Die erste Phase des Projekts soll Mitte 2024 abgeschlossen werden und wird bis zu 1.5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr dauerhaft speichern können. Bis 2030 werden Kapazitäten von weltweit 1.7 Milliarden Tonnen CO2-Abscheidung benötigt. Bild: ABB

ABB: Liefert Technologie für weltweit erstes offenes Projekt für CO2-Transport und -Lagerung 2600 Metern unter dem Meeresboden

(ee-news.ch) ABB-Lösungen zur Automatisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung kommen in Projekt zur Kohlenstoffabscheidung in Norwegen zum Einsatz: CO2 soll in Lagerstätten in einer Tiefe von 2600 Metern unter dem Meeresboden eingelagert werden. Gemäss der Pressemittelung ist die Speicherung von über fünf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr geplant, was dem Ausstoss von einer Million Autos entspricht.


Northern Lights, ein Joint Venture zwischen Equinor, Shell und Total Energies, ist das erste industrielle Projekt zur CO2-Abscheidung und -Speicherung, das den Aufbau einer offenen und flexiblen Infrastruktur zur sicheren Lagerung von CO2 aus der europäischen Industrie vorsieht. ABB wurde von Aker Solutions, einem führenden EPC-Anbieter für nachhaltige Energielösungen, mit der Lieferung der zentralen Elektrifizierungs-, Automatisierungs- und Sicherheitssysteme für das Projekt Northern Lights in Norwegen beauftragt.

1.5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr
Die erste Phase des Projekts soll Mitte 2024 abgeschlossen werden und wird bis zu 1.5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr dauerhaft speichern können. In einer zweiten Entwicklungsphase soll die Kapazität auf über fünf Millionen Tonnen pro Jahr erweitert werden. «Die Abscheidung und Speicherung von derzeit unvermeidbaren CO2-Emissionen aus Industrieprozessen ist von entscheidender Bedeutung, um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Bis 2030 werden Kapazitäten von weltweit 1.7 Milliarden Tonnen CO2-Abscheidung benötigt», sagte Per Erik Holsten, Leiter von ABB Energy Industries in Nordeuropa.

Remote-Betrieb
Wichtiger Bestandteil des Northern Lights-Projekts sind Automatisierungs-, Elektrifizierungs- und Digitalisierungslösungen von ABB. Sie ermöglichen den Remote-Betrieb eines neuen Terminals für die CO2-Abscheidung und sorgen für eine optimale Effizienz beim Betrieb der Anlage. Das Prozessleitsystem ABB Ability System 800xA bietet einen genaueren Einblick in den Betrieb des Northern Lights-Terminals. Es analysiert Echtzeitdaten sowie historische Daten und gibt einen sofortigen Überblick über Anlagen- und wichtige Leistungskennzahlen. So können die Betreiber genauere und fundierter Entscheidungen treffen und Optionen zur Optimierung der Leistung von Anlagen und Prozessen prüfen.

Im Westen Norwegens
Speziell konstruierte Schiffe werden das abgeschiedene und verflüssigte CO2 von den Emittenten zum Empfangsterminal Northern Lights Øygarden im Westen Norwegens transportieren, das vom Equinor-Standort am rund sieben Kilometer entfernten Sture-Terminal aus ferngesteuert wird. ABB wird am Northern Lights-Terminal eine Extended Operator Workstation einrichten, die mit dem Leitstand in Sture verbunden sein wird. Die Kommunikation zwischen beiden Systemen erfolgt nahtlos, um die Reaktionszeiten zu minimieren und einen 24/7-Fernbetrieb zu ermöglichen.

Ausser mit der Landstromversorgung für die Schiffe wurde ABB auch mit der Stromversorgung des gesamten Projekts beauftragt. Dazu gehört die Implementierung des elektrischen Versorgungssystems über das ABB Power Process Management System sowie die Installation von Hoch- und Niederspannungsschaltanlagen sowie Transformatoren.

Text: ee-news.ch, Quelle: ABB

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