09. Aug 2019

Fehlplanungen bei den Netzen bremsen die Energiewende unnötig aus und gefährden künftige Klimaziele, so BEE-Präsidentin Simone Peter. ©Bild: BEE

BEE: Deutsche Bundesnetzagentur streicht absehbar benötigte Netzprojekte

(PM) „Das Prüfergebnis des Netzentwicklungsplans (NEP) der Übertragungsnetzbetreiber durch die Bundesnetzagentur ist kontraproduktiv für die Energiewende und für den Klimaschutz“, sagt Simone Peter, Präsidentin des deutschen Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat eine Reihe von Netzprojekten zusammengestrichen (siehe ee-news.ch vom 7.8.2019 >>).


„Ein schlechtes Signal“, kritisiert Peter, „zumal die BNetzA nur einen Tag davor angekündigt hat, in einigen Bundesländern den Ausbaudeckel für die Windenergie mit der Begründung zu verschärfen, es stünden nicht genug Netze zur Verfügung.“

Energiewende wird künstlich verlangsamt
Beide Entscheidungen zusammen zeigten, wie unstrukturiert die deutsche Bundesregierung die Energiewende fortsetzt und damit künstlich verlangsamt. Eigentlich hätte die deutsche Bundesnetzagentur den NEP dahingehend überprüfen sollen, inwiefern der künftige zusätzliche Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmepumpen und Power-to-X abgebildet wird und inwiefern Effizienzannahmen realistisch getroffen werden. Diese Herausforderungen müssten zudem im Szenariorahmen noch berücksichtigt werden, denn die Szenarien gehen von einer Stagnation des Stromverbrauchs bis 2030 aus, so als ob es keine Sektorenkopplung und keinen Klimaschutzplan für alle Sektoren gäbe.

Netzbooster nicht bewilligt
Zu niedrige Stromverbrauchsannahmen führten zu Netzfehlplanungen und würden damit dem erforderlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht gerecht. So sträube sich die Bundesnetzagentur weiterhin dagegen, dass Erzeugungsspitzen möglichst regional verbraucht werden, was weitere Flexibilitäten schaffen würde. Besonders unverständlich sei, dass die Bundesnetzagentur die dringend benötigten Netzbooster nicht bewilligen will. Diese würden es ermöglichen, deutlich mehr Kapazitäten im Bestandsnetz und den geplanten Gleichstromnetzen zu schaffen.

„Einerseits die Kapazität der künftigen Netze zu reduzieren und andererseits den Erneuerbaren-Ausbau mit Verweis auf zu geringe Netzkapazitäten zu deckeln, passt hinten und vorne nicht zusammen. Fehlplanungen bei den Netzen bremsen die Energiewende unnötig aus und gefährden künftige Klimaziele.“

Text: Deutscher Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE)

1 Kommentare
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Max Blatter @ 16. Aug 2019 09:57

"Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass": Mit Trockenshampoo lässt sich die Energiewende nicht realisieren!

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