Aus momentaner Sicht ist die Versorgungssicherheit der Schweiz im Winter 2021/2022 trotz des hohen Preisniveaus gegeben, ein gewisses Restrisiko bleibt jedoch. ©Bild: A. Niederhäusern

Elcom: Grosshandelspreise für Strom weiterhin auf hohem Niveau - Aufgrund des Krieges in der Ukraine hohe Preisausschläge möglich

(Elcom) Zu Beginn des Frühjahrs bewegen sich die Temperaturen etwa in der Norm, so dass im Moment nicht mit einem erhöhten Energiebedarf gerechnet wird. Ausserdem sind die Importe Europas von Flüssiggas (LNG) weiterhin auf einem relativ hohen Niveau, und auch die Lieferungen via Nord Stream 1 erfolgen (noch) regulär. (Texte en français >>)


Aktuell entspricht das Niveau der Gasspeicher wieder etwa jenem der Vorjahre, in den letzten Tagen begannen die Speicherstände zu steigen. Die Unsicherheiten betreffen aktuell stärker die mittlere Frist, also vor allem den nächsten Winter. Am Terminmarkt stiegen diese Preise etwas stärker – dies widerspiegelt eine gewisse Unsicherheit über die Befüllung der Gasspeicher und die Verfügbarkeit der französischen Atomkraftwerke im nächsten Winter.

Speicherseen leicht über langjährigem Median
Der Füllstand der Schweizer Speicherseen ist etwas über dem langjährigen Median. Das Schweizer Übertragungsnetz ist aktuell vollständig verfügbar und die Importkapazitäten sind hoch. Die Vorgaben der EU zum 70%-Kriterium sowie die zusätzliche Netzbelastung aufgrund der internationalen Regelenergieplattformen spielen in diesem Winter noch kaum eine Rolle. Gut verfügbar sind ausserdem die Schweizer Kernkraftwerke. Aktuell sind zudem gerade in Deutschland und Italien noch genügend Produktionskapazitäten vorhanden, in Frankreich dagegen ist die Verfügbarkeit der Kernkraft unterdurchschnittlich. Hohe Importkapazitäten bei vorhandenen Produktionskapazitäten tragen entscheidend dazu bei, die Versorgungssicherheit der Schweiz auch zum Ende des Winters zu gewährleisten.

Ein gewisses Risiko bleibt
Aus momentaner Sicht ist die Versorgungssicherheit der Schweiz im Winter 2021/2022 trotz des hohen Preisniveaus gegeben. Ein gewisses Restrisiko bleibt im Falle weiterer grösserer ungeplanter Ausfälle, bei einer längeren ausgeprägten Kälteperiode oder bei weiteren Verwerfungen im Gasmarkt. Die ElCom beobachtet dementsprechend die Situation in Zusammenarbeit mit weiteren zuständigen Behörden sowie mit Swissgrid.

Text: Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom

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