AKW Leibstadt: Liefert fünf Monate lang keinen Strom – auch Gösgen vom Netz

(SDA) Das AKW Leibstadt ging am 17. Mai für mehr als fünf Monate vom Netz. Während der Revision werden der Kondensator und das Reaktorumwälzungssystem erneuert. Das AKW Gösgen SO wurde am 23. Mai abgeschaltet.


Im AKW Leibstadt werden während der langen Revision auch 80 frische Brennelemente in den insgesamt 648 Brennelemente fassenden Reaktorkern eingesetzt, wie die Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) mitteilte. Geplant sei zudem die Fortführung von Erneuerungsarbeiten an der Sicherheits- und Leittechnik. Weitere Schwerpunkte der Revision seien Instandhaltungs- und Inspektionsarbeiten sowie wiederkehrende Prüfungen an Systemen und Komponenten.

Bis zu 1000 externe Fachkräfte pro Tag
Über den gesamten Revisionszeitraum verteilt werden gemäss AKW Leibstadt bis zu 1000 externe Fachkräfte pro Tag auf dem Kraftwerksareal anwesend sein. Um den Abstand insbesondere beim Zutritt sicherzustellen, arbeiteten die Montageteams in 16 zeitversetzt startenden Schichten.

AKW Gösgen fünf Wochen abgeschaltet
Das AKW Gösgen in Däniken SO ging am 23. Mai vom Netz. Der Unterbruch der Stromproduktion soll rund fünf Wochen dauern. Bei der Revision werden gemäss Betreiberangaben 36 der insgesamt 177 Brennelemente ersetzt.

AKW Leibstadt: Mehr elektrische Leistung
Bei der Revision im AKW Leibstadt wird der Kondensator, der grösste Wärmeaustauscher der Anlage, ausgewechselt. Der Kondensator leitet die Wärme vom inneren Reaktorkreislauf auf den äusseren Kühlkreislauf mit dem Kühlturm.

Dank der neuen, effizienteren Komponenten steigt gemäss Angaben des AKW-Betreibers der Wirkungsgrad des Kondensators und somit die elektrische Leistung des Kraftwerks um rund 10 Megawatt. Die Leistung des Reaktors würde jedoch gleich bleiben.

Auch das Reaktorumwälzsystem, das die Zirkulation des Reaktorwassers im Kern regelt, wird modernisiert. Anstelle der bisherigen Umwälzregelung mit Regelventilen werden das Umwälzsystem neu mit per Frequenzumrichter betriebenen Motoren gesteuert, wie es hiess.

Die zwei neuen Motoren wiegen je rund 30 Tonnen und die beiden Pumpen je rund 18 Tonnen. Die beiden Frequenzumrichter sind jeweils 18 Meter lang und je 35 Tonnen schwer.

©Text: Keystone-SDA

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