Aufgrund der guten Ausbreitungseigenschaften bieten sich die 450-MHz-Frequenzen an, um kosteneffizient ein funktionsfähiges, ausfallsicheres Funknetz aufzubauen. Das ist für die Wasser- und Energiewirtschaft von grosser Bedeutung.

Deutsche Bundesnetzagentur: Will Frequenzen im 450-MHz-Bereich vorrangig für Energie- und Wasserwirtschaft bereitstellen

(PM) Die deutsche Bundesnetzagentur hat gemeinsam mit dem Beirat entschieden, die 450-MHz-Frequenzen vorrangig für kritische Infrastrukturen der Energie- und Wasserwirtschaft bereitzustellen. Damit sollen die Weichen für die Digitalisierung der Energie- und Verkehrswende gestellt werden, erläutert Jochen Homann, Präsident der deutschen Bundesnetzagentur.


Auch der Beirat der Bundesnetzagentur hatte sich dafür ausgesprochen, der Energiewirtschaft eine Kommunikationslösung auf Basis der 450 MHz-Funktechnik zur Verfügung zu stellen.

Antragsverfahren eröffnet
Die Frequenzen sollen zur deutschlandweiten Nutzung in einem Ausschreibungsverfahren vergeben werden (siehe ee-news.ch vom 9.6.2020 >>). Dadurch sollen Sicherheitsbelange und spezielle Schutzanforderungen der Energie-und Wasserwirtschaft bei der Auswahl des Zuteilungsinhabers besser berücksichtigt werden können. Mit der Veröffentlichung der Vergabeentscheidung ist jetzt das Ausschreibungsverfahren eröffnet. Interessierte Unternehmen können bis zum 18. Dezember 2020 ihre Bewerbungen einreichen. Die Auswahl des Bewerbers erfolgt in einem objektiven und diskriminierungsfreien Auswahlverfahren.

Für die Zuteilung der Frequenzen hat der erfolgreiche Bewerber eine Zuteilungsgebühr in Höhe von rund 113 Mio. Euro zu zahlen. Eine entsprechende Gebührenverordnung wird in Kürze erlassen werden. Die Zahlungsmodalitäten sehen auch die Möglichkeit von Ratenzahlungen vor.

Bedarfe der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
Mit der Vergabeentscheidung ist der Weg für die Energie- und Verkehrswende geebnet. Gleichzeitig hat die Behörde auch die sicherheitspolitischen Belange in den Blick genommen. So wurden zum einen die zeitlich und räumlich eingeschränkten Bedarfe der deutschen Bundeswehr in der Entscheidung berücksichtigt. Zum anderen wurde auch den Interessen der Behörden und Organisationen (BOS) mit Sicherheitsaufgaben (BOS) weitestgehend Rechnung getragen. Soweit die 450 MHz-Frequenzen nicht für Anwendungen kritischer Infrastrukturen eingesetzt werden, sind Datenübertragungskapazitäten für sicherheitsrelevante Nutzungen der BOS bereitzustellen.

Hintergrund Frequenzbereich 450 MHz
Aufgrund der guten Ausbreitungseigenschaften bieten sich die 450-MHz-Frequenzen an, um kosteneffizient ein funktionsfähiges, ausfallsicheres Funknetz aufzubauen. Die bestehenden Nutzungsrechte laufen zum Ende des Jahres aus. Im Juli 2020 hatte die Bundesnetzagentur bereits einen Konsultationsentwurf zur Anhörung gestellt. Die überwiegende Mehrheit der Kommentare begrüsste die Bereitstellung der Frequenzen zur vorrangigen Nutzung für kritische Infrastrukturen.

Weitere Informationen >>

Text: Deutsche Bundesnetzagentur (BNetzA)

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