Das Deutsch-französische Büro für erneuerbare Energien veranstaltet am 21. Oktober in Paris eine Konferenz zur Sicherheit von Biogasanlagen. ©Bild: DFBEE

Frankreich: Biogasbranche im Aufschwung

(DFBEE) Frankreich ist ein Aufsteiger unter den Biogas-Ländern, dieser Trend sollte sich Anfang 2016 mit dem neuen Förderrahmen für Biogasanlagen noch verstärken. Die politische Unterstützung für die Branche scheint immer deutlicher zu werden. Dies zeigt auch das Ende Juli verabschiedete französische Energiewendegesetz, das die Weichen für eine starke Entwicklung der Biogasbranche stellt.


So sollen 1‘500 neue Biogasanlagen bis 2020 landesweit errichtet werden. Im Rahmen der Vorstellung des Landwirtschaftsförderprogramms der französischen Regierung am 23. Juli 2015 hat die französische Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, eine Änderung der Einspeisevergütungen für Strom aus Photovoltaik- und Biogasanlagen mittels Ministerialerlass angekündigt. Betroffen von den Änderungen sind bestehende und zukünftige Biogasanlagen.

Zwei Entwürfe für Tariferlasse
Im Sommer wurden zwei Entwürfe für Tariferlasse erarbeitet, die einerseits für bestehende Anlagen aller Grössenklassen und andererseits für neue Anlagen gelten werden. Die Texte wurden bisher noch nicht veröffentlicht. Der Erlassentwurf für bestehende Anlagen sieht folgende Erhöhung der inspeisevergütung für den Strom aus KWK vor: Leistung ≤ 80 kW: Basistarif von 18 Ct./kWh und Leistung ≥ 300 kW: Basistarif von 16,5 Ct./kWh. Zwischenwerte werden durch lineare Interpolation ermittelt. Eine ülle-Prämie von bis zu 4 Ct./kWh kann die Einspeisevergütungen ergänzen.

Neben der Anhebung der Vergütungsdauer von 15 auf 20 Jahre ist im Entwurf die Abschaffung der Energieeffizienzprämie vorgesehen. Bestehende Anlagen können ab Veröffentlichung des neuen Tariferlasses auf Antrag von diesem profitieren oder in der bisherigen Tarifstruktur verbleiben.

Verpflichtende Direktvermarktung
Das neue französische Energiewendegesetz führt eine verpflichtende Direktvermarktung für Biogasanlagen über 500 kW ab dem 1. Januar 2016 ein. Da drei Viertel der neuen Anlagen in Frankreich im ländlichen Bereich errichtet werden, besteht in dieser Hinsicht noch viel Informationsbedarf in Richtung der Branche.

Auch die Aspekte Anlagenoptimierung und -sicherheit werden eine wesentliche Rolle für die erfolgreiche Entwicklung der französischen Biogasbranche spielen. So haben mehrere Bauernverbände, wie der Verein der französischen Biogas-Landwirte (Association des agriculteurs méthaniseurs de France), in den vergangenen Monaten Initiativen gestartet, um die Sicherheitsstandards bestehender und zukünftiger Anlagen zu steigern. Bisher fehlen jedoch noch landesweite Standards für den sicheren Betrieb von Biogasanlagen.

Konferenz zur Sicherheit von Biogasanlagen
Das Deutsch-französische Büro für erneuerbare Energien veranstaltet am 21. Oktober in Paris eine Konferenz zur Sicherheit von Biogasanlagen. Es werden im Rahmen dieser Konferenz die Hebel für die energetische und wirtschaftliche Optimierung von bestehenden und zukünftigen Anlagen diskutiert. Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten des französischen Ministeriums für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie in Paris statt und wird mit Vertretern aus den Ministerien, Fachverbänden und Unternehmen sowie weiteren Experten wichtige Akteure der Branche aus Frankreich und Deutschland versammeln. Die Konferenz wendet sich an Planungsbüros, Projektträger, Lieferanten von Anlagenkomponenten und alle Akteure, die sich für die Produktion von Biogas in Frankreich interessieren.

Informationen, Programm und Anmeldung >>

Text: Deutsch-französisches Büro für erneuerbare Energien (DFBEE)

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