„Das BMU bremst das Potenzial von Biokraftstoffen schlichtweg weiter aus, die Klimaziele sind damit in weite Ferne gerückt“, so lautet die einhellige Meinung der beiden Unternehmer Olaf von Lehmden und Jens Albartus. ©Bild: Weltec

Biokraftstoffe: Biogas-Unternehmen fordern engagierte Weiterentwicklung der THG-Quote statt Ausbremsen des Potenzials

(PM) Bis Ende Juni kommenden Jahres muss Deutschland die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II im Bundesrecht umsetzen. Ein Punkt sind die Treibhausgaseinsparungen im deutschen Kraftstoffmix, die mit der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) festgelegt werden. Doch der dafür Ende September vorgelegte Entwurf des deutschen Bundesumweltministeriums (BMU) weist laut den Unternehmen Weltec Biopower und Envitec Biogas erhebliche Schwächen auf und wird so kaum zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele im Verkehrssektor beitragen.


„Das BMU bremst das Potenzial von Biokraftstoffen schlichtweg weiter aus, die Klimaziele sind damit in weite Ferne gerückt“, so lautet die einhellige Meinung der beiden Unternehmer Olaf von Lehmden, CEO der Envitec Biogas AG, und Jens Albartus, Geschäftsführer der Weltec Biopower auf die Vorlage des Entwurfs des Bundesumweltministeriums (BMU) zur künftigen Dekarbonisierung der Antriebsenergie im Verkehr. Das Ministerium wolle die THG-Quote für eine halbe Dekade einfrieren und dann um lapidare 1.25 Prozent erhöhen, erklärt von Lehmden: „Das ist eine massive Verfehlung des eigentlichen Zwecks des Gesetzes“. So soll die THG-Quote bis 2025 bei aktuell geltenden 6 Prozent bestehen bleiben und 2026 auf gerade einmal 7.25 Prozent steigen.

E-Mobilität alleiniger Heilsbringer?
„Wir fordern daher eine engagierte, aber durchaus realistische Weiterentwicklung der THG-Quote bereits ab 2021, damit im Jahr 2030 die für den Klimaschutz notwendigen 20 Prozent Anteil an Erneuerbaren im Verkehr erreicht werden“, erklärt Jens Albartus.„Es reicht nicht aus, dass Deutschland auf dem europäischen Mindestziel von 14 Prozent im Jahr 2030 verharrt und dieses womöglich nicht mal erreicht, wenn man die Erderwärmung und weitere Folgen wirklich stoppen will.“ Insgesamt gewinne man den Eindruck, so die beiden Unternehmenschefs, dass das BMU als alleinigen Heilsbringer die E-Mobilität weiter pusht und alle weiteren Alternativen gezielt ausschlägt. „Dieses Vorgehen steht aus unserer Sicht im diametralen Gegensatz zum Ansatz der Bundesregierung, die durchaus an einer ambitionierten Umsetzung der Quote interessiert ist, was allein die Wasserstoffstrategie zeigt“, so von Lehmden. Viel wichtiger als eine „Monopolisierung“ der E-Mobilität sei es doch, alle verfügbaren Optionen zu betrachten und eine möglichst breite Strategie zur Umsetzung der Herkulesaufgabe Klimawandel zu wählen und sich nicht von vorneherein zu beschränken.

Als langjährige Unternehmen der Biogasbranche könnten sowohl Envitec als auch Weltec zuverlässig die Machbarkeit ihrer Forderungen einschätzen. Letztendlich gehe es nicht nur um den Klimaschutz, sondern auch um das Fortbestehen einer grossen Branche mit rund 47‘000 Arbeitsplätzen in Deutschland.

Text: Weltec Biopower GmbH

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