23. Apr 2019

Obwohl die Einspeisevergütung in drei Jahren ausläuft, ist noch keine Nachfolgelösung in Sicht. Ob und welchen Stellenwert die Biogasanlagen in dieser neuen Stromwelt haben werden oder wie eine allfällige KEV-Nachfolgelösung aussieht, ist offen.

Ökostrom Schweiz: Verband der landwirtschaftlichen Biogasanlagen sorgt sich um künftigen Stellenwert von Biogasanlagen

(PM) Erneut kann bei den landwirtschaftlichen Biogasanlagen eine Steigerung bei der verarbeiteten Biomasse um 13% und damit auch beim daraus erzeugten Strom um 9% sowie bei der CO2-Reduktionsmenge um 10% verzeichnet werden. Sorgen macht der Genossenschaft Ökostrom Schweiz, dem Verband der landwirtschaftlichen Biogasanlagenbetreiber aber die Zukunft der Biogasanlagen. Zurzeit ist völlig unklar, ob und welchen Stellenwert die Biogasanlagen in der neuen Stromwelt haben werden oder wie eine allfällige KEV-Nachfolgelösung aussieht.


Für die Genossenschaft Ökostrom Schweiz ist klar, dass die von den Biogasanlagen erbrachten Umweltleistungen vermehrt über das neue CO2-Gesetz sowie über die Agrarpolitik abgegolten werden müssen und zwar so, dass eine langfristige Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden kann. So wird sich die Genossenschaft weiterhin stark dafür einsetzen, das ungenutzte Potenzial bei der energetischen Verwertung von Hofdüngern aufzuzeigen. Es braucht nun Taten statt Worte.

Die grüne Welle rollt
Was sich in diesen Tagen, Wochen und Monaten abspielt, ist einzigartig: auf der ganzen Welt gehen tausende Schülerinnen und Schüler auf die Strasse um gegen den Klimawandel und für griffige Massnahmen im Klimabereich zu demonstrieren. Kommt hinzu, dass das Schweizer Stimmvolk einem Ausstieg aus der Kernenergie und gleichzeitig einer neuen Energiezukunft zugestimmt hat. Die grüne Welle rollt. Es kann nicht mehr weiter bei Lippenbekenntnissen bleiben, sondern es braucht konkrete Massnahmen, Massnahmen die wirksam sind und ein grosses Potenzial aufweisen. Die Biogasbranche ist bereit, hat Lösungen und das Potenzial.

Multitalent Biogasanlage
Biogasanlagen leisten mit der Stromproduktion einen Beitrag zum Ersatz der Kernkraftwerke und sie leisten parallel dazu einen grossen Beitrag an den Klimaschutz. Bei den Hofdüngern be-steht noch ein grosses, bisher ungenutztes Potenzial; heute werden nur rund ca. 4% davon energetisch genutzt. Die über 100 Mitgliedschaftsanlagen von Ökostrom Schweiz produzieren jährlich rund 120 GWh Strom und erbringen gleichzeitig eine CO2-Reduktionsleisung von jährlich ca. 83‘000 Tonnen. Hinzu kommen die Wärmeproduktion und die Möglichkeit, auf Abruf Regelenergie zu produzieren. Auch das was nach dem Verarbeitungsprozess übrig bleibt ist wertvoll, denn das Gärgut ist ein wertvoller Dünger, der auf die Felder ausgebracht wird, wodurch Nähstoffkreisläufe geschlossen werden. Dies alles macht die Biogasanlagen zu wahren Multitalenten. Sie erbringen exakt diejenigen Leistungen, die von der Klima- und Energiepolitik verlangt werden. Für Michael Müller, Präsident der Genossenschaft Ökostrom Schweiz ist klar: „Die Aussichten wären rosig, aber die Realität ist eine andere.“

Die Realität sieht anders aus
Obwohl die Einspeisevergütung in etwas mehr als 3 Jahren ausläuft, ist noch keine Nachfolgelösung in Sicht. Hinter den politischen Kulissen wird eifrig am neuen Strommarktdesign gewerkelt. Ob und welchen Stellenwert die Biogasanlagen in dieser neuen Stromwelt haben werden oder wie eine allfällige KEV-Nachfolgelösung aussieht, ist offen. Gleichzeitig wird das CO2-Gesetz totalrevidiert. Auch hier ist noch offen, ob und wie Klimaschutzleistungen der Biogasanlagen abgegolten werden. Beide Themen beschäftigen die Genossenschaft Ökostrom Schweiz stark. Für den Fachverband ist klar, dass die von den Biogasanlagen erbrachten Leistungen verstärkt über das neue CO2-Gesetz sowie über die Agrarpolitik abgegolten werden müssen und zwar so, dass eine langfristige Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden kann. Nebst der Klimaschutzleistung produzieren Biogasanlagen inländischen Strom, Brenn- oder Treibstoff, was vor Ort genutzt oder ins Netz eingespiesen werden kann. Zudem produzieren sie auch wertvollen Dünger und schliessen die Nährstoffkreisläufe. Damit dieses Potenzial vermehrt erschlossen werden kann, setzt sich der Verband für rechtliche Rahmenbedingungen ein, welche einen wirtschaftlichen Betrieb von Biogasanlagen ermöglichen.

Die Genossenschaft Ökostrom Schweiz ist der Verband der landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Die Generalversammlung hat in der Vianco Arena in Brunegg stattgefunden.

Text: Ökostrom Schweiz

1 Kommentare
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Max Blatter @ 26. Apr 2019 09:31

Klar: Mengenmässig gesehen steht Biogas im Schatten der Solarenergie, der Wasserkaft und der Windenergie. Es hat aber auch Eigenschaften, die es energiewirtschaftlich sehr wertvoll machen: Allem voran die direkte Speicherbarkeit (potenzieller Lieferant von Spitzenenergie!), oder die universelle Verwendbarkeit (Wärme, Elektrizität, Antriebsenergie, Einspeisung ins Gasnetz, ...). Politik und Wirtschaft sollten potenzielle Biogasproduzenten in der Tat nicht vergraulen, sondern tatkräftig fördern.

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