15. Apr 2019

Offizielle Inbetriebnahme des Salzspeichers im Heizkraftwerk Reuter. ©Bild: Vattenfall

Salz als Energiespeicher: Pilotanlage am Heizkraftwerk Reuter in Spandau nimmt Betrieb auf

(ee-news.ch) Gemeinsam mit dem schwedischen Unternehmen Salt X Technology erprobt Vattenfall am Heizkraftwerk Reuter in Spandau, inwieweit sich überschüssiger Grünstrom aus Wind oder Sonne in Salz speichern lässt. Denn Salz kann bis zu zehnmal mehr Energie aufnehmen als beispielsweise Wasser und birgt damit grosses Potenzial für die konsequente Umsetzung der Wärmewende.


Eine besondere Nanobeschichtung sorgt dafür, dass das Salz tausende Male ge- und entladen werden kann, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Die so gespeicherte Energie lässt sich verlustfrei über Wochen oder Monate vorhalten, bis sie benötigt wird.

Testphase unter industriellen Realbedingungen
Im Maschinenhaus des Heizkraftwerks haben Vattenfall und Salt X Technology eine Pilotanlage mit einer Gesamtleistung von fünf MW errichtet, mit der überprüft werden soll, ob sich die vielversprechenden Laborergebnisse auch unter industriellen Realbedingungen bestätigen. In den nächsten Monaten sollen die dazu benötigten Daten gesammelt werden. Dabei geht es um die Frage, wie grosse Mengen an Salz in einem entsprechenden Behälter effizient getrocknet werden können. Andere Überlegungen betreffen die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Kontrolle über den Prozess. Der Testbetrieb läuft von April an sechs Monate bis zum Herbst. Danach werden die erhobenen Daten ausgewertet. Ende des Jahres sollen die Ergebnisse final vorliegen.

Die Pilotanlage ist Teil der strategischen Neuausrichtung am Standort. Vattenfall wird im kommenden Jahr den Block C des Heizkraftwerks Reuter stilllegen und bis spätestens Ende 2030 in Berlin vollständig aus der Kohlenutzung aussteigen. Neben dem Salzspeicher entsteht hier aucn eine grosse Power-to-Heat-Anlage, die ebenfalls noch in diesem Jahr in Betrieb gehen und das Steinkohle-Heizkraftwerk Reuter C ersetzen wird.

Text: ee-news.ch, Quelle: Vattenfall GmbH

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen