15. Aug 2019

Im Gebäudebereich sind die Kantone für den Klimaschutz zuständig. Und sie können durchaus griffige Massnahmen ergreifen: ©Bild: WWF Schweiz

WWF-Rating: Kantone versagen in der Gebäude-Klimapolitik

(WWF) Jung und Alt versammeln sich seit Monaten auf der Strasse und rufen in ihren Protesten zu mehr Klimaschutz auf. An den Kantonen scheint dies spurlos vorbeizugehen. Laut neustem WWF-Rating erreicht einzig Basel-Stadt die zweithöchste Kategorie «engagiert» in der Gebäude-Politik. Deswegen muss der Ständerat in der CO2-Gesetzesrevision griffige Regeln über Emissionsgrenzwerte verankern. (Article en français >>)


Gemäss WWF-Rating erhält kein einziger Kanton das Prädikat «verantwortungsvoll». Einzig Basel-Stadt erreicht die zweithöchste Kategorie und wird als «engagiert» eingestuft. Die Gruppe der «Zögerlichen» wird angeführt von Genf und Jura. Das Schlusslicht bilden Aargau, Nidwalden, Zug und Schwyz – hier ist wirksame Gebäude-Klimapolitik bislang «blockiert».

Griffige Massnahmen
Im Gebäudebereich sind die Kantone für den Klimaschutz zuständig. Und sie können durchaus griffige Massnahmen ergreifen: So verfügt Basel-Stadt beispielsweise über innovative Vorgaben für erneuerbare Energien beim Heizungswechsel. Das Wallis hat ein vorbildliches Förderprogramm, das von vielen Einwohnerinnen und Einwohnern in Anspruch genommen wird. Und der Kanton Freiburg unterstützt aktiv die regionale Energieplanung.

Die meisten Kantone haben jetzt die Gelegenheit, ihre Gebäude-Gesetze enkeltauglich zu gestalten. Ziel: die gemeinsam beschlossenen Mustervorschriften (MuKEn) zu übernehmen. Problematisch ist jedoch, dass diese unverbindlich sind und oft unvollständig umgesetzt werden. Hinzu kommt, dass sie längst nicht ausreichen, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

WWF nimmt den Bund in die Pflicht
Weil die Kantone ihrer klimapolitischen Verantwortung weiter nicht gerecht werden, ist der Bund gefragt. Der Ständerat muss in der CO2-Gesetzesrevision griffige Regeln über Emissionsgrenzwerte verankern. WWF-Klimaschutzexperten Elmar Grosse Ruse: «Die Schweiz braucht dringend einen Notfallplan für Gebäude, und der muss im neuen CO2-Gesetz stehen!

Hintergrund zum Kantons-Rating
Der WWF liess alle Kantone vom Beratungsunternehmen EBP Schweiz AG auf ihre Gebäude-Klimapolitik analysieren. Die Massnahmen wurden anhand von sechs Indikatoren erhoben und bewertet: von den kantonalen Klimazielen über Vorschriften für erneuerbare Energien bis zur finanziellen Förderung von Klimaschutz-Investitionen. Bei vier der sechs Skalen erreichte kein Kanton die beste Note. Diese wird dann vergeben, wenn der Kanton mit den jeweiligen Massnahmen auf dem Weg ist, die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Rangliste aller Kantone >>

Neues Rating der kantonalen Gebäude-Klimapolitik >>

Rating 2014 der kantonalen Gebäude-Energiepolitik>>

Text: WWF Schweiz

2 Kommentare
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Max Blatter @ 16. Aug 2019 09:35

Auch auf die Gefahr hin, als "Gefährder des Föderalismus" eingestuft zu werden: Ich frage mich, ob nicht auch der Bereich "Energie und Gebäude" beim Bund in besseren Händen wäre? Ein mögliches Gegenargument wäre, dass eine föderalistische Regelung den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen besser Rechnung trage. Aber Klimaregionen und Kantonsgebiete sind alles andere als deckungsgleich: Die Stadt Bern und das Jungfraujoch könnten vom Klima her nicht unterschiedlicher sein, liegen aber im gleichen Kanton ...

Renato @ 16. Aug 2019 09:03

Wenn doch nur endlich mehr intelligente Politiker gewählt würden...

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