Eine Hochrisikotechnologie, die nur marginal zum Gasersatz und zur Kostensenkung in diesem Winter beitragen kann, sowie ein kaputtes AKW sind keine sichere Basis für eine zuverlässige Energieversorgung, so Simone Peter. ©Bild: Bee

Bee: Leckage und alte Brennstäbe im AKW Isar 2 werfen neue Fragen auf – jetzt auf Erneuerbare setzen!

(ee-news.ch) Am 19. September war bekannt geworden, dass es im Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern eine Ventilleckage gibt, die repariert werden muss, wenn das Kraftwerk über das Jahresende hinaus als Leistungsreserve zur Verfügung stehen soll. Für diese Reparatur müsste Isar 2, das 1988 gebaut wurde, ungefähr eine Woche lang stillgelegt werden. Der deutsche Wirtschaftsminister Habeck hatte Anfang September vorgeschlagen, zur Absicherung für den Notfall für den Winter 22/23 eine zeitlich und inhaltlich begrenzte AKW-Einsatzreserve aus den beiden südlichen Atomkraftwerken Isar 2 und Neckarwestheim in Deutschland zu schaffen (siehe ee-news.ch vom 7.9.2022 >>). Die Reparatur im AKW Isar 2 sei nicht notwendig, sollte das AKW wie durch den 2011 beschlossenen Atomausstieg nach dem 31. Dezember 2022 den Leistungsbetrieb beenden.


„Günstig, sicher und auf jeden Fall ohne Leckagen und fehlende Brennelemente – richten wir unsere Aufmerksamkeit jetzt auf die erneuerbaren Energien, um die Energieversorgung nachhaltig zu sichern“, kommentiert Bee-Präsidentin Simone Peter die neuen Erkenntnisse zum AKW Isar 2. „Es kann niemanden überraschen, dass nicht nur französische Atomkraftwerke keine zuverlässigen Stromproduzenten sind.“ In seinem Befreiungspaket hat der Bee bereits Vorschläge gemacht, wie die erneuerbaren Energien ihre Leistung kurz- und mittelfristig steigern können.

Was kommt noch ans Tageslicht?
„Drei Monate vor dem geplanten Reservebetrieb lässt man in Bayern die Katze aus dem Sack: Die Brennstäbe im AKW Isar 2I sind an ihrem Lebensende angekommen und es besteht ein Leck, das noch im Oktober repariert werden muss, so die aktuelle Aussage des Betreibers Preussen Elektra. Was kommt in den nächsten Wochen noch ans Tageslicht?”, fragt Peter. Der TÜV Süd hatte noch im Juni gutachterlich bestätigt, dass das AKW Isar 2I bis August 2023 5000 Gigawattstunden Strom produzieren könne.

Keine sichere Basis für eine zuverlässige Energieversorgung
„Eine Hochrisikotechnologie, die einen marginalen Beitrag zum Gasersatz und zur Kostensenkung in diesem Winter leisten könnte, sowie ein kaputtes Kraftwerk, dessen Brennelemente fast aufgebraucht sind, sind keine sichere Basis für eine zuverlässige Energieversorgung. Wann, wenn nicht jetzt, wollen wir unsere Aufmerksamkeit endgültig den erneuerbaren Energien zuwenden?“, so Peter. „7 Gigawatt Solarwärme lassen sich in den nächsten drei Jahren durch einen Solarbooster heben. Allein 10‘000 Megawatt (MW) Windenergieleistung hängen aktuell in der Genehmigung fest, hier sind die [deutschen] Bundesländer gefordert. 45‘000 MW Windenergie lassen sich ebenfalls in den kommenden Jahren beschleunigt über Repowering gewinnen. Die Bioenergie kann kurzfristig 19 Terawattstunden (TWh) Gas beziehungsweise 7 TWh Strom mehr liefern, wenn man Begrenzungen aufhebt und Genehmigungen beschleunigt. Weitere ein bis zwei TWh kann die Wasserkraft kurzfristig zusätzlich produzieren. Auch das grosse Potenzial der Geothermie muss für die Nah- und Fernwärmeversorgung gehoben und dabei der Wärmepumpen-Hochlauf mit bedacht werden. Dann können Erneuerbare wesentliche Beiträge zur Versorgung in diesem Winter und in den Nachfolgejahren sichern”, so Peter abschliessend.

Text: ee-news.ch, Quellen: Presseberichte und Deutscher Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (Bee)

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