Meyer Burger will in Freiberg Solarmodule der nächsten Generation fertigen, die mehr Leistung pro Fläche und einen wesentlich höheren Energieertrag gegenüber der aktuellen Standardtechnologie haben.

Meyer Burger: Will Produktion von Solarzellen und Solarmodulen in Sachsen-Anhalt und Sachsen aufbauen

(ee-news.ch) An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. Juli 2020 haben die Aktionäre von Meyer Burger den Weg für den Strategiewechsel vom Maschinenanbieter zu einem technologisch führenden Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen freigemacht (siehe ee-news.ch vom 13.7.2020 >>). Für den Start der eigenen Solarzellen- und Modulfertigungen hat sich Meyer Burger für Standorte im Solar Valley in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) sowie in Freiberg (Sachsen) entschieden. Die Voraussetzungen an den beiden Standorten habe ein Team aus internen und externen Produktionsspezialisten evaluiert und als sehr vorteilhaft bewertet, schreibt Meyer Burger.


In Bitterfeld-Wolfen könne Meyer Burger Gebäude des ehemaligen Solarzellenherstellers Sovello langfristig und kostengünstig anmieten. Es handele sich zunächst um Flächen von 27‘000 Quadratmetern, Erweiterungsflächen könnten bei Bedarf zusätzlich angemietet werden. Meyer Burger will hier seine neusten Produktionsmaschinen nutzen, um hocheffiziente Solarzellen mit der proprietären Heterojunction-Technologie herzustellen. Im knapp 150 Kilometer entfernten Freiberg sollen die Hocheffizienz-Zellen zu Smartwire-Modulen weiterverarbeitet werden. Hier will Meyer Burger die ehemalige Produktionsstätte von Solarworld nutzen. Mit Meyer Burger gebe es dann wieder einen Anbieter von technologisch führenden Solarzellen made in Europe, so CEO Gunter Erfurt. Denn fast alle in Europa gefertigten Solarmodule enthalten heutzutage Zellen, die aus Asien kommen. Die Entscheidung, bestehende Infrastrukturen und die hohe Fachkompetenz in den Regionen zu nutzen, soll kurze Hochlaufzeiten und eine hohe Produktqualität ermöglichen.

Smartwire-Module aus ehemaliger Produktionsanlage von Solarworld
Die patentgeschützten Smartwire-Module will Meyer Burger in einer Produktionsanlage des ehemaligen Solarworld-Konzerns fertigen. Bis heute sei es die grösste und modernste Anlage ihrer Art in Europa. Auf rund 19‘000 Quadratmetern gibt es hier gute Voraussetzungen für die Umrüstung und Anpassung der bestehenden Infrastruktur und der hochautomatisierten Modulfertigungslinien. Die Anlage verfüge heute über eine jährliche Nominalkapazität von mehr als 600 MW, die mit neuen Technologien auf mehr als 800 MW erhöht werden könne, schreibt Meyer Burger. Zusätzlich erwerbe man am ehemaligen Solarworld-Standort Freiberg das moderne Logistik- und Distributionszentrum (14‘000 Quadratmeter), das den Aufbau einer effizienten Vertriebsstruktur infrastrukturell absichern soll. Zum Kaufpreis wurde mit dem Insolvenzverwalter Christoph Niering Stillschweigen vereinbart.

Ausbau bis auf 5 GW
Die Kapazitäten zum Produktionsstart im ersten Halbjahr 2021 sollen bei jährlich 400 MW in der Solarzellenproduktion und 400 MW in der Modulproduktion liegen. Der weitere Ausbau soll dann bis auf 5 GW erfolgen. Meyer Burger will Solarmodule der nächsten Generation fertigen, die mehr Leistung pro Fläche und einen wesentlich höheren Energieertrag gegenüber der aktuellen Standardtechnologie haben.

Text: ee-news.ch, Quelle: Meyer Burger Technology AG

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Partner

  • Agentur Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Ist Ihr Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien oder Energieeffizienz tätig? Dann senden sie ein e-Mail an info@ee-news.ch mit Name, Adresse, Tätigkeitsfeld und Mail, dann nehmen wir Sie gerne ins Firmenverzeichnis auf.

Newsletter abonnieren