Energieversorger, die nicht in der Lage sind, die ausgetretenen Pfade der fossilen Wärmeversorgung zu verlassen, werden zukünftig am Markt keine Berechtigung mehr haben. Sie arbeiten gegen die Interessen und erklärten Ziele Österreichs.

Eeö: Werbung für Umstieg auf Erdgas-Heizungen ist völlig inakzeptabel

(Eeö) Die österreichischen Bundesländer tragen eine hohe Verantwortung dafür, eine sichere, leistbare, unabhängige und ethisch vertretbaren Energieversorgung zu schaffen: Sie haben viele Kompetenzen bei der Genehmigung von Energieprojekten in der Hand. Die Bauordnungen, welche in ihrer Verantwortung liegen, vermögen den Wärmemarkt wesentlich zu steuern. Zudem sind sie meist Mehrheitseigentümer der Landesenergieversorgungsunternehmen.


Und genau die Landesenergieversorgungs-Unternehmen zeigen im Wärmebereich derzeit noch kaum Interesse daran, ihre Geschäftsmodelle den Erfordernissen und Notwendigkeiten der Energiewende und den aktuellen Entwicklungen anzupassen!

Werbung für Einbau von Gasheizungen sind der Hohn
„Ungeniert werden auf diversen Websites der Landesenergieversorgungs-Unternehmen noch der Einbau von Gasheizungen beworben und Erdgas als Sorglos-Energie angepriesen sowie Neukunden von Gasheizungen mit Rabatten gelockt. Sogar mit Attributen wie ‚kostengünstig‘ und ‚umweltschonend‘ wird geworben. Ein Hohn angesichts der zuletzt beobachteten Verdreifachung des Erdgaspreises, angesichts der Brisanz der Klimakrise und angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, der durch unsere russischen Gasimporte mitfinanziert wird“, zeigt sich Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich (Eeö), empört.

Falsche Versprechen
Haushalte werden durch falsche Versprechen zum Einbau von Gasheizungen verleitet. Dass es sich dabei um Investitionen in ein Auslaufmodell handelt, wird aber nicht erwähnt. „Wie durch Marktschreier wird hier ein Produkt angepriesen, welches keines der aufgelisteten Versprechen erfüllt! Viele Konsument*innen ringen angesichts des Ukrainekrieges, der Klimakrise und des hohen Gaspreises darum, von ihrer persönlichen Gasabhängigkeit loszukommen. Anstatt sie dabei mit den zahlreich verfügbaren Alternativen hilfreich zu beraten und zu unterstützen, versuchen einige Energieversorger weiter, noch mehr Menschen in die Abhängigkeit von Erdgas zu locken! Das muss man so klar benennen, da die entsprechenden Werbungen im Internet faktisch nichts anderes machen!“, so Prechtl-Grundnig.

So warben noch letzte Woche die Energie Netze Steiermark mit ‚Heizöl raus, Gas rein!‘, die VKW Vorarlberg mit ‚VKW Erdgas, die natürliche und bequeme Energie. Auf Knopfdruck erhältlich, sehr sparsam und umweltschonend‘, die Energie Burgenland mit ‚Sorglos-Paket Gasheizung, effiziente und kostengünstige Wärmeversorgung‘ oder die Tigas mit Neukundenrabatten für Kunden, die im Jahr 2022 erstmalig Gas beziehen.

Schönfärberei durch nichts zu rechtfertigen
Bei zurecht aufkommender allgemeiner Empörung verschwinden diese Slogans mitunter auch von den Webseiten. „Es ist zumindest klar, dass die offensive Bewerbung und Schönfärberei von neuen Gasheizungen durch nichts zu rechtfertigen ist – also verschwinden einfach entsprechende Passagen aus Internetauftritten. Das Problem ist nur, dass sich an den Ausrichtungen der Geschäftstätigkeiten und den Geschäftspraktiken damit noch rein gar nichts ändert!“, hält Prechtl-Grundnig fest.

Die Landeshauptleute müssen endlich ihre Verantwortung als Eigentümervertreter übernehmen, macht Prechtl-Grundnig deutlich: „Es ist also die Verantwortung der Landeshauptleute als Eigentümervertreter, entschlossen vorzugehen und derartige Werbungen nicht mehr zuzulassen, vielmehr dafür zu sorgen, dass keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden!

Der Einbau einer Gasheizung ist eine Investition in ein Auslaufmodell
Bei jeder Bewerbung des Gasheizungseinbaus müsste eigentlich ein Vermerk analog zu den Hinweisen auf Zigarettenverpackungen dabei sein der lautet: ‚Warnung Ihres Landeshauptmannes: der Einbau einer Gasheizung ist eine Investition in ein Auslaufmodell. Denn ganz Österreich bemüht sich intensiv darum, bis 2040 von fossiler Energie unabhängig zu sein. Mit dem Verbrennen von fossilem Gas wird nicht nur die Klimakrise befeuert, auch die russischen Kriegshandlungen in der Ukraine werden damit finanziert. Wenden Sie sich an Ihre unabhängige Energieberater*in, damit diese Sie über geeignete klimafreundliche und zukunftsfähige Alternativen berät. So kommen Sie zu ihrem Wärme-Sorglos-Paket.‘“

Energieversorger, die nicht in der Lage sind, die ausgetretenen Pfade der fossilen Wärmeversorgung zu verlassen, werden am Markt keine Berechtigung mehr haben. Sie arbeiten gegen die Interessen und erklärten Ziele unseres Landes und gegen die Zukunft unserer Kinder! Österreich braucht jetzt Energieversorger, die offensiv die modernen, erneuerbaren und zukunftsfähigen Alternativen voranbringen und anbieten. Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (Eeö) wird auch weiterhin an diesem Thema dranbleiben und die Unternehmen und Bundesländer benennen, welche offensichtlich nach wie vor Geschäftsinteressen vor gesellschaftliche Verantwortung stellen und Menschen zu fehlgeleiteten Investitionen verführen. Österreich braucht ausserdem bald ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz, um Klarheit zu schaffen und die Weichen endlich richtig zu stellen.

Text: Erneuerbare Energie Österreich (Eeö)

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