Ein netzoptimierendes Lademanagement-System benötigt verschiedene Schnittstellen zu den involvierten Geräten und Parteien. Bild: Smart Grid Schweiz

Ohne Massnahmen wird der Grossteil der Ladevorgänge aus dem Rhythmus der Arbeitswelt resultieren: Das Auto wird morgens nach Ankunft am Arbeitsort und abends zu Hause zum Laden angeschlossen und mit der verfügbaren Leistung geladen. Bild: SmartGridSchweiz

Smart Grid Schweiz: Whitepaper "Netzintegration von Elektromobilität" – netzoptimierendes Lademanagement ist angesagt

(ee-news.ch) Die Elektromobilität nimmt endlich Fahrt auf. Wird die Ladung der Elektrofahrzeuge jedoch mittelfristig nicht koordiniert, könnte diese die Lastspitzen insbesondere in den Abenstunden noch deutlich erhöhen. Deshalb gilt es, die Ladevorgänge richtig zu steuern. Der Verein Smart Grid Schweiz fordert deshalb in einem Whitepaper unter anderem sinnvolle Netztarife und Netznutzungsbedingungen als Anreiz für ein netzoptimierendes Bezugsverhalten.


Die Ladung der Elektrofahrzeuge wird mit hohen Ladeleistungen bei hoher Gleichzeitigkeit erfolgen. Um zu verhindern, dass das Verteilnetz weder lokal, noch regional, noch überregional an seine Kapazitätsgrenze stösst, muss es ausgebaut werden. Dieser nötige Netzausbau kann mit Anreizen bei der Anschlussdimensionierung und mit einer intelligenten Beeinflussung der Ladeprozesse beschränkt werden. Eine solche Beeinflussung kann durch Anreize, bspw. tariflicher Art, oder durch eine direkte, netzoptimierende Steuerung der Ladeleistung geschehen. Beide Ansätze bedürfen einerseits technischer Voraussetzungen und andererseits der Akzeptanz und Zustimmung der Kundinnen und Kunden.

Bereits heute Massnahmen ergreifen
Netzbetreiber sollen bereits heute Massnahmen ergreifen, damit die zukünftig installierte Ladeinfrastruktur die obigen Anforderungen erfüllen kann. Hersteller und Betreiber von Ladeinfrastruktur sowie Fahrzeugnutzer*innen sollen über diese Zusammenhänge informiert und für die Problematik sensibilisiert werden.

Wichtige Massnahmen, die der Netzbetreiber sofort umsetzen kann, sind:

  • alle beteiligten Akteure für die «Herausforderung Elektromobilität» sensibilisieren;

  • Anschlussbeiträge in Abhängigkeit der bestellten Anschlussleistung zur moderaten Bemessung der Anschlussleistung erheben;
  • Technische Anschlussbedingungen (TAB) anpassen, um die Voraussetzungen für Steuerbarkeit und Kundeninteraktion sowie für netzoptimierende Parametrierungen zu schaffen;
  • erforderliche Schnittstellen und anzuwendende Standards für den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Akteuren vorgeben;
  • sinnvolle Netztarife und Netznutzungsbedingungen als Anreiz für ein netzoptimierendes Bezugsverhalten sowie für die Akzeptanz und Zulassung einer netzoptimierenden Steuerung festlegen.

Whitepaper Netzintegration von Elektromobilität >>

Text: ee-news.ch, Quelle: Smart Grid Schweiz

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1 Kommentare

Max Blatter

Fachleute wissen, was ich mit dem folgenden meine:
"Piiiiip - pip - pip ---- piiiip - pip"
Im Klartext: Über die vorhandenen Rundsteuersysteme sollten kurzfristig greifende Maßnahmen doch relativ einfach realisierbar sein? Klar: Als Endziel muss die flächendeckende Einführung der Smart Grids angestrebt werden.

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