Die Kommission schätzt, dass bis 2050 Investitionen von knapp 800 Mrd. € erforderlich sein werden, um die von ihr vorgeschlagenen Ziele zu verwirklichen.

Europäische Kommission: Will Offshore-Windenergiekapazität von derzeit 12 GW auf 300 GW im Jahr 2050 ausbauen

(EU-Kommission) Mit Blick auf das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 hat die Europäische Kommission am 19. November die EU-Strategie für erneuerbare Offshore-Energie vorgestellt. Darin schlägt sie vor, die Offshore-Windenergiekapazität Europas von derzeit 12 GW bis 2030 auf mindestens 60 GW und bis 2050 auf 300 GW auszubauen. Die Kommission strebt ferner an, dies bis 2050 noch durch 40 GW an Meeresenergie sowie durch Energie, die mit anderen neuen Technologien wie schwimmenden Wind- und Solaranlagen erzeugt wird, zu ergänzen.


Grundlage für dieses ehrgeizige Wachstum ist das enorme Potenzial aller Meeresbecken in Europa und die weltweit führende Rolle europäischer Unternehmen in diesem Sektor. Es wird neue Chancen für die Industrie eröffnen, grüne Arbeitsplätze in ganz Europa schaffen und die Spitzenposition der EU in Offshore-Energietechnologien stärken. Ferner wird es den Schutz unserer Umwelt, Biodiversität und Fischerei sicherstellen.

Bessere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten
Um den Ausbau der Kapazitäten zur Erzeugung erneuerbarer Offshore-Energie zu fördern, wird die Kommission für eine bessere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der langfristigen Planung und Nutzung werben. Hierzu müssen die Ziele für die Entwicklung erneuerbarer Offshore-Energie in die nationalen maritimen Raumordnungspläne aufgenommen werden, die die Küstenstaaten der Kommission bis März 2021 vorlegen müssen. Die Kommission wird auf der Grundlage der überarbeiteten TEN-E-Verordnung auch einen Rahmen für die langfristige Offshore-Netzplanung vorschlagen, der die Regulierungsbehörden und die Mitgliedstaaten der einzelnen Meeresbecken einbezieht.

Die Kommission schätzt, dass bis 2050 Investitionen von knapp 800 Mrd. € erforderlich sein werden, um die von ihr vorgeschlagenen Ziele zu verwirklichen. Um diese Mittel zu mobilisieren, wird die Kommission folgende Massnahmen ergreifen:

Einen klaren und unterstützenden Rechtsrahmen schaffen
Vor diesem Hintergrund präzisierte die Kommission heute auch die Vorschriften für den Strommarkt in einer begleitenden Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen und wird prüfen, ob noch weitere spezifische und gezielte Vorschriften erforderlich sind. Die Kommission wird sicherstellen, dass die Überarbeitung der Leitlinien für staatliche Beihilfen in den Bereichen Energie und Umweltschutz und der Erneuerbare-Energien-Richtlinie die kosteneffiziente Nutzung erneuerbarer Offshore-Energie erleichtert.

Mittel aus allen einschlägigen Fonds mobilisieren
Damit soll die Entwicklung des Sektors unterstützt werden. Die Kommission ermuntert die Mitgliedstaaten zur Inanspruchnahme der Aufbau- und Resilienzfazilität sowie dazu, mit der Europäischen Investitionsbank und anderen Finanzinstitutionen zusammenzuarbeiten, um Investitionen in Offshore-Energie über InvestEU zu unterstützen. Ferner werden Mittel aus dem Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa mobilisiert, um die Forschung und Entwicklung insbesondere in Bezug auf weniger ausgereifte Technologien zu fördern.

Für eine stärkere Lieferkette sorgen
In der Strategie wird hervorgehoben, dass Produktionskapazitäten und Hafeninfrastrukturen verbessert werden müssen und mehr angemessen ausgebildete Arbeitskräfte benötigt werden, um höheren Installationsraten gerecht zu werden. Die Kommission plant, im Rahmen des Industrieforums für saubere Energie eine gesonderte Plattform für erneuerbare Offshore-Energie zu gründen, um alle Akteure zusammenzubringen und die Entwicklung der Lieferkette anzugehen.

Der Weltmarkt für erneuerbare Offshore-Energie wächst vor allem in Asien und den USA schnell und eröffnet der EU-Industrie Chancen in der ganzen Welt. Im Wege ihrer Diplomatie des grünen Deals und ihrer Handelspolitik sowie der Energiedialoge der EU mit Partnerländern wird die Kommission die Akzeptanz für diese Technologien in der Welt fördern.

Konsultationen
Um die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen erneuerbarer Offshore-Energie auf die Meeresumwelt und die davon abhängigen Wirtschaftstätigkeiten zu analysieren und zu überwachen, wird die Kommission regelmässig eine Gemeinschaft von Experten öffentlicher Verwaltungen, Interessenträgern und Wissenschaftlern konsultieren. Die Kommission hat heute auch einen neuen Leitfaden zum Ausbau der Windenergie und den EU-Naturschutzvorschriften verabschiedet.

In der Strategie werden die Chancen dargelegt, die sich für alle Meeresbecken in der EU – Nordsee, Ostsee, Schwarzes Meer, Mittelmeer und Atlantik – sowie für bestimmte Küsten- und Inselgemeinschaften eröffnen, wobei von diesen Technologien nicht nur Küstenregionen profitieren. Genannt wird auch eine Vielzahl an Binnenregionen, in denen Produktion und Forschung bereits zum Ausbau der Offshore-Energie beitragen.

Strategie für erneuerbare Offshore-Energie >>

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen über die Strategie für erneuerbare Offshore-Energie >>

Factsheet zur Strategie für erneuerbare Offshore-Energie >>

Factsheet zu den Schlüsseltechnologien für erneuerbare Offshore-Energie >>

Text: Europäische Kommission

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