15. Apr 2019

Drei Mehrfamilienhäuser in Mettmenstetten hat die Firma Energie solarie 2016 mit Sonnenkollektoren und PV-Modulen ausgestattet. Zur Erdsondenregeneration wird Überschusswärme im Sommer ins Erdreich eingebracht. Bild: Energie Solaire

Diese thermische Solaranlage mit 316 Sonnenkollektoren (Typ FK2-V4) von Ernst Schweizer steht in der Wohnüberbauung Hochbord in Dübendorf und versorgt 226 Wohnungen mit Warmwasser. Bild: Ernst Schweizer

Auf dem Dach der Wohnsiedlung Werk 1, Uster: Aquapur Systeme von Soltop sind die perfekte Warmwasser-Lösung für Mehrfamilienhäuser und Anwendungen mit erhöhtem Hygienebedarf (Altersheime, Spitäler, Schwimmbäder etc.). Bild: Soltop

2.Juni 2018: Ein Swiss Solartank von Jenni Energietechnik mit 108‘000 Liter Volumen auf dem Transport zu eine Sechsfamilienhaus in Huttwil. Der 10 Meter lange Speicher deckt zu 100% Wärmebedarf der Bewohner für Brauchwasser und Heizung. Bild: Jenni

Comeback für die Solarwärme: Vier Solarfirmen wehren sich für die Solarthermie

(SH) Will die Schweiz ihre Klimaziele erreichen, gehört die systematische Nutzung der Solarwärme zwingend dazu. Überall, wo Wärme mit Öl und Gas erzeugt wird, kann mit Solarthermie ein wesentlicher Anteil abgedeckt werden. Damit lassen sich grosse CO2-Einsparungen erzielen. Vier Schweizer Solarhersteller zeigen, wo es lang geht.


Nach einer Boomphase zwischen 2005 bis 2012 geriet die Nachfrage nach solarthermischen Anlagen ins Stocken. Auslöser war unter anderem die Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Als Folge davon wurde europaweit der Ruf nach dem Ersatz von Atomstrom durch Photovoltaik laut. Die purzelnden Preise für PV-Module aus Fernost sowie die attraktive Förderung durch die Kostendeckende Einspeisevergütung und später durch Einmalvergütung brachten den notwendigen Schwung.

Vier Solarfirmen machen mobil
In diesem Umfeld geriet die Solarthermie ins Hintertreffen. Es ist höchste Zeit, der Solarthermie wieder den ihr zustehenden Platz einzuräumen, finden vier führende Solarfirmen Energie Solaire in Sierre, Jenni in Burgdorf, Schweizer in Hedingen und Soltop in Elgg ZH. Die vier Pioniere, die im gesamten Solarbereich tätig sind, möchten die positiven Faktoren der Solarwärme in Erinnerung rufen. Dazu gehört etwa auch, dass die Produktion der Sonnenkollektoren zum grossen Teil in der Schweiz erfolgt, wodurch die Wertschöpfung im Land bleibt. Wichtig sind aber auch die Vorzüge der Solarthermie:

  1. Fossile Wärmeträger mit C02-freier Solarwärme ersetzen.
    Rund die Hälfte der Schweizer Heizanlagen werden nach wie vor mit Öl und Gas betrieben. Diese Anlagen sollten den Warmwasserbereich zwingend durch Nutzung der Solarwärme ergänzen. Deckungsgrade mit über 50 Prozent Solarwärme sind für Ein- und Mehrfamilienhäuser problemlos zu erreichen. Die Solarhersteller liefern Systeme, die sich auf hohem Niveau bewähren. Lösungen mit Wärmepumpen und Photovoltaik (PV) sind ideale Ergänzungen. Besonders gross ist das Potenzial bei Mehrfamilienhäusern, Spitälern und Heimen.
  2. Regeneration von Erdwärmesonden und Saisonspeicherung
    Die Dichte der Erdsonden im Siedlungsgebiet nimmt zu. Gerade bei grossen Überbauungen kommen Erdsonden-Felder zum Einsatz. Dies macht es nötig, dass die im Winter entnommene Erdwärme im Sommerhalbjahr durch Solarwärme frisch «aufgeladen» wird.
  3. Mit Solarthermie lassen sich Fernwärme-Systeme ideal speisen
    Verwaltungsgebäude, technische Betriebe etc. mit ihren grossen Dachflächen können für grosse Solarthermieanlagen genutzt werden, mit denen das Fernwärmenetz effizient gespiesen wird.
  4. Optimale Solarnutzung dank moderner Solarregler
    Solarregler schützen vor Überladung der Anlage und regulieren die Energieabgabe. Die Fläche der Sonnenkollektoren wird auf den Warmwasser-Verbrauch wie auch auf den Speicher abgestimmt und garantiert so eine optimale Solarnutzung.

  5. Hoher Entwicklungsstand und bestmögliche Wartung
    Die Solarwärme-Systeme haben bezüglich Effizienz, Technik und Materialisierung einen sehr hohen Entwicklungsstand erreicht. Eine Lebensdauer der Systeme von weit über 20 Jahren ist Standard. Alle Unternehmen verfügen über Wartungsabteilungen.

Text: Stefan Hartmann, im Auftrag von Energie Solaire, Jenni Energietechnik, Ernst Schweizer Soltop

1 Kommentare
> alle lesen
Max Blatter @ 18. Apr 2019 10:20

Richtig! Wir dürfen vor lauter PV-Euphorie die Solarthermie nicht vernachlässigen. Für "100% erneuerbar" braucht es beides.

Kommentar hinzufügen