20. Sep 2018

Das Solarfaltdach überdeckt eine Fläche von insgesamt 5800 Quadratmetern. Bild: ARA Chur

Das Solarfaltdach wurde in zwei Etappen gebaut: Die Pilotanlage ging vor einem Jahr in Betrieb, im Juni wurde sie auf 680 kW Leistung ausgebaut. Bild: ARA Chur

ARA Chur: Schweizer Entwicklung aus Landquart - 640 kW-Solarfaltdach veredelt Abwasserreinigung

(ee-news.ch) Die komplette Überdachung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Chur ist eine der ersten oder gar die erste Solarfaltdach-Anlage weltweit überhaupt. Entwickelt wurde das Solarfaltdach von dhp technology in Landquart. Die jährliche Produktion von über 500‘000 Kilowattstunden Solarstrom wird direkt vor Ort in der ARA Chur gebraucht, wo er rund 20% des Strombedarfs abdeckt.


Zusammen mit der dhp technology aus Landquart realisierte die IBC Energie Wasser Chur (IBC) in den letzten zwei Jahren das Solarkraftwerk Horizon mit dem Solarfaltdach. «Die Investition in das vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützte, zukunftsweisende Projekt beträgt 1.65 Mio. CHF», berichtet Martin Derungs, Geschäftsführer IBC.

Doppelnutzung der Fläche
Der Clou: Das Solarfaltdach ist ein konsequenter Leichtbau, dadurch wird aufgrund des grossen Stützenrasters der Betrieb der Kläranlage nicht eingeschränkt und die Doppelnutzung der Fläche ermöglicht. Weiter wird untersucht, ob die 4150 m2 Solarmodulfläche die Algenbildung reduzieren und somit die Wartungskosten der Klärbecken senken.

Wetterabhängige intelligente Steuerung
Die nach Osten und Westen ausgerichteten Solarmodule werden je nach Wetterlage vollautomatisch in eine Garage ein- und ausgefahren. Die Steuerung berücksichtigt lokale Wetterdaten und externe Wetterprognosen. Durch die Schutzfunktion gibt es auch im Winter keinen Produktionsverlust durch schneebedeckte Module.

Strom produzieren, wo er gebraucht wird
Andreas Hügli, geschäftsführender Partner der dhp, freut sich: «Mit unserer Solarfaltdachlösung ist es auf Kläranlagen erstmals möglich, moderne Eigenverbrauchslösungen mit Solarstromproduktion im industriellen Massstab zu realisieren. Wir freuen uns über das grosse Interesse vieler Abwasserreingungsanlagen im In- und Ausland, die den Strom zeitgemäss direkt vor-Ort produzieren wollen. Die IBC und die Stadt Chur als Innovationspartner haben damit einen wichtigen Grundstein gelegt».

Text: ee-news.ch, Quelle: ARA Chur

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