Erneuerbare Stromerzeuger müssen insbesondere im Norden Deutschlands abgeregelt werden. Auf Schleswig-Holstein mit 2.86 kWh olgen Niedersachsen mit über 1.5 Mrd. kWh sowie Brandenburg mit 0.35 Mrd. kWh. ©Bild: AEE

Deutschland: 2018 wurden über 5.4 Mrd.kWh erneuerbarer Strom abgeregelt – der meiste davon in Schleswig-Holstein

(AEE) Der fortschreitende Ausbau der Erneuerbaren Energien muss mit dem deutschlandweiten Netzausbau und einer flexibleren Stromnutzung einhergehen, um nicht nur die Erzeugung von Strom, sondern auch dessen Verteilung sicherzustellen. In der gesamten Republik wurden 2018 über 5.4 Mrd. kWh erneuerbarer Strom abgeregelt, da dieser nicht lokal verbraucht werden konnte und die vorhandenen Netzkapazitäten für den Transport der erzeugten Strommenge unzureichend waren.


Die Leistung der Erzeuger wird so künstlich reduziert, um Übertragungs- und Verteilungsnetze nicht zu überlasten. Positiv hervorzuheben ist, dass im Vergleich zu 2017 bundesweit die gesamte Menge des abzuregelnden Stroms gesunken ist, obwohl die Erzeugung von Ökostrom deutlich gesteigert werden konnte. Um auch zukünftig die steigende Leistung aus Erneuerbaren-Strom effizient zu nutzen, bedarf es neben dem Netzausbau auch Massnahmen wie der Sektorenkopplung zur Flexibilisierung des Verbrauchs. So können Abregelungen vermindert und der erzeugte Strom für die Dekarbonisierung des Wärme- und Verkehrssektor nutzbar gemacht werden.

Rückgang der Ausfallarbeit um 12 %
Im vergangenen Jahr musste in Schleswig-Holstein mit 2.86 Mrd. kWh die höchste Strommenge aus Erneuerbaren abgeregelt werden. Über die Hälfte des bundesweiten Einspeisemanagements 2018 stammt damit aus dem nördlichsten Bundesland, was dennoch einem Rückgang der Ausfallarbeit um 12 % gegenüber 2017 entspricht. Dies ist insbesondere bemerkenswert, da die Gesamtleistung aus Erneuerbaren und v.a. der Windenergie zeitgleich weiter anstieg.

Unter den Bundesländern zeigt sich, dass erneuerbare Stromerzeuger insbesondere im Norden Deutschlands abgeregelt werden müssen. Auf Schleswig-Holstein folgen Niedersachsen mit über 1.5 Mrd. kWh sowie Brandenburg mit 0.35 Mrd. kWh. Aufgrund der stark ausgebauten Windenergie an den Küsten, wird der Mangel an Netzkapazitäten beim Stromtransport von Norden nach Süden ersichtlich. Neben dem Ausbau der Stromnetze sollten daher ausserdem in den südlichen Flächenstaaten die dortigen grossen Potenziale für die Windenergieerzeugung genutzt werden, um den Transportbedarf zu verringern.

Text: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)

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2 Kommentare

Och bitte

Da geht viel zu viel Strom verloren und ist völliger Blödsinn.

Der Strom muss zum Verbraucher und nicht xfach verschwendet werden.

Große Speicher , Netzausbau und schlechte Kraftwerke abschalten.

Hans Wopalensky

Mit den überschüssigen Kspazitäten verstärkt Wasserstoff produzieren wäre wohl die beste Lösung. Dieser kann über Pipelines transpotiert oder gespeichert werden.
H2 hat den Vorteil, daß er für Kraftfahrzeuge, Bahnen, Schiffe etc überall hin transportiert werden kann und zur dezentralen Energieversorgung verwendet werden kann. Es ist sogar denkbar, Gebäude mit Wärme und Strom zu versorgen.
Die Brennstoffzelle macht's.
Am Ende bleibt der Wasserstoff - Energie für alle Zeiten

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