Redispatch 2.0 ist ein Meilenstein bei der Integration von erneuerbaren Energien in die deutschen Stromnetze. Für Verteilnetzbetreiber bedeutet es eine erhebliche Erweiterung ihrer Aufgaben. ©Bild: Paul Langrock

Redispatch 2.0: N-Ergie Netz nutzt flexible Lösung von Energy & Meteo Systems als Software-as-a-Service

(ee-news.ch) Die künftigen Regeln zur Integration erneuerbarer Energien in den Redispatch-Prozess stellen die deutschen Verteilnetzbetreiber vor grosse Herausforderungen, bieten aber auch Raum für neue Lösungswege. N-Ergie Netz GmbH setzt nun auf die neue Redispatch-Plattform, die Energy & Meteo Systems als reine Software-Dienstleistung bereitstellt.


Zur Umsetzung der neuen Redispatch 2.0-Anforderungen beschreitet die N-Ergie Netz GmbH gemeinsam mit der Energy & Meteo Systems GmbH den neuen Weg der Software-Dienstleistung, auch bekannt als Software-as-a-Service (SaaS). Der Oldenburger Energiedienstleister stellt die modular aufgebaute Softwarelösung für alle Redispatch 2.0-Prozesse zur Verfügung und übernimmt gleichzeitig den sicheren Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Gegenüber einer aufwendigen Entwicklung und Implementation der Software beim Kunden biete dieser Ansatz einen wertvollen Zeitvorteil.

Mehr Aufgaben für Verteilnetzbetreiber
Redispatch 2.0 ist ein wichtiger Meilenstein bei der Integration von erneuerbaren Energien in die deutschen Stromnetze. Verbesserte Planungs- und Prognoseprozesse sollen dazu beitragen, die Häufigkeit von Netzengpässen deutlich zu verringern. Neu bei Redispatch 2.0 ist unter anderem, dass auch erneuerbare Energien und konventionelle Kleinerzeuger in die Kraftwerksplanung einbezogen werden müssen. Für Verteilnetzbetreiber bedeutet das eine erhebliche Erweiterung ihrer Aufgaben (siehe ee-news.ch vom 10.11.2020 >> unten.)

Modulare Software-Lösung für hohe Flexibilität
Das eigens entwickelte Redispatch-System von Energy & Meteo Systems heisst Future Power Flow. Es basiert auf einer Software-Architektur, die je nach Anforderung flexibel einsetzbare Module nutzt und so verschiedene Akteure auf einer gemeinsamen Plattform verbindet. Dadurch vereint das System Funktionalität, Flexibilität und Sicherheit. Die Software kann On-premise, also in der IT-Landschaft des Kunden, installiert und von diesem betrieben werden oder von Energy & Meteo Systems als Software-as-a-Service für den Kunden betrieben und bereitgestellt werden.

Zum Funktionsumfang des Systems gehören alle wichtigen Prozesse der neuen Redispatch 2.0-Anforderungen. Dazu zählen unter anderem die Netzwerkanalyse und die Engpassbestimmung unter Berücksichtigung von Prognosedaten sowie die Bestimmung von Topologie-Schaltmassnahmen und Redispatch-Dimensionierungen bei gleichzeitiger Ermittlung von Flexibilitätsbeschränkungen. Wichtig für die Umsetzung sind zudem umfangreiche Kommunikations- und Datenaustauschprozesse mit anderen Netzbetreibern (NKK-Mechanismus) und den Einsatzverantwortlichen, insbesondere den Anlagenbetreibern (PVK-Mechanismus). Die Future-Power-Flow-Plattform realisiert diese Kommunikation entsprechend der Vorgaben des Standards Connect+ für den einheitlichen Datenaustausch zwischen Netzbetreibern.

Redispatch 2.0
Wenn Engpässe im Stromnetz drohen, zum Beispiel weil zu viel Wind- oder Solarstrom in die Netze drängt, müssen Netzbetreiber entgegensteuern, um die Stabilität der Netze zu sichern. Bei diesem als Redispatch bezeichneten Prozess werden verschiedene angeschlossene Erzeugungsanlagen herunter- und ggf. andere wieder hochgefahren, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden. Bisher waren davon in der Regel nur konventionelle Kraftwerke mit mehr als zehn Megawatt Leistung betroffen, die überwiegend an die Hoch- und Höchstspannungsnetze angeschlossen sind.

Eine Novelle des deutschen Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (Nabeg 2.0) verlangt nun, dass ab Oktober 2021 auch Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt berücksichtigt werden. Der Redispatch 2.0 genannte Prozess stellt Verteilnetzbetreiber vor neue Herausforderungen. Zu ihren erweiterten Aufgabenbereichen gehören künftig zum Beispiel: 1. eine koordinierte Redispatch-Planung mit allen nachgelagerten Netz- und Anlagenbetreibern; 2. eine kontinuierliche Engpassbestimmung unter Berücksichtigung von Erzeugungs- und Lastprognosen im Netzgebiet; 3. die Übermittlung umfangreicher Energiedaten zur Modellierung und Berechnung der vorhandenen Flexibilitätspotenziale; 4. der Betrieb einer eigenen IKT-Infrastruktur zur Datenerhebung und Steuerung der Erzeugungsanlagen und 5. die Organisation des bilanziellen und finanziellen Ausgleichs bei Eingriffen in den Kraftwerksplan.

Weitere Informationen zum Redispatch-System Future Power Flow >>

Text: ee-news.ch, Quelle: Energy & Meteo Systems

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