Die überwiegende Mehrheit der Autobesitzenden äussert sich positiv zum Teilen ihrer Elektroautos. ©Bild: m-way

eMotion Zürich: Mit Miet-Elektroautos einmal um die Welt gefahren

(PM) Pioniere in und um Zürich machen es vor: 16 Firmen und Private sind vor einem Jahr auf ein Elektroauto umgestiegen und haben ihr neues Fahrzeug nicht nur selbst gebraucht, sondern nebenbei auch vermietet. 43'000 km haben die Elektroautos mit Mietern zurückgelegt, rund 100’000 km mit ihren Besitzern – und dies beidseits mit durchwegs positiven Erfahrungen.


Als m-way gemeinsam mit den Projektpartnern ewz, TCS und der Migros vor über einem Jahr Teilnehmende für das Vorhaben „eMotion Zürich“ suchte, war viel Überzeugungsarbeit gefragt. Für viele grundsätzlich Interessierte war schon das Umsteigen auf ein Elektroauto ein grosser Schritt und dieses dann noch mit Dritten zu teilen, rief einige Skepsis hervor. Schliesslich konnten 16 Firmen und Private gefunden werden, um das Projekt erfolgreich zu lancieren. Der Mut dieser Pioniere hat sich gelohnt: Heute darf man das Experiment als geglückt bezeichnen. Denn auch nach Abschluss des Pilotprojekts vermieten weiterhin fast alle ihr „Elektroauto zum Teilen“.

Geteiltes Genossenschaftsauto
Zu den Pionieren gehört auch Roland Lütolf, Geschäftsführer der Vitasana Wohn-Baugenossenschaft in Zürich. Er ist offen für neue Lösungen und bezeichnet seinen Renault ZOE für den Einsatz in Stadt und Agglomeration als absolut ideal. Die Möglichkeit, das Elektroauto nicht nur für die Geschäftsstelle zu nutzen, sondern es abends und am Wochenende auch den Bewohnern der Genossenschaft oder weiteren Interessierten zu vermieten, überzeugt ihn. Mittlerweile wird sein ZOE bereits etwa vier Mal pro Woche vermietet. Er setzt darauf, dass sich das Angebot in der Nachbarschaft weiter herumspricht und verankert. „Wer einmal mit dem Elektroauto gefahren ist, weiss, dass es nicht nur effizienter ist, sondern auch richtig Spass macht!“, meint Roland Lütolf.

Begleitstudie zum Experiment urbane Mobilität
Die Elektroautos haben sich im Alltag bewährt und konnten dank leistungsfähiger Ladestationen und Sharing-Plattform problemlos an Dritte vermietet werden. Dies zeigen die Resultate einer Begleitstudie, welche im Rahmen dieses Förderprojekts zur Elektromobilität durchgeführt wurde. Insgesamt konnte im Pilotbetrieb die Auslastung aller Fahrzeuge – bezogen auf die gefahrenen Kilometer – um ca. 40% erhöht werden. Christoph Schreyer, Leiter Sektion Mobilität Bundesamt für Energie: „Es freut uns, dass dieses Projekt bei einer zumeist jüngeren Zielgruppe auf grosse Akzeptanz gestossen ist und dabei positive Erfahrungen mit dem Teilen von energieeffizienten Elektroautos gemacht werden konnten. Die Sharing Economy leistet einen wichtigen Beitrag zur umweltfreundlichen und energieeffizienten Bewältigung unserer zukünftigen Mobilitätsbedürfnisse.“

Alltagstest bestanden
Wie zu erwarten war, gab es während der Laufzeit des Pilotprojekts die eine oder andere Herausforderung zu bewältigen. Diese konnten aber jeweils zur Zufriedenheit der Mieter und der Autobesitzenden gelöst werden. Deshalb äussert sich die überwiegende Mehrheit der Autobesitzenden positiv zum Teilen ihrer Elektroautos. Bei den Buchenden sind 94% sehr zufrieden oder eher zufrieden mit dem Mieten der Fahrzeuge über die Carsharing-Plattform sharoo.com. Und über die Hälfte der Mieter sind zum ersten Mal mit einem Elektroauto gefahren, was deren Einstellung zum Thema Elektromobilität positiv veränderte.

Dreimal energieeffizienter als ein Benzinauto
Die von den Mietern mit den Elektroautos gefahrenen Distanzen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen, die im Carsharing in urbanen Gebieten üblicherweise gefahren werden. Die mittlere gefahrene Distanz betrug ca. 43 km. Insgesamt fuhren die Autos mit ihren Mietern einmal rund um die Erde (43'000 km). Etwa 100'000 km haben die 17 Elektroautos mit ihren Besitzern zurückgelegt. Das sind pro Fahrzeug fast 6'000 km pro Jahr (der Schweizer-Durchschnitt liegt etwa doppelt so hoch). Insgesamt wurde gegenüber dem Einsatz von Benzinautos ca. 18.5 Tonnen CO2 weniger ausgestossen. Dies entspricht etwa 16 Flügen von Zürich nach New York oder einer Jahresfahrleistung von fast neun fossil betriebenen Fahrzeugen.

Erfahrungsgewinn für die Zukunft urbaner Mobilität
Durch das Pilotprojekt „eMotion Zürich“ wurden Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen gesammelt. Dazu gehörten Aufschlüsse über die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen bezüglich Ladedauer und Reichweite, die Akzeptanz von E-Fahrzeugen im gemischten urbanen Alltagsbetrieb sowie die erzielbare Energieeinsparung gegenüber herkömmlichen Benzinautos. Zusätzlich wurde mit der Plattform sharoo.com die neuste Form des Sharings angewendet: Einerseits verwendeten die Besitzer die Fahrzeuge selbst, andererseits vermieteten sie ihre Elektroautos in der nutzungsfreien Zeit an Drittpersonen.

Das Projekt „eMotion Zürich“ ermöglicht haben die Projektpartner ewz, Touring Club Schweiz und Migros. Es wurde lanciert und durchgeführt von der Migros-Tochter m-way und von EnergieSchweiz gefördert und begleitet. Die Lancierung des Projekts geht auf den von Stadt und Kanton Zürich initiierten Prozess Zukunft urbane Mobilität >> zurück.


Die wichtigsten Daten (aus „Fazit der Begleitstudie“):

- 17 Elektroautos über die neue Plattform sharoo.com vermietet
- 750 öffentliche Vermietungen in einem Jahr
- 43'000 km zurückgelegt durch Mieter
- 100'000 km zurückgelegt durch Besitzer
- 56% der Mietenden fuhren zum ersten Mal ein Elektroauto
- 90% der Mietenden ändern ihre Einstellung zur Elektromobilität positiv
- 94% der Mietenden sowie der Vermietenden waren mit dem Projektangebot zufrieden
- 13 der Pioniere vermieten ihr Elektroauto auch über die Projektdauer hinaus über sharoo.com
- 18.5 t CO2 im Vergleich zu Verbrennungsmotoren eingespart, entspricht 16 Flügen ZHR – NYC


Text: m-way AG

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1 Kommentare

andreas meister österreich

Ich finde diese aktion sehr gut. Ich besitze selber einen elekrtrischen Renault Kangoo. Daher weiss ich:

der Akku ist nur gemietet, - und wenn mehr km im Jahr gefahren
werden als im Vertrag steht, wird es für den Besitzer teuer. Wurde das bei dem Vermieten mit einberechnet? Wie wurde dieses Problem gelöst?
MFG
Andreas Meister

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