Nördlich des Bahnhofs will Energie 360° die Abwärme zusätzlich in einem Wärmeverbund zum Heizen nutzbar machen. ©Bild: Energie 360°

Midor und Energie 360°: Machen Abwärme nachhaltig nutzbar und sparen 20 Mio. Liter Trinkwasser sowie 650'000 kWh Strom ein

(PM) Energie 360° und Midor realisieren gemeinsam ein Projekt, um Seewasser zum Kühlen und Heizen zu nutzen. Dies ermöglicht Midor, an ihrem Produktionsstandort in Meilen rund 20‘000‘000 Liter Trinkwasser einzusparen. In einem weiteren Schritt soll die Abwärme zudem in einem Wärmeverbund genutzt werden.


Drei Pumpen werden in Meilen künftig Wasser aus dem Zürichsee und der Kirchgasse entlang zum Areal der Midor AG pumpen. Dort wird das Wasser einen Teil der Wärme aufnehmen, die beim Herstellen von Glacen und Backwaren entsteht, bevor es zurückfliesst in den See. «Dies ermöglicht uns, bestehende Kältemaschinen zu ersetzen und so pro Jahr 20‘000‘000 Liter Trinkwasser und 650‘000 Kilowattstunden Strom zu sparen», erläutert Infrastrukturleiter Martin Gerig. Der letztere Wert entspreche dem Jahresverbrauch von 720 Haushalten. Damit das Wasser konstant die richtige Temperatur von 5 Grad Celsiusaufweist, wird es in 50 Metern Tiefe aus dem See gepumpt. Planung, Bau und Betrieb derAnlage übernimmt die Zürcher Energiedienstleisterin Energie 360°. Mit einer Leistung von 7500 Kilowatt handelt es sich beim gemeinsamen Projekt um eine der grössten Prozesskühlungsanlagen am Zürichsee.

Baustart im September
Mit dem Bau der Leitungen beginnt Energie 360° im September. Diese folgen einem detaillierten Zeitplan, der beispielsweise die Fischschonzeiten berücksichtigt. «Wir haben das Projekt von Anfang an in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich geplant», sagt Romeo Deplazes, Leiter Lösungen bei Energie 360°, «insbesondere um den n Schutz des Ökosystems sicherzustellen und um den Bedürfnissen der Meilener Bevölkerung Rechnung zu tragen.» Die Bauarbeiten für den unterirdischen Technikraum neben der Schifflände starten daher erst im Oktober, wenn weniger Anwohnerinnen und Anwohner den beliebten Platz nutzen. Nach deren Abschluss wird von den drei Pumpen ausser dem Deckel des Zugangsschachts denn auch nichts mehr zu sehen sein. Auch auf die von der Gemeinde Meilen kürzlich gepflanzten Pappeln wird bei den Bauarbeiten entsprechend Rücksicht genommen.

Folgeprojekt Wärmeverbund
Zusammen mit der Gemeinde plant Energie 360° zudem ein Folgeprojekt: Damit die vom Seewasser aufgenommene Energie nicht ungenutzt in den See fliesst, will das Unternehmen sie in einem Wärmeverbund zum Heizen nutzbar machen. Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer erhalten so die Möglichkeit, fossile Energieträger wie Öl oder Gas durch eine klimafreundlichere Lösung zu ersetzen. Energie 360° wird die Besitzerinnen und Besitzer von Liegenschaften nördlich des Bahnhofs Meilen – zwischen Stelzenareal und Feuerwehrdepot und bis zur Wampflenstrasse – in den nächsten Tagen in einem Brief detailliert über das Projekt informieren. Starten soll das Projekt dann im Spätsommer.

Text: Energie 360°

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