09. Feb 2019

H-TEC-Geschäftsführer Frank Zimmermann, Energie des Nordens-Geschäftsführer Reinhard Christiansen und Greenpeace Energy-Vorstand Sönke Tangermann anlässlich der Vertragsunterzeichnung. ©Bild: Greenpeace Energy

Produktion von erneuerbarem Wasserstoff: Energie des Nordens kauft Windgas-Elektrolyseur mit 1 MW Leistung

(ee-news.ch) Die Erneuerbare-Energien-Gesellschaft Energie des Nordens, deren Hauptgesellschafter Greenpeace Energy ist, und H-TEC Systems aus Lübeck haben den Kaufvertrag über einen PEM-Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion unterzeichnet. Die neu entwickelte Anlage mit einer Nennleistung von einem Megawatt soll im schleswig-holsteinischen Haurup ab 2020 aus überschüssigem Windstrom jährlich bis zu drei Millionen Kilowattstunden Wasserstoff ins Gasnetz einspeisen.


Dabei komme in Haurup die neueste Elektrolyse-Technologie mit einem hohen Wirkungsgrad zum Einsatz. Man wolle Erfahrungen bei der effizienten Speicherung von überschüssigem Windstrom im Gasnetz und der Stabilisierung des in dieser windreichen Region stark beanspruchten Stromnetzes sammeln, so Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy und einer der Geschäftsführer der Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN). EdN ist der Betreiber des Windgas-Elektrolyseurs in Haurup, einem geeigneten Standort für ein solches Projekt, weil es dort einen Netzknoten gibt und hier besonders viel überschüssiger Windstrom anfällt. Der PEM-Elektrolyseur des Typs ME 450/1400 ist der bislang grösste PEM Elektrolyseur von H-TEC Systems und wurde neu entwickelt.

Versorgungssicherheit in Dunkelflauten
Kapazitätsstarke Speichertechnologien wie Windgas können zur Lösung eines zentralen Problems der Energiewende beitragen. Gerade die stark schwankende Produktion von Windstrom fällt häufig in Zeiten an, in denen dieser nur schwer genutzt werden kann oder Netzengpässe eine Weiterleitung an entfernte Verbraucher verhindern. Diese Windenergie kann durch einen Elektrolyseur genutzt werden, der Wasser in Sauerstoff und klimafreundlichen Wasserstoff aufspaltet. Das erneuerbare Gas kann im vorhandenen Gasnetz gespeichert und überall in Deutschland bei Bedarf in flexiblen Gaskraftwerken wieder in Strom umgewandelt werden. Das erhöht die Versorgungssicherheit bei langen Dunkelflauten, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind über Wochen nur schwach weht. , Die Kapazität des deutschen Gasnetzes sei so gross, dass es bis zu drei Monate Energie für die Strom- und Wärmeversorgung bereithalten kann, erläutert Tangermann.

Der neue H-TEC-Elektrolyseur produziert aber nicht nur Wasserstoff, sondern ist zugleich so reaktionsschnell, dass er seine Leistung auf Signale des Netzbetreibers hin herauf- oder herunterfahren und so zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen kann.

Hintergrund
Greenpeace Energy ist der Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN) Ende Oktober 2018 beigetreten. EdN, ein Zusammenschluss von 70 Unternehmen der Erneuerbaren-Branche vor allem aus Schleswig-Holstein, betreibt den von H-TEC Systems (mit Sitz in Lübeck und Braak) entwickelten und gefertigten PEM-Elektrolyseur in Haurup (siehe ee-news.ch vom 25.10.2019 >>). Dessen Betrieb bliebe auch gesichert, wenn sich die Stromüberschüsse in der Region im Zuge des künftigen Netzausbaus reduzieren sollten. Durch seine Fahrweise soll er dann die Integration des Windparks Ellhöft in das Stromportfolio von Greenpeace Energy unterstützen.

Text: ee-news.ch, Quelle: Greenpeace Energy eG

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