Biogas-Kleinanlage auf einem Milchviehbetrieb. ©Bild: agri Komp GmbH FNR

Biogas-Kleinanlage: Sinnvolle Ergänzung für den Milchviehbetrieb

(FNR) Wissenschaftliche Langzeituntersuchungen auf einem Praxisbetrieb in Rheinland-Pfalz bestätigen die positiven Synergien zwischen Milchviehhaltung und Biogaserzeugung. Bereits seit der EEG-Novellierung 2012 besteht ein besonderes Interesse von tierhaltenden Betrieben an Güllekleinanlagen. Allerdings sind viele Tierhalter nach wie vor skeptisch.


Diese Skepsis betrifft die Wirtschaftlichkeit dieses Anlagentyps und die Einbindung in die Betriebsabläufe.

Belastbare Daten
Um entsprechende belastbare Daten zu erhalten, untersuchten Wissenschaftler der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn die Auswirkungen des Betriebszweiges Biogas auf einen milchviehhaltenden Betrieb. Weitere Fragestellungen waren die Effizienz von Güllekleinanlagen und Evaluierung von Möglichkeiten, die bestehende Anlage zu optimieren.

Zeitgleich mit der Errichtung der ersten Anlagen nach dem neuen Fördersystem im Jahr 2012 wurden im Rahmen eines zweijährigen Forschungsvorhabens umfangreiche messtechnische Untersuchungen an einer kleinen Gülleanlage auf einem typischen Milchviehbetrieb mit 140 Kühen plus Nachzucht durchgeführt. Basierend auf den ermittelten Ergebnissen und den dort gegebenen Rahmenbedingungen ist die Biogasanlage eine gute Ergänzung zum Milchviehbetrieb. Die Wirtschaftlichkeit des Betriebszweiges Biogas ist insbesondere von den betrieblichen Gegebenheiten vor Ort abhängig. Allerdings sind für den Gesamtbetrieb auch die Sekundäreffekte der Biogasanlage nicht zu unterschätzen. Dazu gehören u. a. erweiterte Güllelagerkapazitäten, verminderte Geruchsemissionen, die Verwertung von Einstreu und Futterresten und die für Wohn- und Wirtschaftsgebäude nutzbare BHKW-Abwärme.

Möglichkeiten zur Optimierung
Der vor Ort untersuchte Anlagentyp und die Befragung von Anlagenbetreibern und Beratern zeigen, dass Güllekleinanlagen effizient arbeiten können. Kennwerte, die dieses bestätigen, sind z. B. Gaserträge, BHKW-Wirkungsgrade, Eigenstromverbrauch oder erforderlicher Arbeitszeitbedarf. Optimierungsmöglichkeiten sehen die Forscher vor allem bei der umfassenden Nutzung der im Betrieb vorhandenen Infrastruktur. Bereits vorhandene Einrichtungen, wie z. B. Siloplatte oder Güllelager, tragen wesentlich zu einer Senkung der Baukosten und damit zur Wirtschaftlichkeit bei. Die Untersuchungen bestätigen, dass die Wirtschaftlichkeit sehr stark von den Investitionskosten abhängt. Weitere direkte Einflussmöglichkeiten hat der Landwirt auch bei der Substratbereitstellung und der Abwärmenutzung.

Anhand der erhobenen Daten ist für den Versuchsbetrieb das Konzept Milchvieh und Biogas, selbst unter weniger günstigen Bedingungen, rentabel. Bei neu zu erstellenden Anlagen ist unbedingt die jährliche Absenkung der EEG-Förderung zu beachten. Insbesondere wenn der maximal mögliche Energiepflanzenanteil von 20% am Gesamt-Substratinput ausgeschöpft wird, ist ein gewinnbringender Betrieb kaum möglich.

Text: Deutsche Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR)

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