Von den 240 bezuschlagten Windenergieanlagen wurden 43 schon im Februar 2018 bezuschlagt. Da die Umsetzung nicht gelang und die Zuschläge am 1. März 2021 verfielen, durften die Anlagen im Mai wieder bieten. ©Bild:BWE/Jens Meier

Ausschreibung der deutschen Bundesnetzagentur: Erstmals seit 2017 wieder mehr als 1000 MW Zuschläge für Windenergie an Land

(PM) Die deutsche Bundesnetzagentur hat am 14. Juni die erfolgreichen Gebote der technologiespezifischen Ausschreibungen für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Mai 2021 bekanntgegeben. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 1243 MW wurden 137 Gebote mit einem Volumen von 1161 MW eingereicht. Die Ausschreibung für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Mai 2021 war damit geringfügig unterzeichnet. 127 Gebote mit einem Umfang von 1110 MW konnten bezuschlagt werden.


Regional betrachtet ging das größte Zuschlags-Volumen an Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (37 Zuschläge, 295 MW), Niedersachsen (23 Zuschläge, 263 MW), Brandenburg (14 Zuschläge, 123 MW) und Nordrhein-Westfalen (19 Zuschläge, 122 MW). Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5.68 ct/kWh bis 6.00 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5.91 ct/kWh und damit unter dem der Vorrunde von 6.00 ct/kWh. Es mussten zehn Gebote aufgrund von Formfehlern vom Verfahren ausgeschlossen werden.

Begrenzung des Ausschreibungsvolumens
In dieser Ausschreibungsrunde hat die deutsche Bundesnetzagentur erstmals das Ausschreibungsvolumen von 1500 MW nach den gesetzlichen Vorgaben reduziert, da eine Unterzeichnung drohte. Das neue Ausschreibungsvolumen wurde folgendermaßen bestimmt: Die Leistung der seit dem letzten Gebotstermin im Februar genehmigten Anlagen wurde zusammengerechnet mit der Gebotsmenge, die in der Ausschreibung zum 1. Februar nicht zugelassen werden konnte. Aus der Summe ergibt sich das reduzierte Ausschreibungsvolumen für den Gebotstermin am 1. Mai 2021.

Das Absinken des mengengewichteten durchschnittlichen Zuschlagswertes in dieser Runde deutet darauf hin, dass die Reduzierung des Ausschreibungsvolumens trotz leichter Unterzeichnung ihre Wirkung entfaltet. Die nächste Ausschreibung für Windenergie an Land findet am 1. September 2021 statt.

Wichtiges Signal
Hermann Albers, Präsident des deutschen Bundesverbands Windenergie (BWE), kommentiert die Ergebnisse: „Erstmals seit 2017 wurden wieder mehr als 1000 MW bezuschlagt. Das ist ein wichtiges Signal. Die nur sehr knappe Unterzeichnung zeigt, wie stark sich die Branche um neue Projekte kümmert. Es braucht aber eine stärkere Flankierung aus den Ländern und endlich auch durch den Bund, um die Ausschreibungsvolumen sicher zu füllen. Dabei geht der Blick nicht nur auf die nächste Ausschreibung am 1.9., sondern bereits in das kommende Jahr. Dann werden zusätzliche Mengen ausgeschrieben, die dringend befüllt werden müssen, um die Klima- und Energiewendeziele zu erreichen. Der BWE hatte die späte Bekanntgabe der Zuschläge kritisiert und fordert die deutsche Bundesregierung dazu auf, die Bundesnetzagentur personell so auszustatten, dass die wieder zunehmenden Volumen schnell bearbeitet werden können.

Der BWE machte zudem darauf aufmerksam, dass von den 240 bezuschlagten Windenergieanlagen 43 Anlagen schon im Februar 2018 bezuschlagt waren. Hier gelang die Umsetzung jedoch nicht und die Zuschläge verfielen am 1. März 2021, so dass die Anlagen im Mai wieder bieten durften. „Dies macht gleichzeitig deutlich, dass rund 150 MW neue Genehmigungen noch nicht an der Ausschreibung teilgenommen hatten. Diese gilt es nun zum 1. September anzubieten. Problematisch ist weiter die Situation im verbrauchsstarken Südwesten. Nur fünf Zuschläge in Bayern und Baden-Württemberg sind ein schrilles Warnsignal an die dortigen Landesregierungen. Wenn nicht zügig Flächen bereitgestellt und Genehmigungen erreicht werden, droht ein bitteres Erwachen in der Ökostromlücke", so Hermann Albers.

Öffentliche Bekanntgabe der Zuschläge für den Gebotstermin 1. Mai 2021 >>

Text: Deutsche Bundesnetzagentur (BNetzA), Deutscher Bundesverband Windenergie (BWE)

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