durch eine zentrale Pelletheizung, die grosse Photovoltaikanlage sorgt für sehr viel Eigenstrom. Neben einem nachhaltigen Energiekonzept setzen die Architekten zudem auf zeitgemässe Mobilität. Dem Velo wird dabei eine wichtige Rolle zuteil dank mehrerer Unterstände, Lademöglichkeiten und einer Werkstatt. E-Autos können an mehreren Tanksäulen aufgeladen werden. Damit geht die Bauherrschaft viel weiter, als das Gesetz vorschreibt. 2050 muss die Schweiz im Gebäudebereich dekarbonisiert sein. Der Bundesrat hat dies beschlossen und das CO2-Gesetz wird in der Herbstsession zu Ende beraten. Der Fokus der Massnahmen liegt vor allem auf dem Verbot von fossilen Brennstoffen und auf der Modernisierung. Wir können heute in der Energie-und Klimapolitik jedoch viel weiter gehen. Eine Plusenergiebilanz, wie es der Minergie-A-Baustandard verlangt, ist im Neubau in den meisten Fällen machbar und finanzierbar. Dies hat Minergie mit 1000 nach Minergie-A zertifizierten Gebäuden bewiesen.

Machbar und nachgefragt
Ein Gebäude, das im Jahr mehr Energie produziert als verbraucht: Das war noch vor 10 Jahren eine Utopie. Und auch heute noch wird das oft stark bezweifelt –das gehe höchstens für Liebhaber im Einfamilienhausbereich. Strüby ist ein renommierter Schweizer Holzbauer und beweist das Gegenteil. «Die komfortablen, ruhig gelegenen2.5 bis 5.5 Zimmer-Wohnungen im Fischermätteli scheinen ein Bedürfnis zu befriedigen und stossen auf eine erfreuliche Nachfrage. Obwohl die baulichen Anforderungen an den Baustandard Minergie-A-ECO hoch sind, ist es uns gelungen, äusserst preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, was uns mit Freude und Stolz erfüllt», erklärt Pius Kneubühler, CEO Strüby Unternehmungen.

Nur 100 Hitzestunden über 26° pro Jahr erlaubt
In einem Minergie-A-Gebäude zu wohnen oder arbeiten, fühlt sich nicht nur gut an aufgrund des ruhigen Gewissens in Sachen Klimaschutz. Es bietet auch nachweislich mehr Behaglichkeit. Die kluge Ausrichtung der Fenster und der bereits in der Planung durchdachte Sonnenschutz reduzieren die Gefahr der Überhitzung im Sommer. Im Minergie-Gebäude sind nur 100 Hitzestunden pro Jahr mit mehr als 26°Celsius erlaubt -im Gegensatz zu den gesetzlich erlaubten 400 Hitzestunden. Die gute Dämmung wiederum hält die Kälte und die Hitzedraussen und den Energiebedarf gering.

Holzpellets und Photovoltaik
Die Mehrfamilienhäuser im Fischermätteli bilden ein Areal, welches zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt wird. Sämtliche Gebäude sind an ein Wärmenetz angeschlossen. Herzstück der Wärmeversorgung ist die Heizzentrale mit einer Leistung von 550 kW. Als Energieträger kommen Holzpellets aus der Region zum Einsatz. Auf jedem Hausdach wird eine Hochleistungs-Photovoltaikanlage installiert. Im Endausbau sind dies zehn Anlagen, die eine Leistung von 722 kW aufweisen, verteilt auf etwa 3200 m2 Photovoltaik-Module. Die Abrechnung von Strom und Wasser erfolgt verbrauchsabhängig mit einer umfassenden Nebenkostenabrechnung, was die Verbräuche für die Eigentümer sichtbar macht.

Graue Energie tief halten
„Eine Herausforderung der Baubranche ist der Umgang mit der grauen Energie. Der Bau einer Siedlung braucht einiges an Energie und CO2. Für Bauten, die kaum Betriebsenergie brauchen, ist das prozentual relevant. Für den Bau der Siedlung Fischermätteli hat man so viel gemacht, wie heute möglich ist: Das Fischermätteli ist ein sehr kompakter Holzbau, der zudem ECO-zertifiziert ist“, erklärt Bruno Hari, Minergie-Zertifizierungsstelle Kanton Bern

Knacknuss Winterstrom
Die Plusenergie-Gebäude sind Sonnenhäuser. Sie tanken ihre Energie erneuerbar. Die Sonne liefert übers Jahr gesehen genügend Energie, um sämtliche Geräte zu betreiben. Im Winter jedoch ist in unseren Breitengraden der saubere Strom knapp, und das wird noch für lange Zeit so bleiben. Im Sommer hat man dafür einen grossen Überschuss. Noch ist es nicht wirtschaftlich, einen Saisonspeicher auf dem Areal oder im Gebäude zu bauen, dafür müssten die Stromtarife saisonal variieren und die Technologien bedeutend günstiger werden. Minergie ist mit der Branche daran, hier neue Lösungen bekannt und wirtschaftlich zu machen.

Text: Minergie

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