Der Bericht zeigt: Zwischen 2016 und 2020 ist es den Zentralbanken und Regulierungsbehörden nicht gelungen, Finanzströme in fossile Energie in der Grössenordnung von 3800 Milliarden US-Dollar zu verhindern. Bild: Klima-Allianz

Klima-Allianz: SNB und FINMA nutzen die verfügbaren Instrumente nicht, um uns vor der Klimakrise zu schützen – weltweit Finanzströme in fossile Energie von rund 3800 Mrd. US-Dollar

(PM) Zwölf der grössten Zentralbanken und Regulierungsbehörden weltweit, darunter die Schweizer Nationalbank und die FINMA, unterstützen weiterhin klimaschädliche fossile Energien. Ein neuer Bericht, der heute veröffentlicht wurde, zeigt die Diskrepanz zwischen den Versprechungen der Zentralbanken und ihren Tätigkeiten. (Texte en français >>)


Der Bericht "Unused Tools: How Central Banks Are Fueling the Climate Crisis" kommt zum Ergebnis, dass keine der zwölf untersuchten Zentralbanken und Regulierungsbehörden auch nur annähernd die Investitionen der eigenen Reserven und die Regeln für Geschäftsbanken am Pariser Klimaabkommen ausrichtet. Zwischen 2016 und 2020 ist es den Zentralbanken und Regulierungsbehörden nicht gelungen, Finanzströme in fossile Energie in der Grössenordnung von 3800 Milliarden US-Dollar zu verhindern.

Ignorierte Vorschläge
Der Bericht zeigt auf, dass die Aufsichtsbehörden der Geschäftsbanken die ihnen zur Verfügung stehenden Hebel zur Eindämmung der Finanzströme für fossile Energie weitgehend ungenutzt lassen. Sie haben Vorschläge ignoriert, höhere Rücklagen für Investitionen in fossile Energie zu fordern, und haben sich Forderungen widersetzt, ihre Mandate an die Erfordernisse der Klimakrise anzupassen.

FINMA schützt Finanzplatz nicht
Die FINMA, die in der Schweiz die Aufsicht der Geschäftsbanken übernimmt, könnte mit erhöhten Anforderungen (z.B. Reservevorschriften) für Investitionen in fossile Energie einen Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise leisten. Und würde damit gleichzeitig den Finanzplatz Schweiz vor finanziellen Klimarisiken schützen. Leider hat die FINMA die Berücksichtigung zunehmender Risiken von Investitionen in fossile Energien bisher versäumt.

Schlechter CO2-Fussabdruck des SNB-Aktienportfolios
Mit ihren enormen Reserven hat die SNB einen besonders grossen Einfluss auf das Klima. So entspricht beispielsweise der CO2-Fussabdruck des SNB-Aktienportfolios von 27 besonders klimaschädlichen Unternehmen demjenigen aller Schweizer Haushalte. Am 25. August überreichte der Verein Fossil Free auf dem Bundesplatz in Bern eine Petition an die SNB zum Ausstieg aus Investitionen in fossile Energie.

Klimakrise ist zu gravierend und zu dringend
Als Reaktion auf die Erkenntnisse des Berichts sagt Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima-Allianz Schweiz, die den Bericht unterstützt: “Die SNB und die FINMA nutzen nicht die verfügbaren Instrumente, um uns vor der Klimakrise zu schützen. Die Klimakrise ist zu gravierend und zu dringend, als dass diese wichtigen Institutionen sie aussitzen können statt den Finanzsektor in eine neue, sichere Richtung zu führen.”

Susana Jourdan, Co-Geschäftsleiterin der Artisans de la Transition, fügt hinzu: "Die SNB und die FINMA haben die Macht, den Verlauf der Klimakrise durch ihr direktes Handeln und den Einfluss, den sie auf den gesamten Schweizer Finanzplatz haben könnten, zu verändern. Mit ihrer abwartenden Haltung machen sie sich schuldig, die Zerstörung des Klimas weiter zu befeuern.”

Bericht "Unused Tools: How Central Banks Are Fueling the Climate Crisis" >>

Text: Klima-Allianz

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