03. Nov 2018

Das Heizhaus in Hallerndorf. Die benötigte Wärmemenge von drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr wird zu zwei Dritteln mit vier Biomasse-Kesseln erzeugt. Das andere Drittel produziert eine Solarthermie-Anlage. ©Bild: Naturstrom

Biogasanlage in Willersdorf. Schon seit 2012 nutzt die Energie-Genossenschaft die Abwärme zum Heizen. Mittlerweile werden 82 Anschlussnehmende versorgt. ©Bild: Gemeinde Hallerndorf

Anschürfest in Hallerndorf: Der Winter kann kommen. ©Bild: Gemeinde Hallerndorf

Hallerndorf: Grösste Solarthermieanlage Bayerns und Biogasanlagen liefern Wärme für Nahwärmenetz

(AEE) Das Nahwärmenetz der deutschen Energie-Kommune Hallerndor versorgt rund 130 Gebäude mit Wärme. Die benötigten 3 Mio. Kilowattstunden pro Jahr wird zu zwei Dritteln in einer Energiezentrale mit vier modular-geschalteten Biogasanlagen erzeugt. Das andere Drittel produziert eine Solarthermie-Anlage – die grösste ihrer Art in Bayern. 


Die Idee für das ausgebaute Nahwärmenetz entstand auf Initiative des Vereins „Generation Erde“, der sich für die lokale Energiewende engagiert. „Für ein Neubaugebiet wollten wir erneuerbare Wärme und haben uns dann gefragt, warum eigentlich nicht für alle“, so Bürgermeister Torsten Gunselmann. Das Wärmekonzept für den Ortsteil wurde in Zusammenarbeit mit Unternehmen auf verschiedenen Informationsveranstaltungen vorgestellt. Ein positiver Nebeneffekt für die Bürgerinnen und Bürger war die zeitgleiche Verlegung einer Leerrohrinfrastruktur in die Leitungsgräben des Nahwärmenetzes, um zukünftig eine schnelle Internetverbindung durch Glasfaserkabel zu ermöglichen. Hier hat sich gezeigt, dass die Verbindung von zweierlei moderner Technologien und Transparenz in Planung, Bau und Umsetzung solcher Massnahmen essentiell für die Akzeptanz von erneuerbaren Energien ist.

Für die Energiewende braucht es Vorantreiber und Unterstützer
Nahwärme ist aber nichts Neues für die Gemeinde: Bereits im Jahr 2012 hat die Bürgerschaft eine Energie-Genossenschaft gegründet, um die Abwärme von lokalen Biogasanlagen für Wärme zu nutzen. Das Bioenergiedorf Willersdorf, ein Ortsteil in Hallerndorf, beheizt inzwischen über 82 Anschlussnehmende – darunter ein grosses Hotel. Insgesamt werden so 250‘000 Liter Heizöl pro Jahr vermieden. Die Gemeindeverwaltung besitzt ebenfalls Genossenschaftsanteile und bezieht Nahwärme für den Kindergarten und ein Grundschulhaus. Die Initiative der Hallerndorfer zeige: Die Politik brauche Vorantreiber und Unterstützer für eine erfolgreiche Energiewende, betont der Bürgermeister Torsten Gunselmann.

„Der Schlüssel für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende sind die Bürgerinnen und Bürger Hallerndorfs. Die dezentralen Energieerzeugungsanlagen als Beitrag zur Energiewende sind nicht mein Verdienst, sondern allein der Erfolg der Hallerndorfer“, erklärt der Bürgermeister Gunselmann. Hallerndorf zieht an einem Strang und kämpft mit vereinten Kräften für eine erfolgreiche Energiewende: Der Winter kann kommen.

Ausführliches Online-Portrait der Energie-Kommune Hallerndorf >>

Text: Deutsche Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)



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