Erforschen die dunkle Fermentation: Markus Huth (Blue Methano), Sören Kamphus, Dr. Elmar Brügging, Tobias Weide, Stephanie Koch, Jan Völpel (Emcel) und Momoko Kristuf (Emceke) (von links). Bild: FH Münster/Frederik Tebbe

Projekt HyTech: Energie aus Abwässern und Biomasse gewinnen - FH Münster und Projektpartner erforschen die dunkle Fermentation

(ee-news.ch) An der FH Münster wird im Projekt HyTech mit Partnern aus der Industrie regenerative Möglichkeiten der Wasserstofferzeugung untersucht. Untersucht wird die sogenannate dunkle Fermentation. In zwei Versuchsanlagen werden unterschiedliche Reaktoren und Prozessparameter getestet, um die Produktion von Wasserstoff möglichst stabil und effizient zu gestalten.


Eine Möglichkeit, nachhaltig Wasserstoff zu produzieren, sehen die Forscherinnen und Forscher in der dunklen Fermentation. Das Verfahren nutzt als Rohstoffe Biomasse, Reststoffe und Abwässer zur biologischen Wasserstofferzeugung. Dabei werden diese bisher nicht genutzten Rohstoffe zu grünem Wasserstoff umgesetzt. Das Verfahren befindet sich aktuell noch in der Entwicklung.

Besonders stärke- und zuckerhaltige Abwässer
Bei der dunklen Fermentation werden organische Stoffe in einer zweistufigen Versuchsanlage von Mikroorganismen unter Abwesenheit von Sauerstoff und Licht vor allem in Wasserstoff und flüchtige organische Säuren umgewandelt. Unter anderem hat die Forschergruppe bereits im Vorfeld Abwässer aus der Lebensmittelindustrie auf ihr Wasserstoffpotenzial untersucht. „Besonders ertragreich sind stärke- und zuckerhaltige Abwässer“, zog Dr. Elmar Brügging als vorläufiges Fazit. Dabei handelt es sich um Abwässer, die bisher weitgehend ungenutzt bleiben.

Projekt über drei Jahre
Im auf drei Jahre angelegten HyTech-Projekt wird das Team die Forschung um die dunkle Fermentation nun vorantreiben. In zwei Versuchsanlagen werden unterschiedliche Reaktoren und Prozessparameter getestet, um die Produktion von Wasserstoff möglichst stabil und effizient zu gestalten und so das nutzbare Reststoffspektrum zu erweitern. Sie wollen auch die Nutzungsmöglichkeiten des erzeugten Wasserstoffs überprüfen und testen, welche zusätzlichen Verfahrensschritte nötig sind, um den erzeugten grünen Wasserstoff ins Erdgasnetz einzuspeisen oder ihn zum Beispiel in Brennstoffzellen oder auch in der Industrie nutzen zu können.

Industriepartner
Dazu arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Berliner Firma Blue Methano GmbH zusammen, die die anstehenden Versuche gasanalytisch begleiten und unter anderem Gasmesstechnik bereitstellen wird, um das Volumen des erzeugten Wasserstoffs zu bestimmen. „Das Kölner Ingenieurbüro Emcel steht dem Team in wirtschaftlichen Fragen zur Seite und prüft, welche Entwicklungen notwendig sind, damit der grüne Wasserstoff am Markt bestehen kann

Text: ee-news.ch, Quelle: FH Münster

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