Das Bundesgericht hält fest, es handle sich nicht um unabhängige Sachverständigengutachten, sondern um ergänzende Fachberichte der am UVB beteiligten Sachverständigen.

Windpark Grenchenberg: Bundesgericht forderter gänzende Fachberichte

(Suisse Eole) Das Bundesgericht hat den definitiven Entscheid zum Windpark Grenchenberg vertagt und gibt der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und SWILD Zeit, bis am 15. Dezember zusätzliche Fachberichte zum Vogel- und Fledermausschutz einzureichen. Der Schweizer Vogelschutz und BirdLife Schweiz hatten vor Bundesgericht gegen den Bau des Windparks, der jährlich Strom für rund 25‘000 Menschen liefern könnte, rekurriert. (Texte en français >>)


Konkret beauftragte der Instruktionsrichter die Schweizerische Vogelwarte Sempach und SWILD damit, einen Fachbericht zu verfassen. Sie erhalten je einen Fragenkatalog und müssen ihren Bericht bis zum 15. Dezember einreichen. Sie seien mit den örtlichen Verhältnissen vertraut und ihr Sachverstand sei unumstritten, hält das Bundesgericht in seinen Erwägungen fest.

Das Bundesgericht hält fest, dass die beiden Organisationen bereits für das Projekt im Rahmen des Umweltverträglichkeitsberichts (UVB) tätig gewesen seien. Es bestehe jedoch ein Bedürfnis, ihnen ergänzende Fragen zu stellen. Sie hätten die dem Projekt zugrundeliegenden Studien und Messungen im Gelände vorgenommen sowie die Schutzkonzepte entworfen. Sie können daher die spezifischen Fragen, die in den Rechtsschriften dazu gestellt werden, am besten beantworten, schreibt das Bundesgericht weiter. Es handle sich nicht um unabhängige Sachverständigengutachten, sondern um ergänzende Fachberichte der am UVB beteiligten Sachverständigen.

Strom für rund 25'000 Menschen
Die auf dem Grenchenberg geplanten 6 Windenergieanlagen könnten Strom für rund 25'000 Menschen liefen. Mit zwei Dritteln der Produktion im Winterhalbjahr ergänzt die Windenergie die Wasser- und Solarkraft, die im Winterhalbjahr weniger liefern. Genau dann, wenn der Energiebedarf am höchsten ist und entsprechend Strom importiert werden muss. Gemäss einer Studie der Universität Genf beträgt der durchschnittliche Ausstoss von Importstrom im Winter über 500 Gramm CO2-Äquivalent pro kWh.

Text: Suisse Eole

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1 Kommentare

Max Blatter

Leider suchen immer mehr sogenannte Naturschutz-Organisationen in Sachen "Produktion erneuerbarer Energie" die Konfrontation statt den Dialog! Windturbinen sind nicht a priori brutale Vogel- und Fledermaus-Mörder; vielmehr lassen sich im Gespräch Lösungen finden, die allen Gegebenheiten Rechnung tragen. So wie es zum Glück bei der Wasserkraft (noch?) bestens funktioniert.

Im Zusammenhang mit dieser konsequenten Dialog-Verweigerung (die von der Mehrzahl der Mitglieder wohl kaum mitgetragen würde) bin ich kürzlich aus dem Verein "ProNatura" ausgetreten.

Ich sehe in diesen Organisationen immer mehr Parallelen zu ... bitte festhalten ... zur SVP! Früher dialogfähig und besonnen, haben sich beide in besorgniserregender Weise radikalisiert. In verschiedene Richtungen, vordergründig gesehen, aber dennoch mit erschreckender Ähnlichkeit. Beispielsweise leisten beide (die einen gewollt, die anderen vielleicht ungewollt) der Nuklearenergie-Nostalgie Vorschub!

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