Momentaufnahme der Umbauphase. Zu sehen sind die geöffneten bzw. bereits entfernten Lüftungskanäle über dem Becken. ©Bild: Stadt Korschenbroich

Temperaturcheck nach der Sanierung: Eine wohlige Temperatur ist für die Badegäste jetzt garantiert. ©Bild: Stadt Korschenbroich

Der erneuerte Lüftungskanal ist über dem Becken angebracht. ©Bild: Stadt Korschenbroich

Das Team hinter der Sanierung: Walter Hintzen, Michael Deprez, Heinz-Josef Maaßen. ©Bild: Stadt Korschenbroich

Insgesamt drei Dachflächen sind jetzt mit Solaranlagen ausgestattet. ©Bild: Stadt Korschenbroich

Energiespar-Contracting macht's möglich: Schwimmbad-Sanierung und Solarstrom für die Feuerwachein Korschenbroich

(PM) Wie kann eine Kommune Gebäude sanieren und modernisieren, wenn ihre Kasse leer ist? Die Stadt Korschenbroich macht es vor: Sie hat 800‘000 Euro investiert, ohne ihren Haushalt zu belasten – und spart nun an zwei Standorten jede Menge Energie ein. Contracting heisst das Zauberwort, das kreative Möglichkeiten auf dem Weg zu mehr Klimaschutz ermöglicht.


Beim Energiespar-Contracting übernimmt ein privates Unternehmen die energetische Sanierung und refinanziert diese ausschliesslich über eingesparte Energiekosten. In Korschenbroich wurde mit der Spie Energy Solutions GmbH aus Ratingen ein entsprechender 15-Jahres-Vertrag geschlossen. Zuvor hatte die Energieagentur Nordrhein-Westfalen (Energieagentur.NRW) bei einer Ratssitzung einen Vortrag zu dem Thema gehalten und anschliessend beratend Rede und Antwort gestanden. Finanzierung, Planung, Umsetzung, Risikoübernahme und Betrieb der technischen Anlagen übernimmt bei diesem Projekt der Contractor selber. Dafür erhält er eine jährliche Zahlungsrate, wenn Energie und Kosten nachweislich einspart werden können.

Massnahme 1: Schwimmbad-Sanierung
Während manche Kommune ihr Bad schliessen muss, hat Korschenbroich durch umfangreiche Sanierungsmassnahmen das Angebot für alle Schwimmfans in der Stadt sichern können. Konkret wurden die Lüftungsanlagen mit Einbindung einer Wärmerückgewinnung erneuert. Der in die Jahre gekommene Warmwasserspeicher wurde durch eine Warmwasserbereitung im Durchflussprinzip ersetzt. Weitere Stellschrauben wurden optimiert, sie betreffen u. a. die Datenerfassung. Diese zeigt nun alle Energieverbräuche auf einen Blick an. Und was man da sieht, ist erfreulich: Neben den Einsparungen bei Strom, Wärme und den damit verbundenen Energiekosten wird durch die Massnahmen der CO2-Verbrauch um mehr als 400 Tonnen reduziert.

„Die Einsparung lässt sich schon gut zeigen“, sagt Bertram Beckmann von der Contracting-Firma Spie Energy Solutions GmbH und nennt weitere Zahlen. „Die ersten Evaluationen zeigen, dass die modernisierte Anlage 25 Prozent Strom und 34 Prozent Gas einspart. Der Wärmeverbrauch (Endenergie) konnte von 9‘506‘000 kWh th/a auf 8‘380‘000 kWh th/a gesenkt werden. Der Stromverbrauch (Endenergie) wurde von 1‘547‘000 kWh el/a auf 1‘361‘000 kWh el/a reduziert. Das entspricht etwa 113‘000 Euro Energiekosten jährlich.“

Massnahme 2: Solarstrom für die Feuer- und Rettungswache
Nach der guten Erfahrung bei der Schwimmbad-Sanierung hat sich die Stadt Korschenbroich direkt zum nächsten Schritt entschlossen. In Zusammenarbeit mit dem bereits bekannten Contractor wurde auf der Feuer- und Rettungswache im Stadtzentrum eine 210 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage errichtet. In den Sommermonaten kann sie die Hälfte des Strombedarfs im Gebäude decken. „Die Anlage wird komplett über die Einsparungen finanziert und erforderte unsererseits keinerlei Investitionen“, betonte Michael Deprez, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft und Klimaschutz, abermals bei der Inbetriebnahme.

Gemeinsam mit Julia Federer, der neuen Klimaschutzbeauftragten der Stadt Korschenbroich, wollen Michael Deprez und sein Stellvertreter Walter Hintzen mithilfe eines entsprechenden Katasters nach weiteren Möglichkeiten Ausschau halten, Solarstrom auf öffentlichen Gebäuden zu nutzen. Die Zahlen sprechen für sich: Die Anlage auf der Feuer- und Rettungswache hat eine Leistung von ca. 52.8 kW und ist auf den Strom-Eigenverbrauch der Liegenschaft ausgelegt. Die Investition in Höhe von ca. 101‘000 EUR netto refinanziert sich aus den vorhandenen Überschüssen des laufenden Einsparcontracting-Vertrages. Die erwartete jährliche Kosteneinsparung liegt bei 7120 Euro, rund 20.5 Tonnen CO2 werden vermieden, das entspricht der Speicherkapazität von exakt 1643 Bäumen auf einer Waldfläche von rund 16.4 Hektar.

Energiespar-Contracting lohnt sich für 160 Kommunen
Auch für viele andere Kommunen lohnt sich das Energiespar-Contracting, um den Sanierungsstau abzubauen, Fördermittel zu erhalten und ihre Liegenschaften zu sanieren und damit den Klimaschutz voranzutreiben. „In Nordrhein-Westfalen sehen wir ein unglaubliches Potenzial. Wir haben 160 kleine und mittlere Kommunen, wo wir definitiv sagen: Hier lohnt sich das Energiespar-Contracting. Und sobald eine Kommune sanierungsbedürftige Liegenschaften hat, macht es Sinn genauer hinzuschauen und ein Energiespar-Contracting zu prüfen“, empfiehlt Dominic Hornung von der Energieagentur.NRW.

Text: Energieagentur NRW

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