… Büro- und Laborgebäude der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Bilder: Minergie/WSL

Neu eingepackt, mit Photovoltaikanlage bestückt und mit Holz und Abwärme beheizt…

Das Gebäude vor der Sanierung. Bild: Minergie/WSL

WSL Birmensdorf: Doppelzertifizierung Minergie-P-ECO und Minergie-A-ECO

(Minergie) Als erstes modernisiertes Verwaltungsgebäude im Raum Zürich erfüllen die frisch renovierten Büro- und Laborgebäude der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) die Anforderungen einer Doppelzertifizierung für eine Modernisierung nach beiden Baustandards: Minergie-P-ECO und Minergie-A-ECO.


Am 17. August übergab Heinz Tännler, Präsident des Vereins Minergie und Regierungsrat und Finanzdirektor des Kantons Zug an Dr. Christoph Hegg, Stellvertretender Direktor der WSL Birmensdorf, die beiden Zertifikate. Dieser verdankte Dietrich Schwarz, Dietrich Schwarz Architekten AG, verantwortlich für die Umsetzung, die gute Arbeit und erläuterte die Hintergründe der Modernisierung. Mit der Inbetriebnahme des Nationalen Pflanzenschutz-labors 2014 sei für die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL in Birmensdorf ein hoher zusätzlicher Energiebedarf entstanden. Die WSL habe sich zum Ziel gesetzt, den zusätzlichen Wärmebedarf bei der Modernisierung des 1956 erstellten Hauptsitzes zu kompensieren. Nach mehrjähriger Sanierungszeit wurde das Ziel erreicht: «Die beiden Hauptgebäude der Forschungsanstalt erfüllen die Anforderungen für eine Doppelzertifizierung nach den Baustandards Minergie-A-ECO und Minergie-P-ECO» so Hansruedi Kunz, Vertreter der Baudirektion des Kantons Zürich, Abteilungsleiter Energie, AWEL Zürich, und Vizepräsident des Vereins Minergie.

Das Zürcher Unternehmen Dietrich Schwarz Architekten AG, unter der Leitung von Dietrich Schwarz, Professor für Nachhaltiges Bauen an der Universität Liechtenstein, löste die Herausforderung der Modernisierung mit einer vorgehängten Holz-Element-Fassade, einer optimierten Gebäudetechnik und einer flächig integrierten Photovoltaikanlage.

Die Wärme kommt aus dem Wald und bleibt im Haus
Entsprechend Ausrichtung der WSL stammt der Rohstoff für die Heizung aus Holz, das in maximal sechs Kilometer Entfernung geschlagen wird. Die Verbrennung der Holzschnitzel erzeugt 75 Prozent der benötigten Wärme, 20 Prozent stammen aus der Wärmerückgewinnung (grösstenteils Abwärme von Kältekompressoren). Für die restlichen fünf Prozent steht ein Heizölkessel bereit. Dass die Wärme im Haus bleibt, verdankt die WSL der neuen Wärmedämmung nach Minergie-P. 24 Zentimeter Glaswolle liegen auf der ursprünglichen Fassade auf. Über der von aussen aufgesetzten Wärmedämmung befindet sich eine Wetterhaut aus Holz. Im Inneren der Räume und Gänge führt eine Lüftungsanlage durchgehend frische Luft hinzu, saugt verbrauchte Luft ab und gewinnt hierbei Wärme zurück.

115 kW-Photovoltaikanlage
Mit einer Leistung von rund 115 Kilowatt produziert die neue Photovoltaik-Anlage der WSL einen Teil des benötigten Stroms selbst. Die Anforderungen des Baustandards Minergie-A werden erfüllt. Die insgesamt 750 Quadratmeter grossen Photovoltaik-Flächen auf den beiden Gebäuden bilden gleichzeitig die Dachhaut und ersetzen klassische Dachziegel. Sie integrieren sie sich harmonisch in das äussere Erscheinungsbild.

«Das Beispiel der WSL zeigt: Dank technischer Sparmassnahmen und innovativer Stromgewinnung lassen sich Betriebe in der Grösse eines KMU von fossiler Energienutzung auf erneuerbare Energien umstellen – das Ganze erst noch umweltverträglich, nachhaltig und kostengünstig», freut sich Dietrich Schwarz: « Unser Ansatz ist wegweisend und lässt sich auf weitere KMU-Lösungen adaptieren.»

Text: Minergie

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