Die deutsche Bundesnetzagentur hat zum zweiten Mal eine Innovationsausschreibung durchgeführt. Im Vergleich zur ersten Ausschreibung im letzten Jahr waren in dieser Runde nur noch Gebote für Anlagenkombinationen möglich.

Bundesnetzagentur: Gibt Ergebnisse der Ausschreibungen für Photovoltaik, Onshore-Windenergie, Biomasse und innovative Anlagenkonzepte bekannt

(PM) Die deutsche Bundesnetzagentur hat nach beihilferechtlicher Genehmigung des Erneuerbare-Energien-Gesetz durch die Europäische Kommission die erfolgreichen Gebote der technologiespezifischen Ausschreibungen bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um die Ausschreibungen für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Februar 2021 und Solarenergie des ersten Segments sowie Biomasseanlagen zum Gebotstermin 1. März 2021. Ausserdem machte die Behörde die Zuschläge für die Innovationsausschreibung vom 1. April 2021 öffentlich.


Bei einer ausgeschriebenen Menge von 1500 MW wurden 91 Gebote mit einem Volumen von 718 MW eingereicht. Die Ausschreibung für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Februar 2021 war damit deutlich unterzeichnet. 89 Gebote mit einem Umfang von 691 MW konnten bezuschlagt werden. Lediglich zwei Gebote musste die Bundesnetzagentur ausschliessen. Regional betrachtet entfiel das grösste Zuschlags-Volumen auf Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (20 Zuschläge, 173 MW), Nordrhein-Westfalen (20 Zuschläge, 116 MW) und Brandenburg (18 Zuschläge, 165 MW). Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5.15 ct/kWh bis 6.00 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6.00 ct/kWh. Damit ist er identisch mit dem Höchstpreis von 6.00 ct/kWh in dieser Runde.

Ausschreibung für Solaranlagen des ersten Segments
In der Solarausschreibung zum 1. März 2021 wurden 288 Gebote mit einem Umfang von 1504 MW abgegeben. Die ausgeschriebene Menge von 617 MW war damit sehr deutlich überzeichnet. Insgesamt werden 103 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 620 MW einen Zuschlag erhalten. 42 der bezuschlagten Gebote entfallen auf Acker- und Grünlandflächen, wobei 36 bezuschlagte Gebote an solche Flächen in Bayern gehen.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4.69 ct/kWh und 5.18 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist gesunken und liegt in dieser Runde bei 5.03 ct/kWh. Lediglich sechs Gebote mussten vom Verfahren ausgeschlossen werden. Hier hat sich die seit dem 1. Januar 2021 vereinfachte Nachweisführung in den Solarausschreibungen ausgewirkt.

Ausschreibung für Biomasse
Zum Gebotstermin 1. März 2021 wurde ein Volumen von 168 MW ausgeschrieben. Es wurden 60 Gebote mit einem Volumen von 44 MW eingereicht. Diese Runde war trotz gesetzlich angehobener Höchstwerte erneut deutlich unterzeichnet. In dieser Runde hat zum ersten Mal die gesetzlich neu eingefügte Mengensteuerung für Biomasseanlagen gegriffen. Dafür wurden im Verfahren zunächst die Gebote von Neu- und Bestandsanlagen separiert (7 Gebote für Neuanlagen mit 14 MW und 53 Gebote für Bestandsanlagen mit 29 MW) und auf ihre Zulässigkeit geprüft. Da weniger Gebotsmenge einging als Menge ausgeschrieben wurde, musste die Bundesnetzagentur das Zuschlagsvolumen jeweils auf 80 Prozent des Volumens der eingegangenen Gebote für Neu- und Bestandsanlagen kürzen.

Insgesamt waren 38 Gebote mit einem Volumen von 34 MW erfolgreich, darunter befanden sich fünf Neuanlagen. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote liegen zwischen 12.00 ct/kWh und 18.29 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 17.02 ct/kWh und ist gegenüber den Vorrunden deutlich gestiegen. Acht Gebote mussten wegen Formfehlern ausgeschlossen werden.

Innovationsausschreibung
Die Bundesnetzagentur hat zum zweiten Mal eine Innovationsausschreibung durchgeführt. Im Vergleich zur ersten Ausschreibung im letzten Jahr, in der auch Gebote für Einzelanlagen zulässig waren, waren in dieser Runde nur noch Gebote für Anlagenkombinationen möglich. Ausgeschrieben war ein Volumen von 250 MW. Eingegangen sind 43 Gebote mit einem Volumen von 509 MW. Die Runde war erneut deutlich überzeichnet. Es wurden ausschliesslich Gebote für Anlagenkombinationen von Solaranlagen mit Erneuerbare-Energien-Speichern abgegeben. Insgesamt wurden 18 Gebote mit 258 MW Gebotsmenge bezuschlagt.

Bei den Anlagenkombinationen liegen die fixen Marktprämien zwischen 3.33 und 4.88 ct/kWh; der mengengewichtete Durchschnittswert liegt bei 4.29 ct/kWh und damit unter dem der Vorrunde. Dort lag der Wert bei 4.50 ct/kWh. Anders als bei der Regelausschreibung wird diese Förderung auf die Markterlöse aufgeschlagen, so dass die Werte nicht mit den Werten der Regelausschreibungen vergleichbar sind. Abhängig vom Markterlös können sie deutlich über diesen Werten liegen. Lediglich ein Gebot musste die Bundesnetzagentur wegen Formfehlern ausschliessen.

Text: Deutsche Bundesnetzagentur (BNetzA)

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