Laut einer aktuellen Umfrage unter mehr als 1000 Solarunternehmen und Branchenexperten gibt es grosse Sorgen, dass der aktuelle EEG-Entwurf neue Marktbremsen für die Solarbranche mit sich brächte. Bild: BSW Solar

Rechnerisch decken die 2 Mio. Anlagen in Deutschland den Stromverbrauch von 17 Mio. Durchschnittshaushalten. Im Bild eine Anlage in der Schweiz: Homsphere erstellt in Thônex solares PlusEnergieBau-Quartier mit sechs Einheiten. Bild: Solaragentur.ch

Deutschland: Zweimillionste Solarstromanlage in Betrieb - Verdoppelung bis Verdreifachung dringend

(BSW Solar) Im Oktober wurde die zweimillionste Solarstromanlage in Deutschland in Betrieb genommen. Gemeinsam erzeugen sie jährlich über 50 Milliarden Kilowattstunden klimafreundlichen Solarstrom. Rechnerisch decken sie damit den Stromverbrauch von 17 Millionen Durchschnittshaushalten oder die jährliche Fahrleistung von 25 Millionen Elektroautos. Überschattet wird der Energiewende-Meilenstein von der aktuellen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2021).


Eine Verdoppelung bis Verdreifachung der jährlich zuletzt installierten Solarstromleistung in Deutschland ist auch nach Auffassung von Marktforschern dringend geboten. Andernfalls werde infolge des Atom- und Kohleausstiegs bei gleichzeitig wachsendem Strombedarf eine Stromerzeugungslücke entstehen. „Bereits im Jahr 2023 wird der europäische Stromverbund die Stromlücke nicht mehr schliessen können. Die Laufzeitverlängerung von Kohlekraftwerken wird dann unausweichlich,“ so Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer von EUPD Research.

Der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) warnt vor einer Halbierung der Solardach-Nachfrage im kommenden Jahr und einem vorzeitigen Aus von nahezu jeder vierten Solarstromanlage im Verlauf der 20er Jahre (siehe ee-news.ch vom 18.11.20 >>). Sie wären die Folge neuer, vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium vorgesehener Investitionsbarrieren im Entwurf des EEG 2021, der aktuell im Bundestag verhandelt wird. Den Abbau dieser Marktbarrieren fordert neben dem BSW inzwischen auch eine Zweidrittelmehrheit der Bundesländer sowie ein breites Verbändebündnis aus Wirtschaft, Verbraucher- und Umweltschutz. Der Bundesrat appellierte zudem mehrheitlich an den Bundestag, das derzeitige Photovoltaik-Ausbautempo von 4-5 Gigawatt auf jährlich 10 Gigawatt (GW) anzuheben.

Nicht auf die Bremse stehen
„Wir appellieren an die Mitglieder des deutschen Bundestages, den Empfehlungen des Bundesrats zu folgen. Angesichts der dramatischen Zuspitzung der Klimakrise kann es sich die Bundesregierung nicht leisten, beim Ausbau von Deutschlands beliebtester und inzwischen auch preiswertester Energieform länger auf der Bremse zu stehen,“ sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft e.V.. „Solarinvestoren wird die Tür gewiesen, hunderttausenden funktionsfähigen Solaranlagen soll der Stecker gezogen werden, während Kohlekraftwerke lebensverlängernde Massnahmen erhalten? Das wäre weder trag-, noch vermittelbar!“

Text: Deutscher Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW)

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1 Kommentare

Max Blatter

"Verdoppelung bis Verdreifachung dringend ... "

Ja, gerne, aber bitte parallel dazu die Verteilnetze so weit ausbauen, dass sie den Strom auch aufnehmen können und die Anlagen nicht zu den besten Produktionszeiten abgeregelt werden müssen!

Oder dann bei größeren Anlagen gleich vor Ort eine Power-to-Gas-Anlage dazu bauen.

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